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Corona-Gipfel der Gesundheitsminister: Booster-Impfung für alle Geimpften nach 6 Monaten

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Von: Eliran Kendi

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Nach der Konferenz in Lindau haben die Gesundheitsminister von Bund und Ländern ihre Beschlüsse der Öffentlichkeit vorgestellt. So soll die Corona-Pandemie weiter bekämpft werden:

Lindau - „Booster“-Impfungen, Schutz von Pflegeheim-Bewohnern, Unterstützung von Krankenhäusern und viele weitere Corona-Themen – die Gesundheitsminister von Bund und Ländern haben sich in Lindau am Bodensee einiges vorgenommen. Der Vorsitzende der Konferenz, Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU), sprach bereits im Vorfeld von einem „großen Programm“ und die Zeit drängt. Angesichts dramatisch steigender Corona-Fallzahlen und der angespannten Lage auf deutschen Intensivstationen drängen Gesundheitsexperten zu weitreichenden Beschlüssen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn machte nach dem Treffen noch einmal auf die dramatische Situation aufmerksam und kritisierte in diesem Zusammenhang Impfverweigerer scharf: „Jeder der Corona leugnet, der sagt, dieses Virus ist nicht so schlimm, jeder der zögert, überlegt, ob er sich impfen lassen soll oder nicht, jeder der glaubt, er ist jung, gesund, unverwundbar, sollte vielleicht einfach mal mit Pflegekräften, vor allem mit Intensivpflegekräften, -medizinern sprechen.“

HEIDELBERG24* fasst die Beschlüsse der Gesundheitsminister von Bund und Ländern nach der Konferenz in Lindau zusammen:

Corona-Gipfel der Gesundheitsminister: Booster-Impfung für alle Geimpften nach sechs Monaten

Bund und Länder haben sich darauf verständigt, Auffrischimpfungen für alle Geimpften nach sechs Monaten zu ermöglichen. Dafür sähen die Bundesländer unter anderem Impfbusse und Impfzentren vor, sagte Spahn nach dem Treffen in Lindau.

lindau-Abschluss-Pressekonferenz der Gesundheitsministerkonferenz (5. November 2021).
Petra Grimm-Benne (SPD, l-r), Sozialministerin von Sachsen-Anhalt, Klaus Holetschek (CSU), bayerischer Gesundheitsminister und Vorsitzender der Gesundheitsministerkonferenz, und Jens Spahn (CDU), geschäftsführender Bundesgesundheitsminister, stehen der Abschluss-Pressekonferenz der Gesundheitsministerkonferenz (5. November 2021). © dpa/Karl-Josef Hildenbrand

Auch die niedergelassenen Ärzte würden sich für die Auffrischimpfungen engagieren. „Boostern nach sechs Monaten sollte die Regel werden – nicht die Ausnahme.“ Insbesondere gelte dies für Ältere und das Personal von Pflege- und Gesundheitseinrichtungen.

Corona-Gipfel der Gesundheitsminister: Bonuszahlungen für Kliniken und Pflegepersonal

Für Krankenhäuser, die wegen der Behandlung von Corona-Patienten planbare Eingriffe verschieben müssen, soll es finanzielle Ausgleichszahlungen geben. Diese Regelung solle rückwirkend zum 1. November gelten.

Holetschek (CSU) hat eine bessere Bezahlung für Pflegepersonal von Covid-Patienten vorgeschlagen. In diesem Zusammenhang brachte der Vorsitzende der Konferenz Zulagen für Personal, das Covid-Patienten behandelt, oder steuerliche Anreize ins Spiel. Nach Aussage der Deutschen Presse-Agentur reagierte Holetschek damit auch auf Personalengpässe in der Krankenpflege. Der Mangel an Pflegekräften ist unter anderem auf Berufsaussteiger und einen hohen Krankenstand durch große Belastungen in der Corona-Pandemie zurückzuführen.

Corona-Gipfel der Gesundheitsminister: 2G-Option für Regionen mit sehr hohem Infektionsgeschehen

Strenge 3G-Regeln für Veranstaltungen in Innenräumen sollen nach dem Willen von Bund und Länder zur Eindämmung des Coronavirus* in Deutschland beitragen. Die vierte Welle rolle mit
voller Wucht durchs Land und 3G sei in Innenräumen daher „noch wichtiger“ geworden, sagte Spahn auf der Pressekonferenz in Lindau.

Mit 3G ist gemeint, dass nur Geimpfte, Genesene oder Getestete Zugang erhalten. Konsens sei, „dass wir mehr Kontrolle brauchen von 3G im Alltag“, sagte Spahn. Neu ist hingegen, dass 2G – also Zugang nur für Geimpfte und Genesene – als Option für Regionen mit sehr hohem Infektionsgeschehen bestehen soll. In Baden-Württemberg* wurde in den vergangenen Tagen bereits das sogenannte 2G-Optionsmodell* eingeführt.

Corona-Gipfel der Gesundheitsminister: Testpflicht in Alten- und Pflegeheimen

Die Konferenz der Gesundheitsminister von Bund und Länder hat zudem eine Ausweitung der Testpflicht in Alten- und Pflegeheimen beschlossen. Man wolle eine „Sicherheitsschleuse“ in den Heimen hinterlegen und dazu ein Bundesgesetz anschieben, sagte Holetschek nach Ende der Tagung.

Demnach sollen etwa geimpfte oder genesene Besucher von Heimen zusätzlich zu Tests verpflichtet werden, die aber kostenlos sein sollen.

Schließlich sollen die Lieferfristen für Corona-Impfstoffe in Deutschland von zwei auf eine Woche reduziert werden. Das Bundesgesundheitsministerium soll dazu entsprechende Verhandlungen mit dem Arzneimittelgroßhandel aufgenommen haben. (esk/dpa)

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