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Corona Baden-Württemberg: Inzidenz über 100 – In diesen Städten und Kreisen gelten Ausgangssperren

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Baden-Württemberg - Laut Corona-Verordnung greift ab Inzidenz 100 automatisch eine Ausgangssperre. In welchen Kreisen im Ländle jetzt Ausgangsbeschränkungen in Kraft sind:

Update vom 15. April, 15:31 Uhr: In vielen Stadt- und Landkreisen in Baden-Württemberg greift derzeit die Ausgangssperre. Doch wie sieht es etwa im Rhein-Neckar-Kreis aus? Auf Nachfrage von HEIDELBERG24 äußert sich das zuständige Landratsamt wie folgt: „Wir beobachten natürlich sehr genau die Entwicklung des Infektionsgeschehens im Zuständigkeitsbereich unseres Gesundheitsamtes. Die von Ihnen angeführte Ausgangssperre sollte jedoch auf Basis der aktuellen Regelungen erst dann in Kraft treten, wenn bei Berücksichtigung aller bisher getroffenen anderen Schutzmaßnahmen eine erhebliche Gefährdung der wirksamen Eindämmung der Verbreitung des Coronavirus besteht.

LandBaden-Württemberg
Einwohner11,07 Millionen (2019, Eurostat)
Fläche35.751,46 km²
Bevölkerungsdichte310 Einwohner/km²
HauptstadtStuttgart
MinisterpräsidentWinfried Kretschmann (Grüne)

Laut eines Erlasses des Sozialministeriums des Landes Baden-Württemberg sollten Ausgangsbeschränkungen spätestens ab einer 7-Tage-Inzidenz von 150 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen einer Woche ernsthaft in Betracht gezogen werden – erst dann sei davon auszugehen, dass alle bisher getroffenen Maßnahmen nicht ausreichten. Doch dafür sehe man im Rhein-Neckar-Kreis momentan „noch nicht die Notwendigkeit, eine nächtliche Ausgangssperre zu erlassen“. Ob und welche weiteren Schritte notwendig seien, werde die Entwicklung der kommenden Tage zeigen. Sobald die angekündigte bundesweite Regelung bezüglich Ausgangssperren in Kraft getreten ist, gelte diese dann natürlich auch für den Rhein-Neckar-Kreis – wobei zunächst der genaue Wortlaut des Gesetzes bzw. der Verordnung abgewartet werden müsse.

Corona in Baden-Württemberg: So erklärt das Sozialministerium die Maßnahme

Der Pressesprecher des zuständigen Sozialministeriums, Markus Jox, erklärt gegenüber HEIDELBERG24, dass man jetzt sehen müsse, wie das finale Infektionsschutzgesetz des Bundes aussieht und was sich dadurch für Baden-Württemberg ergibt. Der derzeitige Stand der Dinge sei jedoch so: „Die Verhängung von Ausgangsbeschränkungen nach § 20 Abs. 6 CoronaVO ist ein wirksames und effizientes lnstrument zur Eindämmung des Infektionsgeschehens. Sie ist bei Inzidenzen über 100 als ultimo ratio anzuwenden, weshalb von den zuständigen Behörden zunächst entsprechende Abwägungen in Bezug auf die bisherigen Schutzmaßnahmen erfolgen.

Ein Automatismus beim Überschreiten der 100er-Inzidenz bestehe demnach nicht. „Zudem treten nach § 20 Abs. 5 Abs. 7 CoronaVO (Notbremse) die dort genannten Regelungen bei einer seit drei Tagen in Folge bestehenden Sieben-Tages-Inzidenz von mehr als 100 Neuinfektionen, nach entsprechender Feststellung und Bekanntmachung durch das Gesundheitsamt, am jeweils zweiten darauffolgenden Werktag in Kraft“, führt Markus Jox aus.

07.10.2020, Baden-Württemberg, Stuttgart: Menschen gehen über die Königstraße und den Schlossplatz. Angesichts steigender Infektionszahlen verschärft die Stadt Stuttgart ihre Corona-Auflagen. Foto: Marijan Murat/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Blick auf den Schlossplatz in der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart. © Marijan Murat/dpa-Bildfunk

Derzeit würden laut Sozialministerium Ausgangsbeschränkungen in 19 Stadt- bzw. Landkreisen in Baden-Württemberg gelten. Man gehe davon aus, dass die zuständigen Behörden von ihrem Ermessensspielraum verantwortungsvoll Gebrauch machen und bei zunehmenden Infektionsgeschehen Ausgangsbeschränkungen erlassen.

