Erster Eindruck vom Hybrid

Ein Doppelherz für den VW Passat

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Äußerlich ist der Hybrid nur an der blauen Leiste oberhalb des Kühlergrills erkennbar.

Nach dem Golf GTE setzt VW auch den Passat unter Strom. Den Langstreckler gibt’s ab August erstmals auch mit einem sparsamen Hybridantrieb. Erster Eindruck vom VW Passat GTE.

Angetrieben wird der Passat GTE durch einen 156 PS starken 1,4 Turbobenziner sowie einen 115-PS-Elektromotor mit einer Systemleistung von 218 PS. Rein elektrisch schafft der GTE laut Werksangaben theoretisch bis zu 50 Kilometer. Der Basispreis für die Limousine beträgt 44 250 Euro – in der Kombiversion Variant kostet er 1000 Euro mehr. Wir sind den Passat mit den zwei Herzen schon mal gefahren.

Optisch unterscheidet sich der GTE nur geringfügig vom Standardmodell: Eine blaue Querspange im Kühlergrill, in dem auch die Ladesteckdose untergebracht ist, sowie ein neu designter Stoßfänger mit c-förmigen LED-Tagfahrlicht-Signaturen sind die äußeren Erkennungsmerkmale des Stromers.

Unter der Haube hat der GTE eine umfangreiche Hightech-Serienausstattung. Im Inneren erhielt er edle Alu-Applikationen, blaue Ambientebeleuchtung sowie blaue Ziernähte an Sitzen, Lenkrad und Schaltknauf. Ein spezielles Kombi­instrument zeigt Stromverbrauch und Ladestand des Plug-in-Hybridantriebs.

Sauber im Elektromodus: Autor Uwe Fajga beim Laden des GTE an der Steckdose.

Zum Fahrtest: Lautlos rollt unser Passat mit Steckdosenanschluss los. Bei voller Batterie startet der serienmäßig mit einem 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe (DSG) ausgestattete GTE stets im Elektromodus. Dabei erweist sich der 85-kW-Elektromotor als kleines Kraftpaket: Das Drehmoment von 330 Nm beschleunigt den 1,7 Tonnen schweren GTE beim Anfahren überraschend fix. Im E-Modus ist bei Tempo 135 km/h allerdings Schluss.

Trotz moderater Fahrweise war unser rein elektrischer Fahrspaß bereits nach 36 Kilometern beendet, die Batterie leer. Automatisch schaltet sich dann kaum hör- und spürbar der 156 PS starke Turbobenzinmotor zu.

Der Verbrenner lässt sich im E-Modus jederzeit durch einen beherzten Tritt aufs Gaspedal oder das Drücken der GTE-Sporttaste auf der Mittelkonsole starten. Im Hybridmodus sprintet die GTE-Limousine in sportlichen 7,4 Sekunden auf 100 km/h und schafft in der Spitze maximal 225 km/h. Dann lädt der Benziner die Batterie zwar ständig nach, kommt im Schnitt aber auch schnell auf mehr als sieben Liter Spritverbrauch auf 100 km.

Bei unserer Ausfahrt benötigt unser GTE nach 70 Kilometern Fahrstrecke– davon 36 rein elektrisch – laut Bordcomputer hochgerechnet 3,1 Liter pro 100 Kilometer.

Für umweltbewusste Pendler

Richtig sparsam ist man nur mit rein elektrisch absolvierten Kilometern unterwegs: Bei einem Strompreis von 28,81 Cent pro Kilowattstunde und einem Verbrauch von 12,2 kWh kosten 100 elektrisch gefahrene Kilometer lediglich 3,50 Euro – doch die an einem Stück zurückzulegen ist ja leider noch nicht möglich.

Luxuriöses Cockpit im VW Passat GTE. 

Interessant dürfte der Passat GTE daher vornehmlich für umweltbewusste Pendler sein, die auf dem Weg zur Arbeit nur Strecken bis zu 40 Kilometern zurücklegen und die am Arbeitsplatz sowie zu Hause die Möglichkeit haben, die Batterie aufzuladen – idealerweise mit eigener Solaranlage. An der normalen Steckdose beträgt die Ladezeit vier Stunden. An der Wallbox, die VW für 1000 Euro inklusive Installation anbietet, ist der GTE in schnellen zweieinhalb Stunden wieder startklar.

Uwe Fajga

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