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Restalkohol - wie gefährlich ist das Autofahren am Morgen danach?

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Nach einer durchzechten Nacht sollten Autofahrer erst nach einer ausgiebigen Ruhezeit wieder ans Steuer.

Der Besuch auf dem Weihnachtsmarkt wurde feuchtfröhlicher als geplant und am Morgen spüren Sie immer noch etwas davon? Dann sollten Sie lieber nicht hinters Steuer.

Wer betrunken hinter dem Steuer erwischt wird, bekommt großen Ärger. Deshalb heißt es in solchen Fällen, Auto stehen lassen, nach Hause bringen lassen und den Rausch ausschlafen. Doch Vorsicht: Es lauert auch am Morgen danach eine große Gefahr, die viele unterschätzen.

Vorsicht bei Restalkohol im Blut

Denn nach einer alkoholreichen Nacht kann immer noch Restalkohol im Körper sein. Der ADAC warnt davor, sich in so einem Fall ins Auto zu setzen. Passiert in so einer Situation ein Unfall, kann es schon ab 0,3 Promille Blutalkohol eine Geld- oder Freiheitsstrafe geben. Zudem drohen Punkte in Flensburg und der Führerscheinentzug.

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Wann baut sich Restalkohol ab?

Es gibt keine eindeutige Antwort darauf, wie schnell Restalkohol im Körper abgebaut wird. Dies hängt von zahlreichen Faktoren ab. Dazu gehören Größe, Gewicht, Alter und auch Geschlecht. Wie die Alkohol-Aufklärungs-Website "Kenn dein Limit" schreibt, vertragen Frauen in der Regel weniger Alkohol als Männer.

Als grobe Faustregel schlägt die Website vor: Frauen bauen pro Stunde 0,1 Promille ab. Bei Männern ist der Wert nur minimal höher. Diese bauen 0,1 bis maximal 0,2 Promille in der Stunde ab. So würde eine Frau bei einem Gewicht von 55 Kilogramm etwa drei Stunden brauchen, um den Promillewert eines 0,25 Liter großen Bieres abzubauen. Bei einem 80 Kilogramm schweren Mannes wären es ein bis zwei Stunden.

Solche Berechnungen sind allerdings nur Orientierungswerte, erklärt der ADAC. Es spielen auch die Tagesform, der Ernährungs- sowie Gesundheitszustand eine Rolle. Es gebe auch kein Wundermittel, dass den Promille-Abbau beschleunige - weder schlafen, schwitzen, duschen oder Kaffee trinken.

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Alkohol am Steuer: Diese Promillegrenzen gelten im Auto

Für Personen vor Vollendung des 21. Lebensjahres und ältere Fahranfänger in der Probezeit gilt bei Fahrten mit dem Kraftfahrzeug die Null-Promille-Grenze. Wer dagegen verstößt, muss 250 Euro Geldbuße zahlen und erhält einen Punkt in Flensburg. Zudem wird ein Aufbauseminar verhängt und die Probezeit von zwei auf vier Jahre verlängert.

Für Autofahrer über dem 21. Lebensjahr und außerhalb der Probezeit gilt die 0,5-Promille-Grenze. Als Strafe drohen bis zu 1.500 Euro Bußgeld, mindestens ein Monat Fahrverbot und zwei Punkte. Allerdings drohen bereits ab 0,3 Promille drei Punkte in Flensburg, Führerscheinverlust und Geldstrafen, wenn Autofahrer in diesem Zustand einen Unfall bauen oder alkoholtypische Ausfallerscheinungen zeigen.

Ab 1,1 Promille liegt eine absolute Fahruntüchtigkeit vor und wer trotzdem fährt, begeht eine Straftat. Eine medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) ist ab 1,6 Promille vorgeschrieben. Diese wird auch bei wiederholten Trunkenheitsfahrten angeordnet.

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anb

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