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9-Euro-Ticket in BW: Bahn-Betriebsrat befürchtet Chaos – „Fordern mehr Sicherheitskräfte“

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Von: Daniel Hagen

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Ab 1. Juni gilt in Baden-Württemberg und anderen Bundesländern das 9-Euro-Ticket. Was für Fahrgäste eine Erleichterung ist, sorgt bei der Deutschen Bahn für Stress.

Auch rund einen Monat vor der Einführung des 9-Euro-Tickets sind noch viele Fragen offen. So ist zum Beispiel noch nicht geklärt, was Fahrgäste machen sollen, die ihre Monats- oder Jahreskarten bereits bezahlt haben. Oder ob das neue Ticket, das bis zum 31. August in allen Bussen und Bahnen des Landes genutzt werden kann, auch zur Mitnahme eines Fahrrads genutzt werden darf. Welche Sorgen es noch gibt, verrät HEIDELBERG24.

BundeslandBaden-Württemberg
HauptstadtStuttgart
Bevölkerung630.305 (31. Dez. 2020)
MinisterpräsidentWinfried Kretschmann (Grüne)

Mitglied des Betriebsrats fürchtet übervolle Züge wegen 9-Euro-Ticket

Weitaus größere Probleme sieht vor allem Ralf Damde, Vizevorsitzender des Gesamtbetriebsrats DB Regio. Der Bahn-Mitarbeiter erklärt dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) seine Befürchtungen und was unternommen werden muss, um dieses Szenario zu verhindern. Diese Verkehrsmittel dürfen übrigens mit dem 9-Euro-Ticket genutzt werden.

„Wir begrüßen das 9-Euro-Ticket, befürchten aber eine Überlastung vor allem in den Ferienregionen“, sagt Ralf Damde. Er befürchtet daher, dass besondere Verbindungen – zum Beispiel an den Bodensee oder den Schwarzwald in Baden-Württemberg – schnell überfüllt sein könnten. Auch Züge ins Voralpenland oder Richtung Nord - und Ostsee könnten aus allen Nähten platzen. Besonders während der Corona-Pandemie keine schöne Vorstellung!

Wegen 9-Euro-Ticket: Deutsche Bahn braucht mehr Personal

„Wir fordern auch zusätzliche Sicherheitskräfte, um überfüllte Züge und Bahnsteige bei Bedarf räumen zu können“, erklärt das Mitglied des Gesamtbetriebsrats DB Regio weiter. Wenn dies nicht passiert, könne Chaos ausbrechen. Generell bräuchte es mehr Personal, um an Bahnhöfen Verspätungen durch überfüllte Züge zu vermeiden.

Es stellt sich auch die Frage, ob genug Züge für die erwartbaren Massen an neuen Fahrgästen bereitstehen. Wie Damde dem RND sagt, werden allein bei DB Regio 40 bis 50 zusätzliche Doppelstockwagen betriebsbereit gemacht – mehr Reserven gebe es aber nicht. Das 9-Euro-Ticket soll bereits ab 1. Juni in Baden-Württemberg und allen anderen Bundesländern eingeführt werden.

Gewerkschaftsvorsitzender hofft auf einheitliche Umsetzung des 9-Euro-Tickets

Dass man für die Einführung des 9-Euro-Tickets mehr Personal braucht, meint auch Klaus-Dieter Hommel, Vorsitzender der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG). „Bundesländer und Unternehmen müssen diese Reglung schnell, flächendeckend und bundeseinheitlich umsetzen. Dazu braucht man kurzfristig mehr Angebote und mehr Personal“, sagt er bereits Ende März, als die Pläne für das Ticket bekannt werden. (dh)

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