1. Heidelberg24
  2. Baden-Württemberg

„Cleverländ“ – so soll Baden-Württemberg jetzt Energie sparen

Erstellt:

Von: Marten Kopf

Kommentare

Baden-Württemberg - Der Krieg in der Ukraine macht Energie zum raren Gut. Im Südwesten setzt man nun mit einer neuen Kampagne auf die Macht der Masse.

Kochen mit Deckel auf dem Topf, die Heizung nachts runterdrehen: Mit solchen Tipps will die grün-schwarze Landesregierung die Bürger in Baden-Württemberg zum Energiesparen anhalten. Hintergrund ist der Krieg in der Ukraine: Drohende Engpässe bei der Gasversorgung in der bevorstehenden kälteren Jahreszeit zwingen zum Energiesparen.

„Cleverländ“ Baden-Württemberg: Roadshow durchs ganze Land

Im Südwesten setzt man nun mit einer neuen Kampagne auf die Macht der Masse: Die elf Millionen Menschen im Land sollen mit vielen kleinen Maßnahmen ein möglichst großes Einsparpotenzial entfalten. „CLEVERLÄND – Zusammen Energie sparen“ soll die Kampagne heißen, die Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Dienstag (13. September) in der Landeshauptstadt Stuttgart vorstellt.

„CLEVERLÄND“, man erkennt es unschwer, bezieht sich auf die vergangenes Jahr gestartete Imagekampagne „The Länd“ Baden-Württembergs. Auf einer Roadshow durchs ganze Land sollen jetzt also Expertinnen und Experten noch bis Ende Oktober Tipps geben, wie die Bürger Energie einsparen können. „Auch kleine Einsparungen helfen, nicht nur dem eigenen Geldbeutel, sondern uns allen und dem Klima“, sagt Kretschmann in einer Videobotschaft.

Drohende Energiekrise: Sparprogramm beschlossen

Vorausgegangen war ein 5-Punkte-Plan zum Energiesparen, beschlossen während eines „Gas-Gipfels“ Ende Juli. Beim damaligen Treffen mit Vertreterinnen und Vertretern aus Landesregierung und Kommunen, Arbeitgebern und Gewerkschaften, Handwerk und Energieversorgern, Verbraucherinnen und Verbrauchern hatte Kretschmann vor einem „Auseinanderreißen der Gesellschaft“ im Falle einer Gasmangel-Lage im Winter gewarnt.

„Wenn wir in eine Gasnotlage reinlaufen, werden die Fliehkräfte groß sein. Größer als bei Corona, und dieses Problem haben wir ja noch zusätzlich an der Backe“, so Kretschmann. Und weiter: „Als Landesregierung müssen auch wir unseren Beitrag leisten. Dazu haben wir ein kurzfristig wirksames Sparprogramm beschlossen, um kluge Vorsorge zu betreiben, öffentliche Gebäude winterfest zu machen und die Nutzung erneuerbarer Energien zu beschleunigen.“

Baden-Württemberg: 10 Tipps, clever Energie zu sparen

Und nun sind also die Baden-Württemberger und Baden-Württembergerinnen gefordert. In einem Zehn-Punkte-Katalog gibt die Landesregierung Tipps, wie sich im Alltag Energie einsparen lässt. Von heizen über kochen bis waschen ist alles dabei. Und alles clever, versteht sich, potenziell mögliche Einsparung in Euro und Cent inklusive. Mehr nützliche Spartipps für Zuhause findest Du übrigens auf unserer Themenseite.

Derweil sind auch Städte und Gemeinden angehalten, sich für einen harten Winter rüsten. Überall im Land planen Kommunen mittlerweile, wie sie Gas einsparen können. Die Großstädte Mannheim und Heidelberg etwa spielen schon seit Juli verschiedene „Einsparszenarien“ durch. Der Umgang mit einer drohenden Gasmangel-Lage sei ein Kraftakt für alle Beteiligten seitens des Staates, der Wirtschaft und der Zivilgesellschaft, hatte Peter Kurz, Oberbürgermeister der Stadt Mannheim und Präsident des Städtetags, schon im Anschluss an den Gas-Gipfel gesagt. (mko/dpa)

Auch interessant

Kommentare