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Die Frage, die die Briten beschäftigt: "Sollte das Vereinigte Königreich ein Mitglied der EU bleiben oder die EU verlassen?"

Volksabstimmung über den Verbleib in der EU

Brexit: Entscheidung über Großbritanniens Schicksal

München - Bleiben die Briten in der EU? Wenn nicht, was bedeutet das für Europa? Ziehen andere Staaten nach? Fragen über Fragen vor dem alles entscheidenden Referendum. Hier gibt es die Antworten.

Update vom 24. Juni 2016: Was ist eigentlich dieser Brexit? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Update vom 23. Juni 2016: Heute wird es ernst im UK: Die Briten stimmen über den Brexit ab. Doch was passiert mit David Cameron, wenn sich die Briten für den Brexit entscheiden?

Update vom 20. Juni 2016: Am Donnerstag stimmt Großbritannien über den Verbleib in der EU ab. Alle aktuellen Infos finden Sie in unserem News-Blog zum Brexit.

Update vom 17. Juni 2016: Welche Folgen hätte der Brexit politisch und wirtschaftlich für Deutschland? Und was würde ein Austritt Großbritanniens für die Bundesrepublik bedeuten? Die Antworten finden Sie in unserer Analyse: Das würde der Brexit für Deuschland bedeuten.

Europa hält den Atem an, wenn die Briten kommende Woche in einer Volksabstimmung über den Verbleib in der EU abstimmen. Ein Brexit dürfte erhebliche wirtschaftliche und politische Turbulenzen nach sich ziehen. Fragen und Antworten rund um das Referendum:

Wie läuft die Abstimmung ab?

Die Frage auf den Abstimmungszetteln lautet: "Sollte das Vereinigte Königreich ein Mitglied der Europäischen Union bleiben oder die Europäische Union verlassen?". Eine der beiden Optionen kann angekreuzt werden. Die Wahllokale sind am 23. Juni von 7.00 Uhr morgens bis 23.00 Uhr abends (Ortszeit) geöffnet. Ergebnisse werden erst am frühen Freitagmorgen erwartet.

Wie stehen die Umfragen?

Der Ausgang gilt als offen. Im Schnitt der letzten sechs Umfragen, der von der Website WhatUKThinks ermittelt wird, lag das "Leave"-Lager mit 51 Prozent knapp vorne.

Was passiert, wenn die Briten in der EU bleiben?

Premier DavidCameron hat von seinen EU-Kollegen eine Reihe von Zusagen erhalten, die in Kraft gesetzt werden, wenn Großbritannien Teil der Union bleibt. Dazu gehören die Möglichkeit zur Kürzung von Sozialleistungen für EU-Ausländer, Initiativen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit sowie ein stärkeres Einspruchsrecht nationaler Parlamente gegen EU-Vorhaben.

Wären die Briten bei einem "Brexit" schon am 24. Juni nicht mehr EU-Mitglied?

Nein. Nach Artikel 50 des EU-Vertrages handeln beide Seiten zunächst die Einzelheiten des Austritts aus. Dafür ist eine Frist von zwei Jahren gesetzt, die aber verlängert werden kann. Am Ende müsste das Austrittsabkommen durch die verbliebenen Mitgliedstaaten und das Europaparlament gebilligt werden.

Hat die EU einen Plan B(rexit)?

Offiziell nicht: "Es gibt keinen Plan B", erklärt die EU-Kommission regelmäßig. Nach Angaben aus EU-Kreisen gab es aber schon vertrauliche Treffen mit den Mitgliedstaaten, um auf den Ernstfall vorbereitet zu sein. Für die Rechtsabteilung der EU-Kommission wurde für Juli eine Urlaubssperre verhängt.

Wie könnten die künftigen Beziehungen zur EU aussehen?

Großbritannien ist der Zugang zum EU-Binnenmarkt wichtig - die britische Regierung dürfte deshalb nach einem Austrittsvotum versuchen, diesen so weit wie möglich zu erhalten. Eine Möglichkeit wäre ein Beitritt zum Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) nach dem Vorbild Norwegens. Alternativ könnte London wie die Schweiz einen Marktzugang über gesonderte Abkommen aushandeln.

Was wären mögliche innenpolitische Folgen?

Cameron hat sein Schicksal de facto mit dem Verbleib in der EU verknüpft. Entscheiden sich die Briten dagegen, dürfte der konservative Premier schwer zu halten sein. In britischen Wettbüros wird der "Brexit"-Befürworter und Londoner Ex-Bürgermeister Boris Johnson als Favorit für die Nachfolge gehandelt. Die Schotten könnten ihrerseits ein neues Referendum über die Abspaltung von Großbritannien ansetzen - denn sie wollen mehrheitlich in der EU bleiben.

Was würde der Brexit wirtschaftlich für Großbritannien bedeuten?

Der Internationale Währungsfonds (IWF) warnt vor einer Rezession. Für die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) würde Großbritannien der EU-Austritt bis 2020 mehr als drei Prozent und bis 2030 rund fünf Prozent seiner Wirtschaftsleistung kosten.

Würde auch die EU-Wirtschaft leiden?

Ja. Großbritannien ist die zweitgrößte EU-Volkswirtschaft, die Handelsbeziehungen zu den anderen Mitgliedstaaten sind eng. Eine Studie des Kreditversicherers Euler Hermes sagt allein für die deutsche Exportwirtschaft bis 2019 Einbußen von 6,8 Milliarden Euro voraus. Die OECD warnt auch vor "Finanzmarktschocks". Für Deutschland erwarten Experten einen Verlust in Höhe von bis zu drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Droht ein Dominoeffekt in der EU?

Viele befürchten, dass ein Erfolg der Brexit-Befürworter Nachahmer finden könnte. Euroskeptische Parteien sind in mehreren EU-Ländern im Aufwind. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker sagte jüngst, er könne "nicht ausschließen, dass der britische Ausstieg Lust auf mehr machen würde in anderen Ländern".

Brexit: Folgen, Ergebnisse, Gründe, Erklärung

Was genau ist der Brexit eigentlich - das können Sie hier nachlesen. Wir haben uns außerdem Gedanken über die Folgen für Deutschland gemacht, die der Austritts Großbritanniens aus der EU haben könnte. Alles, was Sie zum Brexit wissen müssen, können Sie zudem hier nachlesen.

dpa

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