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Baden-Württemberg: Spitzengespräch ohne Ergebnis – Schulöffnung nach Ferien weiter offen

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Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann will, dass Schüler nach den Osterferien wieder Präsenzunterricht bekommen. Sind Tests die Lösung?

Update vom 29. März, 20:18 Uhr: Am vergangenen Mittwoch hatte Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann im Landtag angekündigt, dass alle Schüler*innen nach den Osterferien wieder in die Schulen zurückkehren – Bedingung sei jedoch abwechselnder Präsenzunterricht und vorangegangene Corona-Tests. Diese Pläne wurden jedoch aufgrund der sich rasch ausbreitenden Corona-Mutante, die auch durch Kinder und Jugendliche weitergetragen wird, ausgebremst. Um die Frage zu klären, wie dennoch eine Rückkehr in die Schulen in Baden-Württemberg möglich ist, hat es am Montagnachmittag ein Spitzengespräch mit Vertretern von Schülern, Eltern und Lehrern gegeben – dabei hat sich Ministerpräsident Winfried Kretschmann jedoch noch nicht festgelegt, ob wirklich auch alle Kinder und Jugendliche nach den Osterferien wieder zurückkehren können.

Wie die dpa aus Teilnehmerkreisen erfahren haben will, habe Kretschmann bei der Videokonferenz erklärt, dass man wegen der Ferien noch bis zum 11. April Zeit habe und auf Sicht fahren könne.

Die Vertreter der Schüler, Eltern und Lehrkräfte sollen sich dafür ausgesprochen haben, lediglich bei einer 7-Tage-Inzidenz von unter 100 auf das Modell des Wechselunterrichts zurückzugreifen. Bei einer höheren Inzidenz müssten die Schulen geschlossen und Fernunterricht angeboten werden – gemäß den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts. Die Landesregierung wollte bislang jedoch erst bei einer Inzidenz von über 200 die Schulen schließen.

Baden-Württemberg: Nach den Osterferien wieder in die Schule – wie soll das funktionieren?

Erstmeldung vom 29. März: Nach den Osterferien sollen Schüler in Baden-Württemberg* wieder abwechselnd in die Schule. Wie das angesichts steigender Infektionszahlen zu bewerkstelligen ist, will Ministerpräsident Winfried Kretschmann* am Montagnachmittag um 16 Uhr mit Schülervertretern, Eltern und Lehrern besprechen. An der Videokonferenz soll auch Kultusministerin Susanne Eisenmann und der Gesundheitsminister Manne Lucha teilnehmen. Das berichtet HEIDELBERG24*.

Schüler-, Eltern und Lehrervertreter fordern bereits vor der Videoschalte eine verbindliche Teststrategie des Landes. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hält es für sinnvoll, ab einer Inzidenz von über 50 nur Wechselunterricht zuzulassen. Wenn die Voraussetzungen erfüllt sind, ist auch eine Öffnung ab Klasse 7 im Wechselunterricht denkbar.

Schulöffnungen in Baden-Württemberg: Sind tägliche Tests die Lösung?

Die Forderungen des Landeseltern- und Landesschülerbeirates gehen sogar noch weiter: Als Voraussetzung für eine weitere Öffnung der Schulen verlangen die Verbände eine tägliche Testung der Schüler*. „Das Potenzial für das Testen an den Schulen
ist noch längst nicht ausgeschöpft“, so die Sprecherin des Landesschülerbeirates, Elisabeth Schilli. So werde an manchen Schulen ein bis zwei Mal die Woche getestet, an anderen gar nicht.

Schulöffnung in Baden-Württemberg: Durch Plexiglas und Luftfilter ohne Maske in die Grundschule

Der Chef des Elternbeirats, Michael Mittelstaedt will zehn Forderungen in die Videokonferenz einbringen und auf eine wenig aufwendige, bereits anderorts praktizierte Teststrategie verweisen. Dabei werden zwei Abstriche abgegeben, von denen einer in den sogenannten Pool wandert. Erst im Fall eines positiven Pool-Ergebnisses werden die Einzelabstriche untersucht. Die Hoffnungen der Eltern auf diese Gespräche seien gewaltig und ließen sich auf die Formel „Präsenz und Sicherheit“ herunterbrechen.

Aus diesem Grund spielen auch Plexiglasbegrenzungen und Luftfilter in Klassenräumen eine große Rolle. Kostenpunkt: 220 Millionen Euro. Wenn diese Maßnahmen griffen, sei in Verbindung mit einer intensiven Teststrategie zumindest an Grundschulen wieder Unterricht ohne Masken möglich. Wie bw24* berichtet, hofft die GEW auf Einsicht von Ministerpräsident Kretschmann*.

Schüler und Eltern liegen außerdem Förderprogramme am Herzen, um coronabedingte Lerndefizite auszugleichen. Der Ausgleich der Lücken könnte schon in den Osterferien beginnen, spätestens aber in den Pfingstferien.

Baden-Württemberg: Elternbeirat fordert Impfangebot für Jugendliche

Überdies fordert Mittelstaedt ein Corona-Impfangebot für Schüler*innen ab 16 Jahren. So könne verhindert werden, dass sich die Schüler kurz vor ihrem Abschluss mit dem Coronavirus* ansteckten und durch eine Covid-19-Erkrankung aus der Bahn geworfen werden. Schilli schließt sich dieser Forderung an - doch erst wenn die Risikogruppen mit dem Impfstoff versorgt sind.

Baden-Württemberg: Mittelstufe ist weiter im Fernunterricht

In Baden-Württemberg sind viele Schüler seit Mitte Dezember nicht mehr in der Schule gewesen. Erst Mitte Februar haben Grundschulen wieder mit dem Wechselunterricht begonnen, auch die Abschlussklassen werden seitdem wieder unterrichtet. Am 15. März sind die Grundschulen wieder mit dem Regelbetrieb gestartet, auch die fünften und sechsten Klassen sind in die Schule zurückgekehrt, werden aber auch nur im Wechsel unterrichtet. Die Mittelstufe ist im Fernunterricht geblieben. (kp) HEIDELBERG24* und bw24* sind ein Angebot von Ippen.Media.

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