Fahrbericht

Rock´n´Roll auf vier Rädern - der VW T-Roc im Alltagstest

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Wir haben den neuen Volkswagen T-Roc getestet.

Dieser VW roct. Cooles Design, solide Technik – bei den Zulassungszahlen hat sich der T-Roc mittlerweile direkt hinter VW-Megaseller Tiguan platziert. Doch wie gut ist er im Alltagsbetrieb? Wir haben ihn getestet.

Lüften wir zuerst das Geheimnis seines Namens. Das T kommt von den beiden erfolgreichen Volkswagen Tiguan und Touareg – und der Roc ist wirklich eine Anlehnung an das englische Wort Rock.

So viel kostet der VW T-Roc

Für on the rocks, also für Stock und Stein, ist der T-Roc allerdings nur bedingt geeignet. Zwar verfügt das auf dem VW-Golf basierende Modell über eine ordentliche Bodenfreiheit von 16 Zentimetern. Und auch ein Allradantrieb ist zu haben – allerdings nur in den Spitzenmotorisierungen.

Der 190-PS-Benziner muss es dann schon sein, wahlweise auch der 2,0-Liter-Diesel mit 150 PS – sonst rückt VW den Vierradantrieb namens 4motion gar nicht erst heraus. Und die kosten: Beim Diesel-Allradler blecht man um satte 12.000 Euro mehr als für das Basismodell (also knapp 33.000 Euro). Für den feinen Turbo-Vierzylinder muss man 32.000 Euro berappen. Der Preis ist heiß – deshalb prüfe sich, wer wirklich ein geländegängiges Fahrzeug haben will, weil man dann mit der ein oder anderen sinnvollen Sonderausstattung dann schon mal bei 47.000 Euro landen kann. Und das ist viel für einen so genannten Kompakt-SUV.

Das verbraucht der VW T-Roc

Unser Testauto war eine Klasse tiefer angesiedelt. Der grundsolide 1,5-Liter-Turbo-Benziner mit 150 PS, dazu eine Sechsgang-Handschaltung (ab 26.000 Euro). Damit rockt man beim Ampelstart nicht unbedingt die Straße und auch der Spurt von 0 auf 100 braucht seine achteinhalb Sekunden. Aber das maximale Drehmoment von 250 Nm liegt dafür schon zwischen 1500 und 3500 Umdrehungen an. Auch wenn diese Drehmoment-Bandbreite auf eine homogene Fahrkultur hindeutet, in der Praxis ist es dann doch besser, wenn man sich in den höheren Drehzahlbereichen bewegt. Erst dann wird aus dem T-Roc auch ein Rock´n´Roll-Star. So ab 2500 Umdrehungen liefert der Motor auch den passenden Sound dazu.

Beim Test lag der Verbrauch des T-Roc eindeutig höher als von Volkswagen angegeben.

Im Alltagsbetrieb jedoch lässt es sich gut im unteren Drehzahlbereich herumdümpeln. Das tut auch dem Verbrauch gut. Denn mit den von Volkswagen angegebenen 5,3 Litern sind wir nicht ansatzweise ausgekommen. Trotz eingebauter Zylinderabschaltung, die man im Fahrbetrieb kaum merkt. Wir fügen eine 7 vor dem Komma dazu – dieser Verbrauch ist realistischer. Beim Fahrkomfort hingegen mussten wir keine Abstriche machen. Im T-Roc hat man wie in jedem SUV einen guten Überblick, dazu kommt die Wendigkeit des 4,23 Meter langen und zwei Meter breiten Kompaktwagens. Und wer dann noch die Rückfahrkamera bestellt (Aufpreis 250 Euro) – Einparken war noch nie so smart wie mit dem T-Roc.

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Platz genug? So viel Stauraum bietet der T-Roc

Auch beim in puncto Platz punktet der T-Roc. Vorne sitzt man wie im Golf und auch hinten haben die Passagiere ordentlich Bein- und Kopffreiheit. Fast schon taxitauglich – der T-Roc. Der Kofferraum bietet Platz für 445 Liter Minimum, legt man die Rücksitze um, passen bis zu 745 Liter rein. Und bei Oberlippe Unterkante, also bei Ausnützung jedes noch so kleinsten Kubiks bis unter das Dach, werden daraus sogar 1145 Liter.

Der neue Volkswagen T-Roc bietet bei umgelegten Sitzen bis zu 745 Liter Stauraum.

Ohne die Bank umlegen zu müssen, haben wir den Testbetrieb absolviert. Sogar am Samstag wo das Transportaufkommen traditionell am höchsten ist, reicht der Platz dicke: zwei Träger Wasser, ein Träger Craft-Beer – dazu noch Papiermüll und Glasabfälle. Passt.

VW T-Roc: Darauf sollten Sie beim Kauf achten

Gestört hat nur die Ladekante, die mit einer Höhe von 78 Zentimetern relativ hoch ist. Gott sei dank weist sie nur eine marginale Stufe auf, so dass man bequem be- und entladen kann. Womit wir beim Design wären. Das ist richtig ruppig, kantig und rockig. "We all wanna be big rock stars!"

Aber Vorsicht bei der Farbauswahl. Dunkle Töne wie Black Oak lassen das auffällige Blechkleid fast verschwinden. Am besten nimmt man die Kombination Kurkuma-Gelb und schwarzes Dach. So sieht der T-Roc wirklich stylish aus. Leider gibt es diese Farbe nur bei der Style-Ausstattung. Bei der Konfiguration Sport muss man auf die Kombination Pure-White Schwarz ausweichen, damit die Designer-Karosserie ihre volle Wirkung entfalten kann. Fazit: Der T-Roc von VW ist so gut wie echter Rock´n´Roll: Hart, gerade, ehrlich: LeTs-Roc.

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Rudolf Bögel

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