Kretschmann über Extremfall

Corona in Baden-Württemberg: Sorge vor Mutationen – Grenzschließungen „möglich“

Baden-Württemberg: Trotz sinkender Fallzahlen wird der Lockdown bis zum 7. März verlängert – auch wegen der Ausbreitung gefährlicher Virusvarianten. Drohen im Extremfall Grenzschließungen?

  • In Baden-Württemberg haben sich seit Beginn der Pandemie 306.184 (+369) Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 7.752 (+11) sind an oder mit Covid-19 gestorben. (Stand 15. Februar)
  • Die Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen 7 Tagen ingesamt liegt in Baden-Württemberg bei 5.365. Die landesweite 7-Tage-Inzidenz liegt bei 48,3 (-0,2). (Stand 15. Februar)
  • Coronavirus in Baden-Württemberg: Ministerpräsident Winfried Kretschmann schließt Grenzkontrollen nicht aus

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) schließt wegen der Gefahr durch die
Mutanten des Coronavirus Grenzkontrollen wie im Frühjahr nicht aus. Wenn sich die Virusvarianten in den Nachbarländern immer stärker ausbreiteten, „kann das natürlich im Extremfall auch zu Grenzschließungen führen“, sagte Kretschmann am Donnerstag im Landtag in Stuttgart. „Wir wollen sie natürlich vermeiden“, beteuerte der Grünen-Politiker. Das bleibe die Linie, doch könne sich das insbesondere wegen der Verbreitung der südafrikanischen Virusvariante auch ändern. Er sagte zu, sich mit den Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz und des Saarlands, Malu Dreyer (SPD) und Tobias Hans (CDU), wegen der Grenze zu Frankreich absprechen zu wollen.

Ministerpräsident Baden-WürttembergWinfried Kretschmann
Geboren 17. Mai 1948 in Spaichingen
ParteiBündnis 90/Die Grünen
PrivatesSeit 1975 verheiratet und Vater von drei Kindern.

Corona in Baden-Württemberg: Nationale Grenzkontrollen als Mittel der Viruseindämmung?

Beim ersten Lockdown im Frühjahr waren nationale Grenzkontrollen eingeführt worden, um das Einschleppen des Virus aus dem Ausland so weit wie möglich zu verhindern. Damals hatte es viel Kritik an dieser Maßnahme gegeben, weil Pendler, Familien und Unternehmen darunter litten.

Nach dpa-Informationen gilt es als sehr wahrscheinlich, dass der Bund einer entsprechenden Entscheidung der betroffenen Länder folgen würde, sollten diese Kontrollen an ihren Grenzen befürworten. Das Thema ist zwischen Bund und Ländern zuletzt vor allem mit Blick auf Tschechien und womöglich auch Österreich besprochen worden.

Corona in Baden-Württemberg: Davon hängt die nächtliche Ausgangssperre ab

Neben möglichen Grenzschließungen treibt die Menschen in einigen Städten gegenwärtig eine ganz andere Frage um: Was wird aus den nächtlichen Ausgangssperren in Baden-Württemberg. Bleibt die Ausgangsbeschränkung in Baden-Württemberg weiterhin bestehen? Schließlich sinkt der Inzidenzwert zwar weiter, liegt jedoch mit aktuell 56,2 noch immer über der entscheidenden Grenze von 50 für die letzten sieben Tage? Laut aktueller Corona-Verordnung des Landes können „Gesundheitsämter vor Ort nächtliche Ausgangsbeschränkungen von 21 bis 5 Uhr per Allgemeinverfügung umsetzen“.

Heißt: Faktisch bleibt es also den jeweiligen Stadt- und Landkreisen selbst überlassen, wie sie mit der Regelung verfahren. (esk und dpa)

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

Das könnte Dich auch interessieren

Kommentare