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Baden-Württemberg: Zum Schulstart! Tausende Busfahrer streiken

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Von: Peter Kiefer

Busfahrerstreik in Hessen - Darmstadt
Bei einem Busdepot bleiben die Schranken wegen des Busfahrer-Streiks in Baden-Württemberg zu. (Symbolfoto) © Claus Völker

Baden-Württemberg – Für ordentlich Chaos sorgt der Streik der Busfahrer privater Anbieter zum Schulstart im Ländle. Wie lange er dauert, worum es der Gewerkschaft verdi geht:

Ausgerechnet den Schulstart nach den Sommerferien in Baden-Württemberg haben sich die Gewerkschaft verdi und die Beschäftigten des privaten Omnibusgewerbes ausgesucht, um in den Streik zu treten. Somit müssen sich viele im Ländle wegen des Streiks der Busfahrer seit diesem Montag (13. September) auf erhebliche Probleme auf ihrem Weg zu Arbeit oder Schule einstellen und auf alternative Verkehrsmittel ausweichen.

Die mächtige Gewerkschaft verdi hatte die Beschäftigten des privaten Omnibusgewerbes zu dem Ausstand aufgerufen. „Es beteiligen sich mehr, als wir erhofft haben“, so eine verdi-Sprecherin am Montagmorgen in Böblingen. „Bei einigen Betrieben, steht alles still“, hieß es weiter.

BundeslandBaden-Württemberg
LandeshauptstadtStuttgart
Einwohnerzahl11.103.043 (Stand: 31. Dezember 2020)
Fläche35.751 km²
MinisterpräsidentWinfried Kretschmann (Grüne)

Mit dem Streik von Montagmorgen bis Mittwoch legen die Busfahrer zeitgleich zum Schulstart nach den Sommerferien die Arbeit nieder. Hauptstreiktag ist der Dienstag – dann sind in Stuttgart eine Demonstration und eine anschließende Kundgebung geplant.
Laut verdi reagieren die Busfahrer mit dem Streik auf die sechste ergebnislose Verhandlungsrunde. Sie fordern beispielsweise, dass
Standzeiten bezahlt werden. Am 21. und 22. September sollen die Verhandlungen fortgesetzt werden.

Busfahrer-Streik in BW: Rund 9.000 Fahrer*innen im Arbeitskampf

Am Stärksten betroffen sind zum Auftakt zunächst Beschäftigte in rund 20 Betrieben im Land – in Karlsruhe, Heidenheim, Reutlingen, Tübingen, Schwäbisch Hall und Ellwangen und dem Raum Stuttgart. Der Ausgang der Tarifverhandlungen hat Auswirkungen auf rund 9.000 Busfahrer*innen in ganz Baden-Württemberg.

Verdi-Verhandlungsführerin Hanna Binder hatte laut SWR am Donnerstag in Stuttgart gemahnt, die unbezahlten Standzeiten der Busse seien eine Subvention der Ticketpreise durch Gehaltsverzicht der Fahrerinnen und Fahrer. Die Arbeitgeber seien in sechs Verhandlungsrunden nicht bereit gewesen, diesen „untragbaren Zustand“ noch vor den Sommerferien anständig zu regeln. Man setze darauf, dass die jetzigen Streiks „die Arbeitgeber endlich zum Einlenken bewegen.“

Baden-Württemberg: Streik der Busfahrer – rnv-Kunden nicht betroffen

Dieser Tarifkonflikt des privaten Omnibusgewerbes um Dinge wie Pausenregelungen sowie Nacht- und Sonntagszuschläge hatte sich bereits Anfang Juli angekündigt. Da hat die Gewerkschaft verdi den Weg für den jetzt stattfindenden und unbefristeten Arbeitskampf mit einer Urabstimmung freigemacht: Satte 98 Prozent der Mitglieder haben nach mehreren Warnstreiks im Vorfeld mit ihrer Stimme für eventuelle Arbeitskampfmaßnahmen ausgesprochen.

Übrigens: Fahrgäste von Verkehrsriese rnv sind nicht vom Busfahrer-Streik betroffen, da die rnv einen Haustarifvertrag für ihre Fahrer*innen hat. „Auch unsere privaten Subunternehmer beteiligen sich nicht am Streik“, so ein rnv-Sprecher auf HEIDELBERG24-Anfrage. (dpa/pek)

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