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Vielen in Washington gefällt es nicht, dass Donald Trump genau an diesem Ort ein Luxushotel eröffnet.

Umstrittenes Gebäude

Donald Trump eröffnet Luxushotel in Washington

Washington - Ob er die Wahl gewinnt oder nicht, Trumps Name prangt in Washington nun von einem Wahrzeichen. Sein neustes Luxushotel liegt nicht weit vom Weißen Haus entfernt.

Bis zum Schluss wird geputzt und gewerkelt. Ein Arbeiter wischt über die goldenen Buchstaben des „Trump International Hotels“. Noch liegt auf manchen Fenstern eine Staubschicht. Eilig verlegen Bauarbeiter letzte Kabel. Ihr Spanisch mischt sich mit den Rufen von Demonstranten, die sich zur Eröffnung am Montag vor dem Eingang positioniert haben. Auf Bänken in der Nähe schlafen Obdachlose.

Donald Trump ist angekommen auf der Pennsylvania Avenue. Mitten im Zentrum Washingtons prangt sein Name nun von dem alten Postamt, einem Wahrzeichen der amerikanischen Hauptstadt. Das Fünf-Sterne-Hotel ist das jüngste Prestigeobjekt des 70-jährigen New Yorker Unternehmers und Präsidentschaftskandidaten.

Nicht weit entfernt erhebt sich die Kuppel des Kapitols; auf der anderen Seite kann man das Weiße Haus zwischen Bäumen und Sträuchern erkennen.

Es ist ein Statement

Die Zimmer kosten pro Nacht ab 806 US-Dollar (716 Euro) aufwärts. Wem die Standardausstattung nicht reicht, kann die Präsidentensuite wählen, samt Fitnessraum und Badezimmer voller Marmor.

Washington, das ist zum Synonym geworden für eine abgehobene Politelite - über die Trump gerne sagt, sie wisse nichts über die Probleme der Menschen im Rest des Landes.

Dass er hier nun ein Hotel hat, ist auch ein Statement. Das alte Postamt wirkt mit seinem rauen Mauerwerk und den Ecktürmchen wie eine Trutzburg. Dank des 96 Meter hohen Uhrenturms ist es eines der höchsten Gebäude der Stadt.

"Es ist überragend"

Trump selbst schwärmt am Montagmorgen im Sender Fox News in den höchsten Tönen: „Das Hotel ist großartig. Es ist überragend. Ein solches Hotel hat Washington noch nie gesehen. Ein unglaubliches Projekt.“

Weil in diesem Wahlkampf alles Bedeutung hat, was Trump tut, ist die Eröffnung nicht nur eine Fußnote. Es vermengt sich im großen Rauschen, das den Präsidentschaftskandidaten umgibt. Es wird kein Unterschied gemacht zwischen dem Unternehmer Trump und dem Politiker Trump, weil es keinen Unterschied gibt. Tiefgründige politische Ideen offenbart er nicht. Ein Amt, an dem er sich messen ließe, gibt es nicht. Er hatte nie eines inne.

Und so messen ihn viele Medien an seinen unternehmerischen Leistungen. Die aber sind keineswegs so glorreich, wie er immer wieder behauptet. Innerhalb von 18 Jahren meldeten vier Firmen aus seinem Kasino-Imperium Insolvenz an. Immer wieder verhob sich der Baulöwe an Immobilien in der Glücksspiel-Hochburg Atlantic City.

Gebäude mit wechselvoller Geschichte

Die beiden Spitzenköche José Andrés und Geoffrey Zakarian sollten in seinem neuen Hotel Restaurants eröffnen, das war fest vereinbart. Als Trump seine Kandidatur bekannt gab und gegen Einwanderer aus Mexiko hetzte, sagten sie ab. Trump verklagte sie.

Auch die rund zwei Dutzend Demonstranten, die sich vor dem Eingang versammelt haben, stören sich an seinen Aussagen. Victoria Ring ist eine von ihnen. „Dieses Hotel ist die Verkörperung davon, dass Trump ein Geschäftsmann ist, kein Unternehmer“, sagt die 19-jährige Studentin.

Kimberly Mitchell kann sich noch an die Zeit erinnern, als das Postamt ein Museum und Essensstände beherbergte. „Es war ein Ort, an den die Leute mit ihren Familien kamen“, sagt die 49-jährige Gewerkschafterin. „Von einem solchen Hotel profitiert niemand in Washington.“

Das Gebäude hat eine wechselvolle Geschichte. Ein Postamt war es nur wenige Jahre. Versuche, es in ein Haus der öffentlichen Verwaltung umzuwandeln, schlugen fehl. Trump und seine Tochter Ivanka bekamen 2012 den Zuschlag, daraus ein Hotel zu machen. Eigentümer bleibt eine Regierungsbehörde. Trump ist nur Mieter.

Brad Pitt kritisiert Donald Trump in einem neuen Interview

dpa

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