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Booster-Impfung: Lucha kritisiert Spahn für BioNTech-Begrenzung – „Fatales Signal“

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Von: Daniel Hagen

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Jens Spahn und Manne Lucha. (Fotomontage)
Manne Lucha kritisiert Jens Spahn wegen BioNTech-Plänen. /Fotomontage) © Wolfgang Kumm/Marijan Murat/dpa

Baden-Württemberg - Jens Spahn sorgt mit einer Entscheidung für große Kritik. So soll BioNTech-Lieferungen begrenzt werden, um mehr Moderna zu spritzen. Auch Manne Lucha ist schockiert.

Im ganzen Land steigen die Corona-Zahlen und wir befinden uns mitten in der vierten Welle. Umso wichtiger ist es nun, dass sich viele Menschen gegen das Virus impfen lassen, vor allem in Form von Booster-Impfungen. Dafür ist es unglaublich wichtig, dass auf alle möglichen Arten geimpft wird. In Baden-Württemberg sollen sogar 155 mobile Impfteams* die Vakzine an den Mann oder die Frau bringen. Daher ist eine Aussage des Gesundheitsministers Jens Spahn vom Freitag (19. November) besonders irritierend. Biontech-Lieferungen sollen begrenzt werden, damit mehr Moderna verimpft wird und Dosen dieses Präparats nicht verfallen! Welche Kritik es an dem Plan des Gesundheitsministeriums gibt, erklärt HEIDELBERG24*.

Beginnen wir zuerst mit einer guten Nachricht. Wie Jens Spahn mitteilt, haben in Deutschland mittlerweile 5,6 Millionen Menschen eine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus erhalten. 56,5 Millionen Menschen und damit 67,9 Prozent der Gesamtbevölkerung sind mittlerweile vollständig gegen das Coronavirus geimpft. 58,6 Millionen Menschen wurden mindestens einmal geimpft. Das entspricht einer Quote von 70,4 Prozent. Allerdings könnte ein Plan des Bundesgesundheitsministeriums die Impfkampagne nun bremsen.

NameBundesministerium für Gesundheit
HauptsitzBonn, Nordrhein-Westfalen
Gründung1961
BehördenleiterJens Spahn (CDU)

Baden-Württemberg: Kritik an Impfpflan – Manne Lucha sieht Schwächung der Kampagne

Das Bundesgesundheitsministerium hat in einem Schreiben an die Länder für die nächsten Wochen Begrenzungen bei Bestellmengen für den Impfstoff von Biontech*/Pfizer angekündigt, damit das Präparat von Moderna bei den Auffrischungsimpfungen vermehrt zum Einsatz kommt. Andernfalls drohten eingelagerte Moderna-Dosen ab Mitte des ersten
Quartals 2022 zu verfallen, was vermieden werden müsse. Praxen sollen demnach vorerst maximal 30 Dosen Biontech pro Woche bestellen können, Impfzentren und mobile Impfteams 1.020 Dosen. Für Bestellungen von Moderna soll es keine Höchstgrenzen geben.

Dieses Vorgehen des Ministeriums unter Jens Spahn sorgt für zahlreiche Kritik. „In dieser Phase der Pandemie ist es ein fatales Signal, genau den Impfstoff, dem die Menschen derzeit am meisten vertrauen, mit Höchstbestellmengen zu versehen. Wir fahren gerade die Impfkapazitäten an allen Fronten hoch, bei den Mobilen Impfteams, an lokalen, festen Impfstützpunkten, bei der Ärzte- und Betriebsärzteschaft. Die Nachfrage nach Impfungen, vor allem nach Auffrischimpfungen, steigt enorm“, sagt der baden-württembergische Gesundheitsminister Manne Lucha. Die Entscheidung schwäche nicht nur die Impfkampagne, sondern lasse alle Kraftanstrengungen ins leere laufen.

Kritik an Jens Spahn: Sorgt Entscheidung für weniger Impfungen?

Auch Ärztevertreter üben scharfe Kritik. Sie rechnen in den Praxen mit deutlich erhöhtem Beratungsbedarf, weil Patienten nun bereits Termine für eine Biontech-Impfung vereinbart haben, die womöglich nicht eingehalten werden könnten. Die Praxen müssten weiterhin unbeschränkt alle Impfstoffe bestellen dürfen. 30 Dosen Biontech pro Praxis pro Woche reichten überhaupt nicht aus, um dem Andrang Herr zu werden, sagt der Chef des Hausärzte-Verbandes in Mecklenburg-Vorpommern, Stefan Zutz, dem NDR. „Es wäre eine Katastrophe für die Impfkampagne.“

„Während die amtierende Bundeskanzlerin, die Regierungschefs der Länder und der Bundestag die große Boosteroffensive ausrufen, torpediert Jens Spahn das Vorhaben“, sagt der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, der Deutschen Presse-Agentur. „Denn offensichtlich gibt es nicht genügend frei wählbare Vakzine für die impfwilligen Menschen. Praktisch wird das Angebot ausgebremst.“ (dpa/dh) HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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