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Das Panorama, das sich den ISS-Astronauten bietet, ist nicht zu toppen.

Heiligabend im All

So feiern die Astronauten der ISS Weihnachten

Houston - Der britische Astronaut Anthony Peake freut sich auf ein besonderes Weihnachtsfest an Bord der Internationalen Raumstation (ISS). Ein traditioneller Bestandteil darf dabei nicht fehlen.

Er wolle den "phantastischen Ausblick" auf die Erde genießen, an Freunde und Familie denken und als "Gaumenfreude" einen Weihnachts-Pudding verzehren, der am Dienstag beim Start einer neuen Crew zur ISS mit an Bord sein werde, sagte der 43-jährige Astronaut am Montag im Hotel Kosmonaut in Baikonur. Peake ist der erste Brite, der zur ISS fliegt. Die Station ist seit 1998 in Betrieb.

„Danke für die guten Wünsche - phänomenale Unterstützung“, schrieb der 43-jährige Peake kurz vor dem Start in der Ex-Sowjetrepublik beim Kurznachrichtendienst Twitter. Die Sojus sollte um 18.23 Uhr MEZ nach gut sechs Stunden Flug am Außenposten der Menschheit festmachen. Dort arbeiten bereits drei Raumfahrer.

Es werde auch eine Möglichkeit geben, seine Angehörigen am Weihnachtsfest von der ISS aus anzurufen, sagte Peake. Der frühere Hubschrauber-Testpilot hat bereits angekündigt, am 24. April auf einem Laufband in der ISS indirekt am London-Marathon teilzunehmen. Gemeinsam mit Peake fliegen der russische Kosmonaut Juri Malenschenko und der US-Astronaut Tim Kopra ins All. Beide haben bereits längere Raumflug-Erfahrungen.

Nach rund fünf Monaten im All waren am Freitag drei Raumfahrer von ihrem Einsatz auf der ISS zurückgekehrt. Sie landeten in einer Sojus-Kapsel in der verschneiten kasachischen Steppe.

Bei leichter Bewölkung und Temperaturen um den Gefrierpunkt verfolgte auch der deutsche Raumfahrer Alexander Gerst in Baikonur den Start. Peake sei gut auf die Mission vorbereitet, sagte Gerst. „Er hat 6000 Stunden Training. Er ist jetzt absolut bereit.“ Gerst gehört wie Peake zum Kader der Europäischen Raumfahrtagentur Esa. Der Brite war von seinem vierjährigen Sohn Oliver unter Tränen verabschiedet worden. „Ich will mit Papa gehen“, hatte der Kleine gesagt.

Mit besonderem Interesse wird die Mission von Peake in seiner Heimat wahrgenommen. „Es war beeindruckend, das Abheben zu sehen“, meinte der britische Premierminister David Cameron. Er veröffentlichte bei Twitter ein Foto, wie er den Start vor dem Fernseher verfolgt. Die konservative Führung in London hatte vor kurzem angekündigt, „einen größeren Anteil am florierenden Weltraummarkt erobern“ zu wollen. Im Auge haben die Briten vor allem den Weltraumtourismus, sie sehen sich als künftiges „europäisches Zentrum für kommerzielle Raumfahrt“. Im vergangenen Jahr hat London den Bau eines eigenen Weltraumbahnhofs bis 2018 angekündigt. Die Finanzierung gilt aber als offen.

Die Sojus hob vom selben Startplatz ab, von dem 1961 der sowjetische Kosmonaut Juri Gagarin als erster Mensch ins All geflogen war. Peake, Malentschenko und Kopra sollen bis Juni auf der ISS rund 400 Kilometer über der Erde bleiben. Dort arbeiten bereits die Russen Michail Kornijenko und Sergej Wolkow sowie der US-Amerikaner Scott Kelly. Russland ist nach dem Aus für die US-Space-Shuttles 2011 das einzige Land, das bemannte Flüge zur ISS organisiert. Ein Platz in der Sojus kostet 50 Millionen Euro. Die ISS ist seit 1998 in Betrieb.

AFP/dpa

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