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Nach Impfstoff-Mangel: BaWü erhält Zusatzlieferung - Heilbronn profitiert

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Von: Julia Thielen, Lisa Klein, Simon Mones

Gesundheitsminister Manne Lucha fordert bereits seit Mai mehr Impfstoff für Baden-Württemberg. Nun bekommt der Südwesten tatsächlich mehr Impfdosen.

Update, 16. Juni: Die Temperaturen draußen steigen und die Infektionszahlen in Baden-Württemberg sinken. So weit, so gut. Doch um die Pandemie gänzlich in den Griff zubekommen, braucht es vor allem mehr Impfungen. Doch der Impfstoff ist im Südwesten Mangelware. Die zusätzlichen 57.000 Dosen des Impfstoffs von AstraZeneca, die Baden-Württemberg in dieser Woche erhält, sind da nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Möglich ist die Zusatzlieferung,  da Hausärzte nach Pfingsten nicht die vollen Kontingente des Impfstoffs von AstraZeneca abgerufen haben, die dem Land zugeständen hätten, erklärte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Baden-Württemberg: Impfstoff-Mangel - Mehr Impfdosen für Hinterbänkler

Mit 40.000 Impfdosen, soll der Großteil der Lieferung unter den acht Stadt- und Landkreisen aufteilt werden, die bei der Impfquote am deutlichsten untern dem Landesdurchschnitt liegen. Dazu zähen neben der Stadt Heilbronn: Stadtkreis Pforzheim, Landkreis Calw, Landkreis Freudenstadt, Landkreis Heidenheim, Landkreis Sigmaringen, Landkreis Tuttlingen, Landkreis Waldshut.

Zudem sollen zusätzliche Dosen in die drei bevölkerungsreichsten Kreise Baden-Württembergs gehen, die kein eigenes Impfzentrum haben. Die restlichen Impfdosen werden nach Angaben des Ministeriums auf drei Kreise mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 35 verteilt. Die zusätzlichen Impfdosen, die acht Stadt- und Landkreise mit den geringsten Impfquoten erhalten, sollen dabei gezielt an Menschen in sozial benachteiligten Stadtteilen in den jeweiligen Regionen gehen.

Dazu sollen etwa mobile Impfteams zum Einsatz kommen. „Dank der zusätzlichen Impfdosen erfährt unsere Impfkampagne einen deutlichen Schub, und die Impfquoten lassen sich in den Kreisen mit derzeit noch niedrigeren Quoten zum Teil signifikant erhöhen“, erklärte Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne).

Nach Impfstoff-Mangel: BaWü erhält Spontan-Lieferung - für besonderen Zweck

Update, 14. Juni: Die Impfzentren in Baden-Württemberg könnten täglich mehr Menschen gegen das Coronavirus impfen, gäbe es nur ausreichend Impfstoff. Doch gerade der ist im Südwesten momentan Mangelware, im Mai drohte sogar ein Engpass. Gesundheitsminister Manne Lucha fordert seitdem mehr Impfstoff für die Impfzentren, wie *echo24.de berichtet. Nun soll Baden-Württemberg tatsächlich kurzfristig mehr Impfdosen erhalten.

Das Gesundheitsministerium bestätigte am Samstag einen Bericht der Stuttgarter Nachrichten. Amtschef Uwe Lahl sagte laut Deutscher Presse-Agentur (dpa) auf Anfrage: „Wir freuen uns sehr über diese Ankündigung der Bundesregierung – unser Einsatz in Berlin für eine entsprechende Kompensation hat sich ausgezahlt.“ Der Südwesten könne jede Impfdose mehr gut gebrauchen und sofort verwenden.

Da Ärzte in Bayern und Baden-Württemberg in den beiden Wochen nach Pfingsten weniger Impfstoff des Herstellers Biontech bestellt hätten, als nach dem Bevölkerungsschlüssel möglich gewesen wäre, bekommen beide Länder nun in der Woche ab dem 28. Juni einen Ausgleich, berichtete die Zeitung. In Baden-Württemberg gehe es um 52.600 zusätzliche Dosen. Lahl sagte weiter, man werde die zusätzlich geliefert Impfdosen dazu verwenden, um in den Landkreisen mit vergleichsweise niedriger Impfquote die Impfquote in Richtung Landesschnitt zu heben.

Impfzentren im Mai nicht ausgelastet – Lucha stellt deutliche Forderung

Erstmeldung, 10. Mai: 330.000 Impfdosen pro Woche. So viel bekommen die Impfzentren in Baden-Württemberg derzeit zur Verfügung gestellt. Zu wenig, um sie voll auszulasten. Der Impfstoff ist auch im Mai zu knapp. Für die Impfzentren hat das unter Umständen erhebliche Folgen. Gesundheitsminister Manne Lucha und die Leiter der Zentralen Impfzentren haben sich deshalb nun auf einen gemeinsamen Plan geeinigt, wie echo24.de* berichter.

In einem digitalen Gespräch einigten sich alle Beteiligten auf eine gerechte Verteilung des knappen Impfstoffs. Für einige Impfzentren habe das nun die Folge, dass sie fast nur noch Zweitimpfungen verabreichen könnten. Immerhin: Termine für Impfungen* habe man durch die Umverteilung nicht absagen müssen.

Baden-Württemberg: Impfstoff-Mangel – Lucha stellt deutliche Forderung

„Die Impfzentren sind untereinander solidarisch und es ist für die Zentralen Impfzentren selbstverständlich, die Kreisimpfzentren in den nächsten Wochen zu unterstützen. Es soll mehr Impfstoff in bevölkerungsreiche Landkreise gehen und dorthin, wo die Impfquoten noch vergleichsweise niedrig sind“, erklärte Lucha nach dem Gespräch am Montag.

Die Impfquote in Baden-Württemberg dürfte sich damit verschieben. Nachdem zuletzt die Erstimpfungen deutlich zugenommen hatten, folgt nun der entsprechende Anstieg bei den Zweitimpfungen. Damit wächst zwar der Anteil derer, die einen vollen Immunschutz besitzen – die Impfkampagne gerät in der Breite aber erneut ins Stocken.

Coronavirus Baden-Württemberg: „Schon seit Wochen“ mehr Impfstoff gefordert

„Baden-Württemberg fordert deshalb schon seit Wochen vom Bund, den Impfzentren mehr Impfstoff zur Verfügung zu stellen“, heißt es in einer Pressemitteilung zu den Ergebnissen des Gesprächs. Seitdem auch die niedergelassenen Ärzte mitimpften, erhielten die Bundesländer für ihre Impfzentren eine festgelegte Menge an Impfstoff. Der Bund stelle den Impfzentren der Länder auch in den kommenden Wochen eine begrenzte Menge an Impfstoffen zur Verfügung, die sich trotz insgesamt wachsender Impfstoffmengen nicht erhöhe.

Es knirscht also auch weiterhin in der fortschreitenden Impfkampagne in Deutschland. Trotzdem konnte Baden-Württemberg auch Gutes vermelden. Die Corona-Lage verbessert sich derzeit stätig. Am 7. Mai war zudem mit 60.761 Impfungen ein neuer Tagesrekord aufgestellt worden. Im Schnitt waren es in der vergangenen Woche rund 52.000 Impfungen pro Tag. Möglich wären aber bis zu 80.000 Impfungen in den Zentren und durch die mobilen Impfteams. *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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