Corona: Wo in Baden-Württemberg aktuell Ausgangsbeschränkungen gelten

Erstmeldung vom 15. April, 12:43 Uhr: Seit 8. März gelten in Baden-Württemberg* Lockerungen für viele gesellschaftliche Lebensbereiche. In den vergangenen Wochen steigen die Corona*-Infektionszahlen aber stark an, in vielen Stadt- und Landkreisen explodieren die Inzidenzen. Für diesen Fall hat man sich bundesweit eigentlich auf eine „Notbremse“ geeinigt, die sicher stellen soll, dass das Infektionsgeschehen beherrschbar bleibt. Eine Maßnahme, die Ansteckungszahlen zu drücken, wird aktuell heiß diskutiert: nächtliche Ausgangsbeschränkungen.

Baden-Württemberg: Inzidenz steigt rapide an

Die Corona-Verordnung des Landes sieht für alle Kreise, die an sieben Tagen in Folge die Inzidenz von 100 überschreiten, nächtliche Ausgangsbeschränkungen zwischen 21 und 5 Uhr vor. Landesweit ist die 7-Tage-Inzidenz, die angibt, wie viele Menschen sich in den vergangenen sieben Tagen auf 100.000 Einwohner mit dem Coronavirus angesteckt haben, drastisch gestiegen: von 109,3 am 8. April auf 165,3 sieben Tage später (Stand: 14. April, 18:27 Uhr), berichtet HEIDELBERG24.de*.

Gleichzeitig geht auch die Zahl der Stadt- und Landkreise mit einer Inzidenz von 100 oder darunter stark zurück: Lagen letzte Woche noch 16 Kreise unter dem kritischen Schwellenwert von 100, sind es aktuell (15. April, 13:30 Uhr) nur noch vier. Neben den Städten Heidelberg* (67,5) und Freiburg (74,4) sind das die beiden Landkreise Emmendingen (84,1) und Breisgau-Hochschwarzwald (86,1).

Baden-Württemberg: Hier gelten jetzt Ausgangssperren

Von den 44 Stadt- und Landkreisen in Baden-Württemberg gelten in 16 Ausgangssperren, in Schwäbisch-Hall (Inzidenz 307) dürfen die Bürger auch tagsüber nur aus triftigen Gründen die Wohnung verlassen. In fünf weitere Kreisen treten die Ausgangssperren erst am Donnerstag (15. April) oder später in Kraft. Aus einer Liste des Sozialministeriums, die HEIDELBERG24 vorliegt, geht hervor, welche Kreise mit einer Ausgangssperre belegt sind:

KreisDetails zu Ausgangsperre
Baden-Badennächtliche Ausgangbeschränkung (ab 31.3.)
Biberachnächtliche Ausgangbeschränkung (ab 14.4.)
Esslingennächtliche Ausgangbeschränkung (ab 14.4.)
Freudenstadtnächtliche Ausgangbeschränkung (ab 17.4.)
Göppingennächtliche Ausgangbeschränkung (ab 14.4.)
Heidenheimnächtliche Ausgangbeschränkung (ab 12.4.)
Heilbronn (Landkreis)nächtliche Ausgangbeschränkung (ab 13.4.)
Hohenlohekreisnächtliche Ausgangbeschränkung (ab 31.3.)
Karlsruhe (Stadtkreis)nächtliche Ausgangbeschränkung (15.-29.4.)
Karlsruhe (Landkreis)nächtliche Ausgangbeschränkung (15.-29.4.)
Ludwigsburgnächtliche Ausgangbeschränkung (ab 14.4.)
Main-Tauber-Kreisnächtliche Ausgangbeschränkung (ab 1.4.)
Mannheimnächtliche Ausgangbeschränkung (ab 26.3.)
Neckar-Odenwald-Kreisnächtliche Ausgangbeschränkung (ab 15.4.)
Ostalbkreisnächtliche Ausgangbeschränkung (ab 14.4.)
Rastattnächtliche Ausgangbeschränkung (ab 31.3.)
Rems-Murr-Kreisnächtliche Ausgangbeschränkung (ab 14.4.)
Schwäbisch HallAusgangsbeschränkung auch tagsüber (ab 20.3.)
Sigmaringennächtliche Ausgangbeschränkung
Stuttgartnächtliche Ausgangbeschränkung (ab 16.4.-16.5.)
Ulmnächtliche Ausgangbeschränkung (ab 14.4.-2.5)

Die Zahl der Kreise ohne Ausgangsbeschränkungen dürfte in den kommenden Tagen weiter sinken. Aktuell (15. April, 14 Uhr) sind laut Sozialministerium in folgenden Kreisen (noch) keine Ausgangsbeschränkungen vorgesehen:

Wieso in manchen Kreisen noch keine Ausgangssperren in Kraft sind, obwohl sie länger als sieben Tage über Inzidenz 100 liegen, (rmx) *HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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