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Berlin: Wahlplakate für Wahl zum Abgeordnetenhaus

ZDF-Politbarometer 

Neue Umfrage zur Berlin-Wahl: CDU vor Grüne, SPD bleibt stärkste Kraft

Berlin - Kurz vor der Wahl in Berlin veröffentlicht das ZDF eine neue Umfrage: Die SPD bleibt demnach stärkste Kraft, die CDU scheint die Grüne auf den letzten Metern zu überholen. 

Aktuell regiert in Berlin eine rot-schwarze Koalition unter Michael Müller (SPD). Die Oppositionsführung übernehmen momentan die Grünen, weiter sind im Abgeordnetenhaus die Linke und die Piraten vertreten. 

Bei der letzten Wahl 2011 konnte die SPD mit Spitzenkandidat Klaus Wowereit 28 Prozent einfahren. Nach dessen Rücktritt als Regierender Bürgermeister übernahm 2014 Michael Müller das Amt und tritt in der Wahl 2016 als Spitzenkandidat der SPD an. Die CDU wurde 2011 mit 23 Prozent zweitstärkste Partei und bildete zusammen mit den Sozialdemokraten die Koalition. Die Grünen erhielten 17 Prozent und übernahmen deswegen für die letzten fünf Jahre die Oppositionsführung. Was Sie außerdem zur Wahl in Berlin wissen müssen, können Sie hier nachlesen.

Nach der anstehenden Wahl am 18. September könnten sich die Karten allerdings neu mischen: SPD-Spitzenkandidat und Regierender Bürgermeister Michael Müller spricht sich gegen eine Fortsetzung der rot-schwarzen Koalition und für ein Bündnis mit den Grünen aus. Sprachen die Zahlen der Grünen für die Berlin-Wahl in den letzten Wochen noch dafür, dass sich die Partei vor der CDU platzieren könnte, ist dies nun nicht mehr der Fall. Die Christdemokraten holen wieder auf und steuern auf den Sitz als zweitstärkste Kraft zu. Die Piraten verlieren im Vergleich zur letzten Wahl deutlich an Stärke und müssen um ihren erneuten Einzug in das Abgeordnetenhaus bangen, die Linke hingegen kann einige Wähler hinzugewinnen.

Neu dabei in Berlin ist in diesem Jahr die AfD: Diese hofft nach den starken Ergebnissen in Bundesländern wie Sachsen-Anhalt oder Mecklenburg-Vorpommern auch in Berlin auf einen hohen Wahlerfolg. Wir haben die Rolle der AfD in Berlin für Sie analysiert.

Wahl zum Abgeordnetenhaus in Berlin 2016: Was sagen die aktuellen Umfragen?

Die aktuellste Umfrage zur Berlin-Wahl stammt von der Forschungsgruppe Wahlen und wurde im Auftrag des ZDF am 15.09.2016 veröffentlicht.

Weiterhin verdichten sich die Chancen für eine rot-rot-grüne Koalition in Berlin: Die SPD bleibt in der aktuellen Umfrage trotz hoher Stimmverluste zur letzten Wahl stärkste Kraft mit 23 Prozent. Damit läge sie fünf Prozentpunkte unter den Abstimmungswerten von 2011.  

Überraschend an der Umfrage des ZDF ist vor allem der Abstand zwischen CDU und Grüne: In den letzten Umfragen kämpften sie Kopf an Kopf um den Platz als zweitstärkste Kraft im Abgeordnetenhaus. Noch im letzten Monat lagen die Grünen weit vor der CDU, diese holte jedoch zunehmend auf. In der letzten Forsa-Umfrage, die auch am 15.09.2016 veröffentlicht wurde, lagen die beiden Parteien gleichauf bei 17 Prozent. Im aktuellen ZDF-Politbarometer platzieren sich die Christdemokraten mit 18 Prozent jedoch deutlich vor den Grünen mit 15 Prozent.

Eine Koalition zwischen SPD und CDU könnte mit diesen Zahlen allerdings keine Mehrheit stellen und auch ein Zweierbündnis zwischen den Sozialdemokraten und den Grünen wäre nicht möglich - am wahrscheinlichsten bleibt weiterhin eine rot-rot-grüne Koalition.

Die Linke kann sich unter Spitzenkandidat Klaus Lederer im Vergleich zur Vorwahl leicht steigern und gewinnt aktuell 2,5 Prozentpunkte dazu. Momentan liegen ihre Umfragewerte bei 14,5 Prozent

Die AfD schwankte bereits in den letzten Umfragen zwischen 13 und 15 Prozent. Auch laut der aktuellen Umfrage wäre ihr mit einem Ergebnis von 14 Prozent der Platz im Abgeordnetenhaus gesichert.

Die FDP würde momentan unterSpitzenkandidat Sebastian Czaja 6,5 Prozent der Wählerstimmen erhalten und damit den Einzug in das Abgeordnetenhaus schaffen. 

Für die Piraten stehen die Aussichten auf einen Platz im Abgeordnetenhaus weniger gut: Für die Partei liegen ausschließlich Umfragewerte des Forsa-Instituts vom 15.09.2016 vor. Hier erhalten die Piraten 3 Prozent, bei der Wahl 2011 waren es für sie noch über 8 Prozent. Sonstige erhalten 9 Prozent.

Wahl zum Abgeordnetenhaus in Berlin 2016: Wahl-O-Mat für unentschlossene Wähler

Aktuellen Umfragen zufolge sollen viele Berliner Bürger noch unentschlossen sein, für welche Partei sie am 18. September stimmen werden. Vor allem SPD-Wähler seien laut Forsa hiervon betroffen. Außerdem gibt es über 70.000 Erstwähler, die in diesem Jahr zum ersten Mal bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus in Berlin abstimmen dürfen. Als Hilfe für diese gibt es den Wahl-O-Mat, bei dem unentschlossene Wahlberechtigte ein paar Fragen zu ihren politischen Bedürfnissen und Anliegen beantworten müssen. Diese wurden zuvor auch von den antretenden Parteien beantwortet. Die Übereinstimmung der Ergebnisse kann letztendlich zeigen, welche Partei den Bedürfnissen des Wählers am besten entspricht und eine Entscheidungshilfe für die Wahl sein. Dies ist jedoch nicht in allen Bundesländern eine Selbstverständlichkeit: Bei der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern gab es diese Möglichkeit für Wähler beispielsweise nicht, da SPD und CDU an der Beantwortung der Fragen nicht teilnehmen wollten.

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