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Corona-Albtraum in BW: 3 Tote in ungeimpfter Familie – 5 Kinder werden zu Waisen

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Von: Jason Blaschke

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In Neunbürg (Enzkreis) in Baden-Württemberg ereignete sich eine schreckliche Tragödie. Die Eltern sowie der Bruder einer Familie erlagen ihrer Corona-Infektion.

Eine Coronavirus-Infektion kann milde verlaufen – und besonders wer geimpft ist, erkrankt in seltenen Fällen schwer an Covid-19. Ein Fall aus Neunbürg – einer Stadt im Enzkreis – zeigt auf tragische Weise, dass eine Corona-Infektion aber auch alles andere als leicht verlaufen kann. Es geht um eine achtköpfige Familie, für welche das Coronavirus wohl zur schlimmsten Tragödie überhaupt wurde. Die Geschichte beginnt Ende November, als sich laut HEIDELBERG24* der Sohn der Familie mit Corona infiziert.

Berichten mehrerer Medien zufolge zeigt der 30-Jährige schnell typische Symptome: Fieber und Atemprobleme. Als er sich eines Nachts schlafen legt, nimmt die Tragödie ihren Lauf. Der Mann will sich auskurieren – wacht aber nicht mehr auf. Am 3. Dezember stirbt er mit erst 30 Jahren im Schlaf. Berichten von Focus Online zufolge erwischt es kurz danach auch die Eltern der Familie aus Neunbürg in Baden-Württemberg mit Covid-19. Vater und Mutter erkranken schwer – kommen auf die Intensivstation.

Corona-Tragödie in Baden-Württemberg: Mutter, Vater und Sohn sterben

Mittlerweile ist bekannt, dass sich zuvor auch die jüngste Tochter der Familie mit Corona infiziert hat. Anders als ihre Eltern und ihr Bruder verkraftet sie die Infektion allerdings gut. Die Mutter (49) erliegt am 13. Dezember ihrer Erkrankung, der Vater (58) zwei Tage darauf. Innerhalb von zwölf Tagen sind von der ehemals achtköpfigen Familie bloß noch fünf am Leben. Nach Informationen von Bild war die komplette Familie nicht geimpft – ein Fehler, wie Sohn Luciano im Gespräch beteuert.

Wir konnten uns nicht mal verabschieden.

 Luciano, Sohn der Familie

Er ist der Sohn des 58-jährigen Vaters aus einer früheren Beziehung. „Wir konnten uns nicht mal verabschieden“, erklärt er. Die vier Schwestern aus der Familie in Baden-Württemberg – welche innerhalb kürzester Zeit zu Waisen wurden – ziehen nach der Tragödie zu einer Tante. Nach Informationen der Bild ist die älteste der vier Schwestern 17 Jahre alt – die Kleinste gerade einmal neun. Eine langfristige Lösung sei die Wohnsituation nicht, sagt Luciano.

Corona-Tragödie in Baden-Württemberg: So geht es für die Familie weiter

Luciano weiter: „Doch ins alte Haus können sie auch nicht. Meine Schwestern sind so traumatisiert, dass sie da keinen Fuß mehr reinsetzen wollen.“ Das Jugendamt sei eingeschaltet. Alle Kinder werden psychologisch betreut. Aus Angst, die Behörde könnte seine Halbschwestern in ein Heim schicken, will er und die älteste der Schwestern das Sorgerecht für die Jüngeren beantragen. Sein Plan: Ein renovierungsbedürftiges Haus in Baden-Württemberg ausbauen und mit seinen Schwestern einziehen.

Die schlimme Corona-Tragödie wird die Familie sicher nie vergessen. Aber vielleicht können Bruder und Schwestern irgendwann ein neues Leben beginnen – Lebenskraft und Liebe wiederfinden. Berichten der Bild zufolge wurden Eltern und der 30 Jahre alte Bruder am 27. November in Pforzheim in Baden-Württemberg beerdigt. Die fünf Schwestern warfen Kuscheltiere ins Grab – einer von ihnen versagten unter heftigen Weinkrämpfe die Beine, sie stürzte vor dem Grab ihrer Familie zu Boden.

Corona-Tragödie in Baden-Württemberg: Sohn sicher –„es war ein Fehler“

Luciano ließ sich sofort nach der schrecklichen Tragödie in Neunbürg in Baden-Württemberg gegen das Coronavirus impfen. „Es war ein Fehler, dass unsere Familie das vorher nicht getan hat.“ Wie überaus wichtig eine Corona-Impfung in Zeiten der Pandemie ist, sagen Experten immer wieder. Und auch, wenn die Wirkung der Impfstoffe gegen die Omikron-Variante nicht ganz so stark ist, kann eine Immunisierung schwere Verläufe – wie im Fall der Familie aus Neunbürg – verhindern.

Welcher Corona-Impfstoff besser vor Omikron* schützt, berichtet HEIDELBERG24* in einem separaten Beitrag. Erst vor ein paar Tagen wurde zudem bekannt, dass auch der Impfstoff von AstraZeneca gut vor Omikron* schützt, wie echo24.de* schreibt. Wo man sich in Heidelberg und Umgebung impfen* lassen kann, fassen wir zudem in einem Serviceartikel zur Corona-Lage in Baden-Württemberg und Heidelberg* zusammen. *HEIDELBERG24 und echo24.de sind ein Teil von IPPEN.MEDIA.

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