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Corona in Baden-Württemberg: Schock-Prognose – „Mitte April droht Inzidenz zwischen 200 und...“

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Von: Robin Eichelsheimer

Baden-Württemberg - Während sich Ministerpräsident Kretschmann zum möglichen Ende der Corona-Pandemie äußert, droht Deutschland laut RKI nach Ostern eine Horror-Inzidenz:

Update vom 13. März: Ganz schlechte Nachrichten hat jetzt das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin verkündet: Die hochgefährliche und vermutlich tödlichere britische Corona-Mutante (B.1.1.7.) grassiert immer schneller, macht schon fast 50 Prozent. Somit könnte die Zahl der Neuinfektionen bei einem solchen Infektionsgeschehen nach Ostern (2. bis 5. April) sogar noch höher sein als nach Weihnachten 2020! Und damals ist das Niveau schon erschreckend hoch gewesen und hat sogar ständig neue Negativrekorde erreicht.

Heißt konkret: Die Experten des RKI schlagen Alarm und rechnen nach Ostermontag in der 14. Kalenderwoche wieder mit über 30.000 Neuinfektionen pro Tag! „Die Extrapolation der Trends zeigt, dass mit Fallzahlen über dem Niveau von Weihnachten ab KW 14 zu rechnen ist“, so der nüchterne Wortlaut im aktuellen Lagebericht des Instituts. Zur Erinnerung: Am 24. Dezember 2020 hatte das RKI exakt 32.195 Neuinfektionen verkündet – der traurige Höchstwert Ende Dezember lag bei fast 50.000 neuen Fällen.

Corona in Baden-Württemberg: Mitte April droht Deutschland eine Inzidenz zwischen 200 und 500

Laut RKI habe die wöchentlich ermittelten Fallzahlen der britischen Variante B.1.1.7 eine sehr gleichmäßige Wachstumsrate. Im Zeitraum von Mitte Januar bis Anfang März haben sich diese Fallzahlen etwa alle 12 Tage verdoppelt. Daher die düstere RKI-Prognose, dass die 7-Tage-Inzidenz steil ansteigen wird – auf eine mögliche Inzidenz-Wert bis Mitte April zwischen 200 und 500.

Aktuell beträgt dieser Wert für ganz Deutschland bei 76,1 – ein deutliches Plus von 3,7 gegenüber dem Vortag. Die Zahl der Neuinfektionen liegt bei 12.674, was einen Anstieg zur Vorwoche von 3.117 bedeutet. Bundesweit sind weitere 239 Menschen an oder mit Corona verstorben.

Corona in Baden-Württemberg: Kretschmann macht Hoffnung – Pandemie viel früher vorbei?

Erstmeldung vom 12. März: Auch rund ein Jahr nach dem Beginn der Pandemie hat das Coronavirus* Deutschland fest im Griff, auch wenn sich dieser durch die immer umfänglicher werdenden Impfungen sukzessive lockert. Gestern verkündete die EU-Kommission die frohe Botschaft, dass der Impfstoff von Johnson & Johnson für die Europäische Union zugelassen* wurde – nach den Mitteln von Biontech, Moderna und Astrazeneca* darf künftig also auch ein viertes Vakzin verimpft werden. Von den bereits 200 Millionen in Auftrag gegebenen Impfdosen sollen 36,7 Millionen nach Deutschland gehen. Der US-Hersteller sicherte zu, bereits im April liefern zu können.

BundeslandBaden-Württemberg
Einwohner11,09 Millionen
MinisterpräsidentWinfried Kretschmann (Grüne)
HauptstadtStuttgart

Doch wo an der einen Stelle Hoffnung aufkeimte, der drohenden dritten Corona-Welle in Deutschland den Garaus machen zu können, hieß es an anderer Stelle wieder Bangen: Denn fast zeitgleich zur Verkündung der Zulassung des vierten Impfstoffs für die EU gaben die Gesundheitsbehörden in Dänemark, Norwegen, Island und Thailand* das zunächst befristete Aussetzen der Impfungen mit dem Vakzin von Astrazeneca* bekannt. Hintergrund hierfür waren mehrere Berichte über schwere Fälle von Blutgerinnseln bei Personen, denen der Impfstoff des britisch-schwedischen Unternehmens verabreicht wurde. In Dänemark war sogar von einem Todesfall die Rede. In der Folge wurde eine Untersuchung eingeleitet, die prüfen soll, ob dabei ein Zusammenhang besteht. Ein Dämpfer für den mit Imageproblemen behafteten Impfstoff von Astrazeneca* – auch wenn, dieser mittlerweile auch für Menschen über 65 empfohlen wird und sich sämtliche Gesundheitsbehörden explizit weiterhin für das Vakzin aussprechen.

