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Donald Trumps Frau nimmt ihn in Schutz: Die 46-Jährige bezeichnete die Aussagen als "Gespräch unter Jungs". Foto: Tannen Maury

"Gerede unter Jungs"

Melania Trump nimmt Ehemann Donald in Schutz

Donald Trump trifft nicht die Hauptschuld für seine sexistischen Aussagen - das sagt zumindest seine Frau Melania. Sie macht den Gesprächspartner ihres Mannes verantwortlich. Für den haben die Kommentare nun tatsächlich Konsequenzen.

New York (dpa) - Melania Trump hat die frauenfeindlichen Aussagen ihres Ehemannes Donald in einem Video als "Gerede unter Jungs" verteidigt.

Er sei von dem Moderator Billy Bush dazu angestachelt worden, "dreckige und schlimme Sachen zu sagen", sagte die Frau des republikanischen US-Präsidentschaftskandidaten in einem Interview des Senders CNN. Zuvor hatte der Immobilienmilliardär von einem "Wortgeplänkel unter Männern in der Umkleidekabine" gesprochen.

Bei ihr zu Hause seien gewissermaßen zwei Jungen: "Ich habe meinen jungen Sohn, und ich habe meinen Mann", sagte die aus Slowenien stammende 46-Jährige weiter. Sie habe Donald gesagt, dass seine Kommentare nicht hinnehmbar seien. "Ich war überrascht, denn das ist nicht der Mann, den ich kenne." Sie akzeptiere aber seine Entschuldigung. Sie frage sich zudem, ob die Männer gewusst hätten, dass das Mikrofon eingeschaltet gewesen sei.

In dem Video, das am 7. Oktober veröffentlicht wurde, hört man ein Gespräch zwischen Trump und Bush, das sie im Jahr 2005 während einer Busfahrt geführt hatten. Damals waren Donald und Melania Trump seit weniger als einem Jahr verheiratet. Er brüstet sich darin in vulgären Worten damit, dass er es sich als "Star" erlauben könne, Frauen unvermittelt zu küssen oder ihnen zwischen die Beine zu grapschen. Er beschreibt auch einen Versuch, eine verheiratete Frau zu verführen.

Bush lacht in der Aufnahme über Trumps Aussagen. Der damals 33-Jährige war zu dieser Zeit Moderator der Promi-Sendung "Access Hollywood" des Fernsehsenders NBC. Für denselben Arbeitgeber moderierte er seit kurzem einen Teil der "Today"-Show, einer seit mehr als 60 Jahren morgens ausgestrahlten Nachrichten- und Unterhaltungssendung.

Für NBC war das Video nun Grund, sich am Montagabend von Bush zu trennen. Das teilte Bushs Vorgesetzter in der "Today"-Show, Noah Oppenheim, in einem Schreiben an Mitarbeiter mit, wie US-Medien übereinstimmend berichteten. Der Sender hatte Bush bereits vor einer Woche suspendiert. Der 45-Jährige ist Cousin des Altpräsidenten George W. Bush.

Das Video löste einen Eklat im Wahlkampf aus. Etliche Republikaner distanzierten sich von Trump. In den vergangenen Tagen beschuldigten mehrere Frauen den Unternehmer, sie sexuell belästigt zu haben - etwa indem er sie unvermittelt geküsst oder begrapscht habe. Der Präsidentschaftskandidat wies die Vorwürfe als unwahr zurück. Seine Frau Melania sagte in dem CNN-Interview, sie glaube ihrem Mann: "Das wurde alles vom (politischen) Gegner organisiert."

Melania Trump sagte bei CNN auch, als First Lady wolle sie sich dafür einsetzen, Kinder über die Übel sozialer Medien aufzuklären. Mobbing im Internet tue vielen Kindern weh. Sie selbst habe aufgehört, soziale Medien zu nutzen, weil die Negativität dort ungesund sei und sie die Aufmerksamkeit nicht brauche: "Mein Leben ist keine Foto-App."

Donald Trump ist für seine persönlichen Angriffe per Twitter-Nachrichten bekannt. Sie habe ihrem Mann geraten, weniger zu twittern, sagte Melania Trump. "Das ist aber seine Entscheidung. Er ist erwachsen."

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