Wechseltermin verpasst

Wie Versicherte trotzdem noch ihre Kfz-Versicherung wechseln können

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Solche Unfälle wie bei diesem Crash-Test passieren täglich auf Deutschlands Straßen - eine gute Kfz-Versicherung ist in solchen Momenten Gold wert.

Der 30. November gilt als der letzte Wechseltermin für die Kfz-Versicherung. Wer ihn verpasst ist für ein weiteres Jahr an seinen Versicherer gebunden.

Aber stimmt das wirklich oder ist das eher eine urbane Legende? Fakt ist, dass bis vor einigen Jahren Kfz-Versicherungsverträge das Kalenderjahr beachteten und somit vom 01.01. bis zum 31.12. liefen. Dies ist heute jedoch längst nicht mehr grundsätzlich der Fall. Zudem gibt es noch weitere Wechselmöglichkeiten. Dieser Artikel zeigt auf, unter welchen Umständen Versicherungsnehmer jetzt noch wechseln können.

Wechselsaison schon lange nicht mehr so streng

Früher galt das Kalenderjahr fast ausnahmslos als Versicherungsjahr. Wann immer ein Versicherungsnehmer einen neuen Vertrag schloss, er endete zum 31.12. und verlängerte sich um ein Jahr, wenn nicht bis Ende November gekündigt wurde. Diese Handhabung war damals einfacher, da die Verträge oft nur mit sehr umständlicher Computerunterstützung gepflegt wurden und auf diese Weise ein fester Endzeitpunkt vorlag. Und mittlerweile? Ein Überblick:

  • Startzeitpunkt – wie auch früher, kann die Kfz-Versicherung zu jeder Zeit abgeschlossen werden. Wer sich beispielsweise am 15.12. ein neues Auto kauft und es nun versichert, hat den 15.12. als Versicherungsbeginn.
  • Endpunkt – der Kfz-Versicherungsvertrag läuft, sofern nichts Anderes vereinbart ist, immer ein Jahr. Im obigen Beispiel endet das Versicherungsjahr für diesen Vertrag am 14.12. des kommenden Jahres.
  • Kündigung – sie beträgt weiterhin einen Monat zum Endpunkt. Um rechtzeitig zu kündigen, muss die Kündigung daher spätestens am 14.11. bei der Versicherung eingehen.

Es lässt sich jedoch niemals generalisieren, wann eine Kfz-Versicherung gekündigt werden kann. Einzig der Versicherungsvertrag entscheidet, weshalb jeder, der wechseln möchte, unbedingt die Bedingungen des Vertrags durchlesen sollte. Alternativ ist die Kfz-Versicherung auch verpflichtet, Auskunft darüber zu geben, wann der Vertrag endet.

Wann kann die Kfz-Versicherung gewechselt werden?

Wer zum Vertragsende kündigt, kann die Kfz-Versicherung oder den Tarif immer kündigen. Hier gibt es keine Ausnahmen oder Ausschlüsse. Wichtig ist nur, dass die Kündigung rechtzeitig eingeht und die wichtigen Informationen aufweist. Das ist neben der Versicherungsnummer auch das Kfz-Kennzeichen des versicherten Fahrzeugs. Wer knapp dran ist, kann die Kündigung auch vorab per E-Mail schicken, beziehungsweise erst abfotografieren und dann als Anhang schicken. Die schriftliche Kündigung wird nun noch per Post versandt. Da die Kündigung vorab schon in digitaler Form vorliegt, wurde die Frist eingehalten. 

Neben dem normalen Vertragsende gibt es jedoch weitere Gründe, aus denen die Kfz-Versicherung außerordentlich während der Laufzeit gekündigt werden kann:

  • Preiserhöhung – erhöht die Versicherung die Beiträge, ist eine außerordentliche Kündigung innerhalb von dreißig nach nach Zugang des Schreibens möglich. Diese Möglichkeit der Kündigung besteht jedoch nicht, wenn die Beiträge aufgrund des Kundenverhaltens steigen. Zieht der Versicherungsnehmer vom Land in die Stadt und gilt hier eine neue Ortsklasse, besteht kein Grund zur außerordentlichen Kündigung. Dasselbe gilt für Beitragserhöhungen aufgrund von Unfällen. 
  • Versicherungsschaden – nach dem Ausgleich eines Versicherungsschadens können beide Seiten außerordentlich kündigen. Kfz-Halter können daher auch bei einem vollends bezahlten und ausgeglichenen Schaden die Versicherung wechseln, wenn sie es wünschen. 
  • Abmeldung – sobald ein Fahrzeug verkauft, verschrottet oder abgemeldet wird, erlischt die Versicherung ohnehin. Wer ein neues Fahrzeug kauft, muss dieses wieder mit einem neuen Vertrag versichern, da die Fahrzeugbedingungen höchstwahrscheinlich unterschiedlich sind (neues Fabrikat, Leistungsstärke).

