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10 Experten-Tipps: Sommer, Sonne, Autofahrt

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Von: Hans Moritz

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Die Sommerferien stehen vor der Tür, der Urlaub ruft. Damit der Weg in die schönste Zeit des Jahres kein Höllentripp wird, haben wir Rat bei Experten eingeholt.

Thomas Kurz und Torsten Milarg vom ADAC-Fahrsicherheitszentrum in Schlüsselfeld geben wertvolle Tipps. 

Wann ist der ideale Start-Zeitpunkt?

Thomas Kurz: „Das ist von Fahrer zu Fahrer unterschiedlich. Die einen können auch nachts fahren, andere müssen ausgeschlafen sein.“

Wann soll man eine Pause machen?

„Auch das hängt vom Fahrer ab“, so Kurz. „Wer viel unterwegs ist, muss nicht so oft pausieren.“ Wer nicht so viel Erfahrung habe, sollte alle eineinhalb bis zwei Stunden rechts ranfahren. „Mitunter reicht es, sich mal die Füße zu vertreten“, so der Trainer.

Woran merkt man, dass man anhalten sollte?

Da ist Kurz kompromisslos. „Wer sich die Augen reibt, wer immer wieder gähnt oder wem gar die Augen zufallen, der sollte sofort stoppen.“

Helfen Kaffee und Energydrinks?

„Höchstens kurzfristig. Sie ersetzen aber keine Pause“, sagt Kurz. Generell raten Experten: Viel trinken, vor allem Wasser, oft Saftschorlen. Ein Vorrat ist sinnvoll, denn so übersteht man einen Stau in sengender Sonne leichter.

Wie reisen Kinder richtig?

Der Fahrlehrer sieht den Nachwuchs lieber auf der Rückbank. „Bis zu einer Körpergröße von 1,50 Metern muss das Kind in einem speziellen

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ADAC-Experte Thomas Kurz.

Sitz oder auf einer Erhöhung Platz nehmen.“ Rot sieht der Experte, wenn sich Kinder zum Schlafen abschnallen und sich auf die Rückbank legen dürfen. „Geht gar nicht“, meint Kurz, „entweder das Kind schläft im Sitz, oder das Auto steht, so lange das Kind schläft.“ Wer nicht gerade sitze, drohe bei einem Unfall aus dem Gurt zu rutschen - eine tödliche Gefahr. Und: Die Füße des Beifahrers haben auf dem Armaturenbrett nichts verloren! „Wenn es kracht, gibt es scheußliche Verletzungen. Der Airbag schützt dann nicht, sondern wirkt wie ein Fallbeil.“ Apropos starke Kräfte: In Limousinen sollten Gegenstände auf der Hutablage vermieden werden. Ein Straßenatlas kann bei einer starken Bremsung die Kraft eines Geschosses entfalten.

Wie belade ich mein Auto richtig?

Der Sicherheitstrainer rät: „Schwere Sachen gehören unten möglichst direkt an die korrekt (!) eingerasteten Rücksitzbänke.“ Wer über die Lehne hinausschichte, braucht ein Gitter oder Netz - „das auch sicher befestigt ist“. Denn: „Ein lose im Kofferraum stehender Wasserkasten kann bei einer Vollbremsung durch die Sitzwand brechen.“

Sitze ich als Fahrer richtig?

Fahrlehrer Torsten Milarg gibt sich keiner Illusion hin: „Die große Mehrheit der Fahrer sitzt völlig falsch im Auto.“ Den Hinweis auf einen leichten Winkel im Knie, wenn das Bremspedal durchgetreten ist, würden die meisten noch beherzigen. Anders ist es bei der Neigung der Lehne. „Wenn ich ans Lenkrad fasse, müssen meine Arme leicht angewinkelt sein. Der gesamte Rücken bis zu den Schultern muss vom Sitz umfasst werden“, erklärt Milarg. Im Alltag sehe es freilich anders aus: „Viele Lehnen sind zu stark geneigt und bieten bei einem Aufprall zu wenig Halt.“ Kopfstützen müssen am Hinterkopf anliegen.

Wie halte ich das Lenkrad richtig?

Milarg rät davon ab, einarmig mit der Hand oben auf dem Lenkrad zu

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Hier fliegen höchstens Hütchen: regelmäßige Fahrtrainings helfen im Alltag.

fahren. „Da reicht ein Heckaufprall, dass der Airbag auslöst, und der Fahrer die eigene Hand bzw. Armbanduhr voll ins Gesicht bekommt.“ Sein Tipp: Das Lenkrad auf der 9- und 3-Position halten - „und bitte den Daumen nicht ins Lenkrad“. Ein Rumpler über den Bordstein würde dann reichen, „dass beide Daumen brechen“.

Wie verhalte ich mich, wenn es vor mir eng wird?

Der Sicherheitstrainer: „Mit aller Kraft in die Eisen steigen - auch bei Regen. ABS und ESP halten Sie in der Spur.“ Dieser Tipp kann Leben retten: „Wenn Sie merken, dass Sie auf einen Baum zufahren, schauen Sie ihn nicht an. Richten Sie den Blick durch den Raum  zwischen den Hindernissen.“ Was viele nicht wissen: Der Mensch lenkt automatisch dorthin, wohin sein Blick gerichtet ist.

Wie bekommt mein Auto Urlaubsgefühle?

Die Experten raten zu einem Check: Öl-, Kühl- und Wischwasser-Stand, Reifendruck und Beleuchtung. Also dann: Schöne Sommerferien und eine gute und sichere Reise. 

Hans Moritz

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