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Baden-Württemberg: Corona–Testpflicht an Schulen – das müssen Eltern, Kinder und Lehrer jetzt wissen

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Baden-Württemberg - Die Osterferien neigen sich dem Ende zu. Doch was erwartet Schüler, Lehrer und Eltern ab dem 12. April? Und was ändert sich ab 19. April? Eine Übersicht:

Die Verunsicherungen bei Kindern, Eltern und teils auch bei Lehrkräften sowie an Schulen ist groß: Wie geht es nach den Osterferien (bis 10. April) an den Schulen weiter? Ist weiterhin Homeschooling angesagt oder gibt es die Rückkehr zum Präsenzunterricht? Und wie sieht es eigentlich aktuell in Sachen Testpflicht für Schüler*innen aus?

Auf die vielleicht brennendste Frage, wann etwa die Städte Mannheim und Heidelberg die Testkits vom Land Baden-Württemberg erhalten, hat ein Sprecher des Sozialministeriums in Stuttgart auf Anfrage von HEIDELBERG24* erklärt, dass die Lieferungen bis zum morgigen Freitag (9. April) erfolgen. Doch ist schon etwas angekommen? „Das Land hat bereits vor Ostern Tests aus seiner Notreserve geliefert, die in Heidelberg auch eingesetzt wurden. Für die Zeit nach den Osterferien stehen Lieferungen noch aus“, so ein Rathaussprecher in Heidelberg.

BundeslandBaden-Württemberg
LandeshauptstadtStuttgart
Einwohnerzahl11.100.394 (Stand: 31. Dezember 2019)
Fläche35.751,46 km²
MinisterpräsidentWinfried Kretschmann (Grüne)

Und auch die Stadt Mannheim hat bereits vor den Beschlüssen des Landes 300.000 Tests für Schulen (davon ca. 270.000 für Schüler*innen) geordert, die nach den Osterferien den Schulen bereit stehen sollen. Seit Dienstag (6. April) werden in einer ersten Auslieferungsaktion durch einen Lieferdienst knapp 220.000 Tests an die Schulen ausgeliefert.  Die Stadt hatte zudem bereits seit Februar freiwillige Selbsttest von Personal an Schulen ermöglicht. Um einen niederschwelligen Zugang zum Thema Testen zu schaffen, hatte die Stadt bereits seit Mitte März ein Pilotprojekt mit Riechtests an drei Mannheimer Schulen initiiert. Einzelne Schulen haben zudem auch eigene Modelle erprobt.  Derzeit wird geklärt, in welcher Höhe eine Refinanzierung durch das Land an die Stadt erfolgt.

Zum Einsatz kommen sogenannte Hotgen Coronavirus (2019-nCoV)-Antigentests. Da die Beschaffung von Tests durch das Land in mehreren Vergabeverfahren erfolgt, kann es sein, dass auch andere Produkte eingesetzt werden. Mit den Kreisen, Städten und Gemeinden hat das für die Beschaffung und die Distribution der Testkits verantwortliche Ministerium für Soziales und lntegration vereinbart, dass die Testkits an die Kommunen ausgeliefert werden, die für die Verteilung an alle Schulen und Kindertageseinrichtungen unabhängig von der Trägerschaft in ihrem Gebiet verantwortlich sind.

Baden-Württemberg: So läuft die Startphase nach den Osterferien ab 12. April

Bei der Teststrategie der Landesregierung* wird es ab dem dem ersten Schultag nach den Osterferien (12. April) zunächst eine einwöchige Startphase geben. Alle in den schulischen Präsenzbetrieb sowie in die Notbetreuung einbezogenen Personen können das Testangebot zunächst auf freiwilliger Basis in Anspruch nehmen. Im Präsenzunterricht bzw. in der Notbetreuung befinden sich in der Woche ab dem 12. April die folgenden Schüler*innen und die entsprechenden Lehrkräfte:

