1. Heidelberg24
  2. Auto & Service

Expertentipps: So holen Sie Ihr Auto aus dem Winterschlaf

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Expertentipps: So holen Sie Ihr Auto aus dem Winterschlaf
Cabrio-Fahrer können ihre Autos langsam wieder aus der Garage holen. © picture alliance / dpa

Aufgrund der Corona-Beschränkungen verharren Autos vielerorts länger im Winterschlaf. Was gilt es bei langen Standzeiten zu beachten?

Wegen den Beschränkungen durch die Coronakrise bleiben viele Autos derzeit sehr lange stehen. Wer sein Auto nach dem Winter gar nicht erst aus Garage geholt hat, sollte auf einige Dinge achten.

So holen Sie Ihr Auto aus dem Winterschlaf

Thomas Obernesser, Reifen-Experte aus dem Michelin Center für Training und Information hat dafür einige hilfreiche Tipps: Wer ein Auto* aus dem Winterschlaf holen möchte, sollte verschiedene Aspekte beachten. Nach langer Standzeit gilt es zunächst, die Batterie zu überprüfen. Viele elektronische Komponenten wie etwa Alarmanlagen und Navigationssysteme benötigen, auch wenn der Motor im Stillstand ist, Energie. Sie ziehen sich diese aus der Batterie. Mit der Folge, dass nach einer Weile die Leistung der Batterie nicht mehr ausreicht, den Motor zu starten.

Daher ist es empfehlenswert, die Batterie regelmäßig zu überprüfen. Im Idealfall liegt ihre Spannung zwischen 12,4 und 12,7 Volt. Bei langen Standzeiten ist ein Batteriepflegegerät, das in regelmäßigen Abständen die Batterie lädt, sinnvoll.

Lesen Sie auch: Coronavirus: Darf ich noch eine Spritztour mit dem Auto und Motorrad machen? Was geht und was nicht

Überprüfen Sie den Ölstand und die Reifen

Wenn die Motorhaube schon geöffnet ist, lässt sich auch gleich der Ölstand checken. Es sollte auch kontrolliert werden, wann der letzte Ölwechsel stattgefunden hat. Die Autohersteller geben Richtlinien, in welchem Zeitabstand oder nach welcher Kilometerleistung dies erfolgen sollte. Im Serviceheft des Fahrzeugs ist der letzte Ölwechsel vermerkt.

Ein Blick auf die Reifen* gehört ebenfalls zum Check. Sind die Reifen noch in Ordnung? Haben Sie genügend Profiltiefe? Und ganz wichtig: Wie sieht es mit dem Luftdruck aus? Der Fahrzeughersteller informiert über den richtigen Luftdruck. Angaben dazu finden Autobesitzer zum Beispiel in der Bedienungsanleitung oder auf einer Plakette in der Türfalz von Fahrer- oder Beifahrerseite und auf der Innenseite des Tankdeckels.

Platte Reifen wirken sich negativ auf die Bremsen aus

Den Luftdruck sollte man regelmäßig, mindestens alle vier Woche überprüfen. Nur mit korrektem Luftdruck kann ein Reifen optimal die Antriebskräfte übertragen, optimal in die Fahrzeugelektronik wie ESP eingebunden sein und den Kontakt zur Fahrbahn sicher herstellen. Auch die Bremseigenschaften sind vom Luftdruck abhängig. Zudem hat ein falscher Luftdruck negative Auswirkungen auf den Verbrauch des Fahrzeugs sowie auf die Haltbarkeit der Reifen.

Wer einen sogenannten Standplatten am Fahrzeug bemerkt, lässt am besten eine Werkstatt beziehungsweise einen Reifenfachmann abklären, ob der Reifen nur Luft verloren hat oder ob er für den Laien unsichtbare Beschädigungen aufweist. Gegebenenfalls ist eine Neuanschaffung erforderlich.

Lesen Sie auch: Zehn Tipps für den Autofrühling

TÜV: Sonderregelungen während der Coronakrise

Ein Blick auf die sogenannte TÜV*-Plakette verschafft Klarheit, wann das Fahrzeug wieder zur Hauptuntersuchung* (HU) gebracht werden muss. Hat man die anstehende HU verpasst, muss man nicht in Panik verfallen. Vor dem Hintergrund der Coronakrise hat das Bundesverkehrsministerium den für die HU zuständigen Bundesländern empfohlen, Fristüberschreitungen um bis zu vier Monate nicht zu ahnden.

Das müssen Cabrio-Besitzer besonders beachten

Cabrio-Besitzer überprüfen die Funktionsfähigkeit der Dachkonstruktion. Falten sich das Gestänge und die Verdeckteile korrekt zusammen? Falls etwas klemmt, hilft ein Besuch in einer Werkstatt. Falls Mäuse am Stoffverdeck geknabbert haben, muss der Schaden behoben werden.

Wenn es dann zur ersten Ausfahrt nach langer Standzeit geht, sollten Autofahrer es ruhig angehen lassen. Der sich auf den Bremsscheiben angesammelten Schmutz und Rost sollte durch leichtes und mehrmaliges Abbremsen beim Anfahren verschwinden.

Auch interessant: Kann ich mein Auto derzeit in der Werkstatt reparieren lassen?

Dirk Schwarz/SP-X

Fotostrecke

*tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

Auch interessant

Kommentare