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Baden-Württemberg: Radioaktiver Saharastaub – ist das Wetter-Phänomen gefährlich?

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Nach Baden-Württemberg strömt immer wieder Saharastaub aus Afrika. Nun haben Forscher eine unerwartete Entdeckung gemacht:

Seit Februar kommt es in Baden-Württemberg immer wieder zu einem einzigartigen Wetter-Phänomen: Sahara-Staub fliegt von Afrika bis nach Deutschland und sorgt hier für ein atemberaubenden Sonnenauf- oder untergang. Der Himmel wird teilweise in gelben oder roten Farben getränkt, wodurch die Sonnenstrahlen verstärkt werden. Die Staubkörner aus der Sahara-Wüste sind nur wenige Nanometer groß und werden auch als Aerosole bezeichnet. Der trockene Staub wird durch den Wind aufgeweht und kann dann kilometerweite Distanzen zurücklegen, wie beispielsweise bis nach Europa. Nun haben Forscher aber eine erschreckende Entdeckung gemacht, als sie den Saharastaub genaustens untersucht haben.

Wetter-PhänomenSaharastaub
UrspungSaharawüste, Afrika
VeränderungDurch Niederschläge kann Blutregen entstehen

Wetter in Baden-Württemberg: Forscher machen erscheckende Entdeckung – Saharastaub ist radioaktiv

Der Saharastaub hat nicht nur Baden-Württemberg, sondern auch weite Teile von Frankreich erreicht. Hier finden Experten heraus, dass das Wetter-Phänomen radioaktives Material enthält. Darüber berichtet HEIDELBERG24*. Ein Spezialistenteam zur Kontrolle der Radioaktivität (ACRO) entdecken die sogenannten Cäsium-137 Werte im Saharastaub. Die Forschungen finden an der Grenze zwischen Frankreich und der Schweiz statt. Die Wissenschaftler haben unter anderem Staubpartikel von geparkten Autos genommen und analysiert.

Ein Auto ist mit Blutregen bedeckt, einem Gemisch aus Regen uns Saharastaub.
Ein Auto ist mit Blutregen bedeckt, einem Gemisch aus Regen uns Saharastaub.(Symbolbild) © Pantelis Saitas/dpa

Hintergrund: Der Stoff Cäsium-137 entsteht bei der Spaltung von Uran. Nach 30 Jahren ist rund die Hälfte des Stoffes noch nachweisbar. Nach 200 Jahren kann immer noch 1 Prozent des radioaktiven Stoffes nachgewiesen werden.

Baden-Württemberg: Radioaktiver Saharastaub – wie gefährlich ist das Wetter-Phänomen?

Erst am Mittwoch (3. März) schwappte eine weitere Welle Saharastaub nach Baden-Württemberg, wie die Wetter-Aufzeichnungen von „MeteoNews“ zeigen. Insgesamt liegen über 35.000 Tonnen Staub in Baden-Württemberg. Doch muss man sich nun über den radioaktiven Fund Sorgen machen? Die Forscher können diese Frage mit einem klaren „Nein“ beantworten. Zu keinem Zeitpunkt habe ein Sicherheitsrisiko bestanden, da der radioaktive Wert unter dem Grenzwert für mögliche Gesundheitsschäden liege. Der Fund „stellt sicherlich eine sehr geringe Umweltverschmutzung dar“, heißt es in einer Mitteilung von ACRO. Man gehe davon aus, dass rund 80.000 Becquerel pro Quadratkilometer auf das betroffene Gebiet gefallen sei.

Zum Vergleich: Bei der Nuklearkatastrophe in Tschernobyl erreichte eine riesige radioaktive Wolke Teile von Deutschland. Bis heute sind diese Auswirkungen zu spüren, wie Verbraucherzentrale Mitte Februar mitteilt. „Die radioaktive Wolke, die im April und Mai 1986 über Europa zog, hat größere Teile Deutschlands radioaktiv kontaminiert. Besonders betroffen waren damals die Regionen Bayern, Südthüringen und Gebiete in Baden-Württemberg. Die Böden in vielen Regionen vor allem Süddeutschlands und einige Lebensmittel sind bis heute mit Cäsium 137 und in geringerem Umfang mit Strontium 90 belastet“, heißt es. Zu den Lebensmitteln zählen Pilze und Wildfleisch.

Wetter-Karte zeigt: Am Mittwoch kam erneut Sahara-Staub nach Baden-Württemberg
Am Mittwoch kam erneut Sahara-Staub nach Baden-Württemberg © Screenshot/Twitter/MeteoNews

Wetter in Baden-Württemberg: Radioaktiver Saharastaub – Auslöser war eine Atombombe vor 60 Jahren

Doch woher kommt die Radioaktivität im Saharastaub? Grund ist ein französischer Atomtest in den 60er Jahren. Am 13. Februar 1960 wurde in der algerischen Wüste ein Atomtest durchgeführt. Die Bombe war dreifach so mächtig wie einst die Atombombe über Nagasaki, die im Zweiten Weltkrieg abgefeuert wurde. Der Saharastaub beinhaltet also noch heute die radioaktiven Werte des damaligen Atomtests.

Ob sich der Saharastaub noch einmal auf den Weg nach Baden-Württemberg macht, wird sich zeigen. Das Wetter-Phänomen tritt vor allem im Frühling und Herbst auf. In Baden-Württemberg macht sich derweil wieder Frost breit, wie Wetter-Prognosen zeigen. (jol) *HEIDELBERG24 ist ein Angebot von Ippen-Media.

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