Baden-Württemberg: Die Regeln für Schulbetrieb und Tests ab 19. April

Ab dem 19. April soll in Stadt- und Landkreisen eine inzidenzabhängige indirekte Testpflicht gelten. In Landkreisen, in denen die 7-Tage-Inzidenz von 100 überschritten ist (Feststellung erfolgt durch das zuständige Gesundheitsamt des Stadt- oder Landkreises) soll dann ein negatives Testergebnis Voraussetzung für die Teilnahme am Präsenzunterricht und der Notbetreuung an öffentlichen Schulen sowie Schulen in freier Trägerschaft sein. Einbezogen in die Testungen sind grundsätzlich sowohl die Schülerinnen und Schüler aller Klassen und Jahrgangsstufen - von der Grundschule bis hin zu allen beruflichen Bildungsgängen - als auch das gesamte an den Schulen vor Ort tätige Personal. Einbezogen sind darüber hinaus Kinder, die an den Schulen die Notbetreuung (Klasse 1 bis einschließlich 7) in Anspruch nehmen.

Schnelltests sollen bald an Schulen in Hessen verfügbar sein.
Schülerinnen und Schüler mit Schnelltests. (Symbolbild) © Matthias Balk/dpa

Wenn es das Infektionsgeschehen zulässt, kehren alle Klassenstufen aller Schularten ab dem 19. April zu einem Wechselbetrieb aus Präsenz- und Fernunterricht zurück. Diese Eckpunkte wurden in zwei großen Gesprächsrunden unter der Federführung des Staatsministeriums mit zahlreichen am Bildungsleben in Baden-Württemberg Beteiligten ausgiebig erörtert.

Baden-Württemberg: Finanzielle Unterstützung für Schulen bei Tests

Um die Schulträger bei den mit den Testungen verbundenen finanziellen Herausforderungen zu unterstützen, wird ein schulträgerscharfes Budget ermittelt und antraglos zur Verfügung gestellt. Alle Schulen erhalten dabei einen Sockelbetrag je Schule für Beratungsleistungen hinsichtlich der Einrichtung geeigneter Räumlichkeiten, der Beschaffung und Bereitstellung von Schutzausstattung sowie der Schulung von Lehrkräften in Höhe von rund 550 Euro.

Für die Unterstützungsleistungen bei der Durchführung von Selbsttests sowie notwendige persönliche Schutzausrüstung an Grundschulen, Grundstufen der SBBZ, Grundschulförderklassen, Grundstufen der Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren, Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ) GENT und KMENT sowie Schulkindergärten werden weitere Mittel für die Vergütung von Unterstützungspersonal bei der Durchführung der Tests zur Verfügung gestellt. Diese werden über die Schülerzahl der Schule im Verhältnis zur Gesamtschülerzahl ermittelt und betragen je Schülerin und Schüler etwa I Euro für 11 Testungen. Das Kultusministerium wird zeitnah eine Förderrichtlinie erlassen und die Schulträger über die jeweils genaue Höhe des Budgets sowie die Abwicklungsmodalitäten informieren. Wie echo24* berichtet, muss man um die Testangebote zu beanspruchen, keinen Umweg in Kauf nehmen*.

Baden-Württemberg: Kultusministerium bittet Schulen um Geduld

Im zuständigen Kultusministerium ist man sich des „unermüdlichen Einsatzes“ und dem „hohen Maß an Flexibilität“ der Schulen durchaus bewusst und bedankt sich in einem Schreiben an die Schulleitungen in Baden-Württemberg, das unserer Redaktion vorliegt, ausdrücklich dafür.

Drei Lehrerinnen sitzen in einem Klassenraum und hantieren mit einem Corona-Test herum.
Ab 19. April gilt in Baden-Württemberg die indirekte Testpflicht an Schulen, wenn die 7-Tage-Inzidenz von 100 überschritten wird. (Symbolfoto) © Ronny Hartmann/dpa

lch bin mir darüber im Klaren, dass viele Schulen bereits gemeinsam mit den Verantwortlichen vor Ort Strukturen etabliert haben, die lhnen die Durchführung von Schnelltests für Schülerinnen und Schülern ermöglichen. Diese Strukturen können in die fortentwickelte Teststrategie wo immer möglich ausdrücklich einbezogen werden. Wir sind uns bewusst, dass es noch einige Zeit dauern wird, bis bei lhnen an den Schulen alle diesbezüglichen Prozesse reibungslos laufen“, so Georg Daiber, der Vize-Amtschef im Kultusministerium. (pek) *HEIDELBERG24, echo24.de* und bw24.de* sind Angebote der Ippen-Media.

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