Einsatz-Drama in Bad Schussenried

Polizei erschießt Psychiatrie-Patienten – woher hatte er das Messer?

Der Tatort in der Innenstadt von Bad Schussenried
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Der Tatort in der Innenstadt von Bad Schussenried

Bad Schussenried - Zwei Menschen fliehen in Baden-Württemberg aus einer Psychiatrie – jetzt ist einer von ihnen tot. Die neusten Details zum Fall:

  • Schüsse bei Polizei-Einsatz in Bad-Schussenried (Baden-Württemberg*)
  • Psychiatrie-Patient auf der Flucht erschossen, weitere Patientin verletzt.
  • Mann und Frau sollen die Beamten mit Messern bedroht haben.

Update vom 17. Juli: Ein 29-jähriger Mann und eine 43 Jahre alte Frau sind am Mittwoch aus einer Psychiatrie in Bad Schussenried (Kreis Biberach) geflüchtet. Sie sollen erst eine Geschäftsinhaberin in der Innenstadt und dann zwei alarmierte Polizisten mit Messern bedroht haben. Als das Duo trotz Aufforderung die Messer nicht weglegen will, schießen die Beamten. Der Mann wird an der Hüfte getroffen und stirbt später im Krankenhaus. Auch die 43-Jährige wird angeschossen, schwebt aber nicht in Lebensgefahr.

Die Messer können noch am Tatort in der Innenstadt sichergestellt werden. Es handelt sich dabei um eine Cuttermesser (Teppichmesser) und ein Einhandmesser. Das Einhandmesser ist ein Taschenmesser, welches mit einer Hand geöffnet werden kann.

Bad Schussenried: Woher hatten die Psychiatrie-Patienten Messer?

Woher und warum die geflohenen Patienten der Psychiatrie in Bad Schussenried die Messer hatten, sei derzeit noch unklar, sagt eine Sprecherin der Behörde. Manche Patienten der Psychiatrie hätten zwar unter bestimmten Umständen auch Umgang mit Haushaltsutensilien wie Küchenmessern, so der Leiter des Zentralbereichs Maßregelvollzugs, Udo Frank: „Ein Waffenbesitz ist aber grundsätzlich nicht erlaubt.“

Bad Schussenried: Wie konnten die Patienten aus der Psychiatrie fliehen?

Der Mann und die Frau seien seit mehreren Jahren auf gerichtliche Anordnung in der Psychiatrie untergebracht. In den vergangenen Jahren hätten sie sich jedoch bewährt und einige Lockerungen erhalten, so dass sie sich frei bewegen konnten, erklärt Frank. Allerdings hätten sie sich auch an die geltenden Regeln halten und den Weisungen der Mitarbeiter Folge leisten müssen.

Am Mittwoch seien die Beiden in eine Wohngruppe geschickt worden, um dort einen Alkohol- und Drogentest zu machen, so Frank. Dabei hätten der 29-Jährige und die 43-Jährige dann unerlaubt das Gelände verlassen.

Bad Schussenried: Geflohene Psychiatrie-Patienten bedrohen Polizisten mit Messern - Beamter schießt

Erstmeldung vom 15. Juli: In Baden-Württemberg ist ein 29-jähriger Patient einer Psychiatrie durch Polizei-Schüsse getötet worden. Nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft vom Mittwoch war er zuvor mit einer 43-jährigen Frau aus der Psychiatrie in der oberschwäbischen Stadt Bad Schussenried geflohen. Auch die Frau wurde bei dem Polizei-Einsatz angeschossen und verletzt. Wie HEIDELBERG24* berichtet, sollen beide die alarmierten Polizisten mit Messern bedroht haben.

Bad Schussenried: Psychiatrie-Patient auf der Flucht von Polizei erschossen – der dramatische Einsatz

Die Klinik für forensische Psychiatrie in Bad Schussenried hatte die Polizei am Mittwochmorgen verständigt, weil der Mann und die Frau sich unerlaubt aus dem offenen Maßregelvollzug entfernt hatten. Beide waren dort seit mehreren Jahren nach gerichtlicher Anordnung untergebracht. Zwei Polizeibeamte trafen den Mann und die Frau in der Innenstadt von Bad Schussenried an. Kurz vor 9 Uhr war ein weiterer Notruf eingegangen, weil dort eine Geschäftsinhaberin mit einem Messer bedroht worden sein soll.

Den Angaben der Polizei zufolge trugen beide Psychiatrie-Patienten jeweils ein Messer mit sich. Der 29-Jährige soll einen der beiden Polizisten damit verfolgt haben. Den Angaben nach legte er es trotz Aufforderung nicht ab, woraufhin der Polizist von seiner Dienstwaffe Gebrauch machte. Der Schuss traf den 29-Jährigen im Hüftbereich und verletzte ihn schwer. Kurz darauf starb er in einem Krankenhaus. Eine weiterer Flüchtiger beschäftigt gerade ein Großaufgebot der Polizei in Oppenau: Der 31-jährige Yves R. entwaffnete am Sonntag vier Polizisten und ist seitdem spurlos verschwunden*.Die Polizei Offenburg nennt Details zur Flucht von Yves R. in Oppenau. Bei der Festnahme spricht der 31-Jährige, wie er sich vor den Beamten verstecken konnte und wie er sich in dieser Zeit ernährt hat.

Bad Schussenried: Psychiatrie-Patient auf der Flucht erschossen – auch Komplizin verletzt

Auch die 43-jährige Komplizien des Psychiatrie-Patienten soll bei dem Polizei-Einsatz in Bad Schussenried ihr Messer entgegen mehrmaliger Aufforderung nicht aus der Hand gelegt und sich dem zweiten der beiden Polizisten damit genähert haben. Auch dieser schoss daraufhin und traf die Frau am Oberschenkel. Sie kam ebenfalls verletzt in ein Krankenhaus. Lebensgefahr bestand den Angaben vom Mittwoch nach nicht.

Einsatzkräfte der Polizei sind in der Stadtmitte von Bad Schussenried im Einsatz.

Wie die beiden Psychiatrie-Patienten an die Messer kamen und aus der Klinik in Bad Schussenried entkommen konnten, war zunächst unklar. Da die beiden involvierten Polizeibeamten vom zuständigen Polizeipräsidium Ulm kamen, haben Staatsanwaltschaft und Polizeipräsidium Ravensburg aus Gründen der Neutralität die Ermittlungen übernommen. (dpa/kab) *HEIDELBERG24 ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

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