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Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un bei seiner Rede auf dem ersten Parteikongress seit 1980.

Der erste seit 36 Jahren

Parteikongress in Nordkorea: Kim Jong Un feiert jüngsten Atomtest

Pjöngjang - Der Regime-Chef zeigt sich von den Sanktionen gegen Nordkorea wegen seines Atomprogramms unbeeindruckt. Er nutzt den ersten Kongress der Arbeiterpartei seit 36 Jahren, um seine umstrittene Atompolitik zu preisen.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat bei einem Kongress der herrschenden Kommunistischen Partei das Atomprogramm seines Landes gerühmt. Mit dem Test einer Wasserstoffbombe im Januar habe Nordkorea der ganzen Welt "unseren unbeugsamen Geist und unsere unbegrenzte Kraft" demonstriert, sagte Kim am Freitag in der Hauptstadt Pjöngjang vor tausenden Delegierten beim ersten Parteitag der Kommunisten seit 1980.

Die Leistung der nordkoreanischen Wissenschaftler und des Militärs lobte der 33-jährige Staatschef als "großartig" und "historisch". Pjöngjang hatte Anfang des Jahres verkündet, erstmals eine Wasserstoffbombe erfolgreich gezündet zu haben. Experten bezweifeln aber, dass es sich tatsächlich um eine solche Bombe handelte.

Das nordkoreanische Militär feuerte in diesem Jahr außerdem mehrere Raketen ab. Die Tests verstoßen gegen UN-Resolutionen. Der UN-Sicherheitsrat beschloss deshalb Anfang März die bislang schärfsten Sanktionen gegen das isolierte Land. Seit dem Atomtest nehmen die Spannungen in der Region zu. Der UN-Sicherheitsrat hatte als Antwort auf den Nuklearversuch - den vierten - und den umstrittenen Start einer Weltraumrakete die Sanktionen gegen das kommunistische Regime verschärft.

Hinter verschlossenen Türen

Der Kongress im Haus der Kultur in Pjöngjang wurde hinter verschlossenen Türen eröffnet. Die Dauer und das genaue Programm des siebten Parteitags der kommunistischen Partei wurden nicht bekannt gegeben. Die etwa 130 zugelassenen ausländischen Journalisten haben keinen Zugang zur Tagungshalle, an deren Eingang riesige Porträts von Kims Vorgängern - seines Vaters und seines Großvaters - prangten. Mit Spannung wurde erwartet, ob es personelle Veränderungen in der nordkoreanischen Führung geben wird.

Der Parteikongress sei ein "neuer Meilenstein", sagte Kim. Bei dem Treffen werde der künftige Kurs für "unseren revolutionären Marsch" vorgegeben. Beobachter rechnen damit, dass die Delegierten Kims Führungsrolle zementieren und seine "Byungjin"-Politik absegnen, die das Streben nach weiteren Atomwaffen mit wirtschaftlichen Maßnahmen kombiniert. Kim hatte die Macht Ende 2011 von seinem Vater übernommen.

Südkoreanische Medien spekulierten, dass Kim Jong Un seine Schwester Kim Yo Jong, die Ende 20 sein soll, auf einen höheren Posten in der Partei befördern könnte. Sie soll derzeit als stellvertretende Leiterin der Propagandaabteilung des Zentralkomitees tätig sein.

dpa/afp

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