Deutschland zwischen Hoffnung und Bangen – erstere schürte jüngst Baden-Württembergs* Ministerpräsident Winfried Kretschmann mit einer Prognose zum möglichen Ende der Corona-Pandemie, wie HEIDELBERG24* berichtet. Denn dieses könnte in den Augen des Grünen-Politikers in gar nicht allzu ferner Zukunft liegen – aber nur unter einer Voraussetzung.

Corona in Baden-Württemberg: Kretschmann macht Hoffnung mit Aussage über Pandemie-Ende

Erst am Anfang dieser Woche wurden im Anschluss an den Corona-Gipfel von Bund und Ländern am 4. März zahlreiche Lockerungen für Baden-Württemberg* bekannt gegeben – doch nur wenige Tage später schießen die Fallzahlen bereits wieder in die Höhe. Derzeit liegen 29 der insgesamt 44 Stadt- und Landkreise über dem kritischen Inzidenz-Wert von 50. In Crailsheim (Landkreis Schwäbisch Hall) haben zahlreiche Corona-Ausbrüche in Kindergärten und Betrieben* zu einer regelrechten Explosion der Inzidenz geführt – hier nähert sich der Wert der 500er-Marke.

Zwar wünschen sich alle eine Rückkehr zur Normalität, doch angesichts dieser Entwicklungen scheint dieses Ziel in weite Ferne gerückt zu sein. Nicht so für Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann*. Der 72-Jährige äußerte sich in einer Runde der Spitzenkandidaten zur Landtagswahl in Baden-Württemberg* im SWR zur möglichen weiteren Entwicklung der Corona-Pandemie – und macht mit seiner Aussage Grund zur Hoffnung.

Corona in Baden-Württemberg: Normalität noch diesen Sommer? Kretschmann äußert sich zu Pandemie-Ende

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann geht davon aus, dass zum Ende des Sommers eine Rückkehr zur Normalität möglich ist – jedoch nur unter einer gewissen Bedingung. Voraussetzung dafür sei, dass keine weiteren Mutanten in der Corona-Pandemie entstünden, so der Regierungschef. „Davor bewahre uns Gott“, so Kretschmann weiter. Ohne Mutationen haben man gute Aussichten. Auch Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann sagte, sie hoffe, dass die Corona-Krise im späten Sommer vorbei sei. Sie mahnte, dass es dann darum gehe, welche Erkenntnisse man daraus ziehe.

Während Bundeskanzlerin Angela Merkel zwar bislang keine ausgesprochene Prognose zum Pandemie-Ende* abgab, lässt die Aussage eines öffentlichen Gesprächs mit Mitarbeitern von Hilfs- und Krisentelefonen jedoch darauf schließen, dass sie ähnlich hoffnungsvoll gestimmt ist wie Kretschmann: „Das sind jetzt noch drei, vier schwere Monate: März, April, Mai, Juni.“ So lange habe die Coronavirus-Pandemie laut Merkel weiterhin starke Auswirkungen auf unser Leben.

Der Notfalldirektor der Weltgesundheitsorganisation WHO sieht das jedoch ganz anders: Anfang März sagte Michael Ryan gegenüber der Presse, dass ein Ende der Corona-Pandemie noch im Jahr 2021 unrealistisch* sei. Zwar wäre es möglich, die Zahl der Krankenhausaufenthalte und Todesfälle stark zu reduzieren, aber das Coronavirus werde „weiterhin die Oberhand behalten.“

Dabei verwies Notfalldirektor Ryan auf den weltweiten Anstieg der Corona-Fallzahlen Anfang des Monats, nachdem es in den zurückliegenden sechs Wochen weltweit zu einem Rückgang gekommen war. „Es wäre sehr verfrüht und unrealistisch zu denken, dass wir dem Virus bis zum Ende dieses Jahres ein Ende setzen werden“, so der WHO-Funktionär. (rob) *HEIDELBERG24, Merkur und FR sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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