Kinder stellten möglicherweise Passionsspiel dar 

TV-Sender verwirrt mit vermeintlich nachgespielten IS-Enthauptungen

Toronto - Ein schauriges Kindertheater hat im Netz für Aufsehen gesorgt: Kinder sollen in einer Moschee Enthauptungen nach Vorbild des IS nachgespielt haben - doch vermutlich handelt es sich dabei um das Gedenken an die Opfer eines Massenmordes.

Der kanadische Sender "Sun News" hatte in einer Reportage über den Alltag in Moschees in Kanada berichtet. Eine Szene aus einer Moschee in der Nähe von Toronto schien auf den ersten Moment zu schockieren: Kinder im Grundschulalter führten dabei ein offenbar makaberes Theater auf.

Auf der Bühne zu sehen war ein Schauprozess nach Vorbild des Islamischen Staates - inklusive Enthauptung und Abtransport der Leiche.  "Hier sind die Köpfe", erzählte einer der kleinen Schauspieler nach der "Köpfung" eines Kindes mit einem Schwert.

"Sun News" berichtete von einer vermeintlichen Radikalisierung des Landes durch solche Aktionen, allerdings könnte der TV-Bericht auch aus dem Zusammenhang gerissen sein. Denn bei dem "Sun News Network" handelt es sich um ein in Nordamerika höchst umstrittenes Medienunternehmen, das für seine ultra-konservativen und teilweise radikalen rechtsgerichteten Ansichten bekannt ist. Bereits mehrfach gab es Beschwerden über die Berichterstattung des Unternehmens.

Wie uns eine aufmerksame Leserin unseres Portals mitteilte, könnte es sich bei diesen vermeintlichen Hinrichtungen möglicherweise um eine Art Passionsspiel gehandelt haben, das von Schiiten anlässlich des Aschura-Festes vorgetragen wird. Hierbei wird öffentlich der Schlacht von Kerbela im Jahr 680 im heutigen Irak gedacht, bei der der sogenannte dritte Imam, Muharram Husain ibn Ali, sowie fast alle männlichen Verwandten getötet worden waren. Muharram Husain ibn Ali gilt als Märtyrer, dessen Ermordung sowohl für die Schiiten als auch in der Geschichte des Islams ein einschneidendes Ereignis darstellt, dem mit verschiedenen Trauerfeiern gedacht wird. 

smu/wi

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