Die Sonderkündigung hat – mit Ausnahme der Abmeldung – immer eine Frist von einem Monat ab Erhalt des Versicherungsschreibens. Sicherheitshalber sollte die Sonderkündigung jedoch immer mit einer ordentlichen Kündigung zum Vertragsende verknüpft werden. Wird die außerordentliche Kündigung nicht anerkannt, endet der Vertrag zum Vertragsende.

Was sollte beim Wechsel beachtet werden?

Es ist verlockend, beim Versicherungswechsel auf den Preis zu schauen. Natürlich möchte jeder Autofahrer sparen, doch gilt bei der Kfz-Versicherung, nicht am falschen Ende zu sparen. Dafür ist sie viel zu wichtig. Zudem ist es häufig so, dass schon für denselben Beitrag ein verbesserter Vertrag möglich ist. Ein günstiger Tarif umfasst also möglichst ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis. Grundsätzlich sollte auf folgende Punkte geachtet werden:

  • Deckungssummen – sie sind das wichtigste Element jeder Kfz-Versicherung. Nur wenige Versicherungsgesellschaften arbeiten noch mit den gesetzlichen Mindestsummen, stattdessen erhöhen sie diese von sich aus. Personen- und Vermögensschäden sollten immer mit mindestens 100 Millionen Euro abgesichert sein. Auch für Sachschäden sollte nach Möglichkeit ein Millionenbetrag ausgewiesen sein.
  • Kaskoversicherungen – welche Leistungen sind inkludiert? Gerade bei der Vollkaskoversicherung sollte eine vernünftige Regelung bezüglich des Totalschadens enthalten sein. Hier gilt, dass die Neu-/Gebrauchtpreisentschädigung für möglichst 24 Monate im Vertrag stehen sollte. Ist dies nicht der Fall, zahlt die Versicherung nur den Wiederbeschaffungs- oder Restwert, die beide weit unter dem Neuwagenpreis oder dem Gebrauchtwagenpreis liegen, sofern ein Gebrauchtwagen versichert wurde.
  • Besonderheiten – wie verhält sich der Tarif in Beziehung zum Schadensfreiheitsrabatt und weiteren Sonderkonditionen?
  • Selbstbeteiligungen – inwieweit kann eine Selbstbeteiligung genutzt werden, um die Beiträge zu verringern? Wichtig ist hier, einen Wert zu wählen, der garantiert bezahlt werden kann. Eine Selbstbeteiligung von 750,00 Euro nützt einem Kfz-Halter nichts, wenn er nicht anstandslos in der Lage ist, das Geld zu bezahlen.
  • Werkstattbindung – auch sie minimiert die Beiträge, lohnt sich aber nicht immer. Bei manchen Finanzierungen sind bereits Werkstätten vorgegeben. Zudem ist darauf zu achten, ob überhaupt die möglichen Werkstätten in der Nähe sind. Gerade in ländlichen Gebieten kann es gut sein, dass die vertraglich genannte Werkstatt fünfzig Kilometer entfernt liegt.
Bei der Kfz-Versicherung genau hinschauen, um am Ende nicht unnötig zu viel zu bezahlen.

Natürlich ist auch der Preis wichtig. Kfz-Halter sollten beim Wechseln immer hingehen und einen Versicherungsvergleich durchführen. Das ist online sehr einfach und ermöglicht es Kfz-Haltern, innerhalb weniger Minuten die besten Kandidaten zu finden. 

Fazit – der Wechsel kann noch funktionieren

Je nach Vertrag ist es durchaus möglich, auch jetzt noch die Kfz-Versicherung zu wechseln. Ob das geht, zeigt jedoch nur ein Blick in den Vertrag. Anderenfalls gibt es teilweise Optionen zur Sonderkündigung, doch hat hier der Kunde nur in bestimmten Fällen Einfluss auf die Kündigungsmöglichkeit. Ausschließlich wegen des Preises ist es nicht ratsam, die Autoversicherung zu wechseln. 

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