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Fußballspieler, Ministrant, Senegalese: Adolphe Diop im FAZ-Interview.

Nach umstrittener Aussage von Scheuer

Die FAZ hat ihn: Einen fußballspielenden, ministrierenden Senegalesen

Frankfurt - CSU-Generalsekretär Scheuer findet, der schlimmste Asylbewerber sei ein "fußballspielender ministrierender Senegalese". Die FAZ hat einen solchen ausfindig gemacht.

Vor rund einer Woche provozierte CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer mit seinen Aussagen im "Regensburger Presseclub": Er wetterte gegen Wirtschaftsflüchtlinge und sagte in diesem Zusammenhang: "Das Schlimmste ist ein fußballspielender ministrierender Senegalese, der über drei Jahre da ist - den wirst du nie wieder abschieben“.  

Die Mittelbayerische Zeitung berichtete als erstes über Scheuers Aufreger-Thesen. Dann griffen auch überregionale Medien das Thema auf, eine Welle der Empörung folgte.

SPD und Grüne forderten, dass der CSU-Generalsekretär zurücktritt, auch aus seiner eigenen Partei kam Widerspruch. CSU-Chef Seehofer verteidigte dagegen seinen Generalsekretär. Andreas Scheuer selbst rechtfertigt seine Aussage als bewusste Spitze, die er auch so gekennzeichnet hatte - zuletzt im Polit-Talk Maybrit Illner, wo der CSU-Mann unter Dauerbeschuss stand.

Viele Medien haben seither versucht, diejenigen zu Wort kommen zu lassen, die Scheuers Feindbild entsprechen. Die Augsburger Allgemeine ließ einen Senegalesen einen Zeitungsartikel darüber lesen, die Welt erfand in einer Satire ein Fußball-Jahrhunderttalent aus dem Senegal, "der regelmäßig als Messdiener in einer kleinen Gemeinde in Südbayern aushilft", und unsere Redaktion berichtete über einen senegalesischen Fußballer, der kurz vor der Abschiebung steht.

Die FAZ hat es nun aber geschafft, einen Mann ausfindig zu machen, auf den alle drei Attribute von Scheuers Bild zutreffen: Er ist Senegalese, er spielt Fußball und er ist Ministrant. Dem Typus eines Wirtschaftsflüchtlings entspricht er aber dennoch nicht: Adolphe Diop kam 1992 nach einem Probetraining beim Fußballverein Union Solingen nach Deutschland, weil der Verein ihn unbedingt behalten wollte. Später war er Trainer, inzwischen betreibt er in Bad Soden eine Fußball-Akademie. "Ich habe von dem Land profitiert, und das Land profitiert von mir", so Diop im Interview. Scheuers Aussage würde er am liebsten einfach ignorieren, sagt der Senegalese, "aber es ist so unsachgemäß, dass ich es einfach nicht stehen lassen kann." Der CSU-Generalsekretär schade damit nicht nur sich selbst, sondern auch der CSU und Deutschland.

Diop ärgert sich selbst darüber, wenn gut ausgebildete Menschen aus seiner Heimat mit unrealistischen Erwartungen nach Deutschland kommen, anstatt sich im Senegal etwas aufzubauen. Dass jedoch niemand aus dem Senegal fliehen müsse - es also sich ausschließlich um Wirtschaftsflüchtlinge handelt - stimme so nicht: Homosexuelle würden dort zum Beispiel nicht toleriert.

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