Erkältungs-Symptome kein Ausschlussgrund

Corona in Baden-Württemberg: Kinder dürfen mit Rotznase in Kita und Schule gehen

Stuttgart – Für Gesundheitsminister Manne Luche sind Erkältungs-Symptome kein Ausschlussgrund für Kinder von der Kita oder Schule. Dennoch gelten diese Einschränkungen:

  • Baden-Württtemberg: Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) hat ein Konzept für das Schuljahr 2020/21 vorgelegt.
  • Trotz der Corona-Pandemie soll „so viel Präsenzunterricht wie möglich realisiert werden“.
  • Nach dem Sommerferien besteht eine Maskenpflicht an weiterführenden Schulen, Lehrer sollen sich freiwillig auf Corona testen lassen.
  • Welche Hygiene-Regeln nach den Sommerferien gelten und was bei Erkältungssymptomen zu tun ist:

Update vom 31. Juli: Kinder mit laufender Nase sollen auch in Zeiten der Corona-Pandemie aus Sicht von Experten weiter in die Kita oder zur Schule gehen dürfen. „Schnupfen ohne weitere Krankheitszeichen ist, genauso wie leichter oder gelegentlicher Husten beziehungsweise Halskratzen, kein Ausschlussgrund“, heißt es in einer Empfehlung des Landesgesundheitsamts. Zu Hause bleiben müssen hingegen Kinder erst bei Fieber ab 38 Grad, trockenem Husten oder einer Störung des Geschmacks- oder Geruchssinns. Erst nach einem ganzen Tag ohne solche akuten Symptome darf das Kind zurück in Kita und Schule.

Wie auch schon vor der Corona-Pandemie gilt, dass Kinder, die eindeutig krank sind, nicht in die Kindertageseinrichtung, Kindertagespflegestelle oder Schule gebracht werden. „Ohne panisch zu sein, müssen wir trotzdem alle ganz genau hinschauen, wenn bei Kindern und Jugendlichen im Herbst Erkältungssymptome auftreten“, betonte Gesundheitsminister Manne Lucha gegenüber der Deutschen Presseagentur.

Corona in Baden-Württemberg: Welche Hygiene-Regeln nach den Sommerferien gelten

Update vom 30. Juli: Das Kultusministerium hat die Hygiene-Regeln für das Schuljahr 2020/21 in Baden-Württemberg veröffentlicht. Darin wird beschrieben, wie die Schulen nach den Sommerferien durch die Corona-Pandemie kommen und möglichst viel Präsenzunterricht gewährleisten sollen. Jede Schule ist verpflichtet, einen auf sie abgestimmten Hygieneplan zu erstellen, heißt es in dem Dokument, dass das Kultusministerium in Stuttgart veröffentlicht hat. Die Regeln sind ab dem 14. September 2020 gültig.

An anderer Stelle droht der Lockdown, nachdem sich in einer rumänischen Gemeinde in Sinsheim mehreren Dutzend Personen mit dem Coronavirus infiziert haben.

Corona in Baden-Württemberg: Hygiene-Regeln 2020/21 an Schulen im Überblick

  • Abstandsgebot: Lehrer, Eltern, Beschäftigte und andere Erwachsene müssen 1,50 Meter Abstand zueinander einhalten. Das Gebot gilt nicht zu und zwischen Schülern.
  • Konstante Gruppen: Um Infektionsketten unterbrechen zu können, soll Unterricht nur in regulären Klassen oder Lerngruppen stattfinden. Falls nötig, kann eine Gruppe innerhalb der Jahrgangsstufe aus unterschiedlichen Klassen oder Lerngruppen gebildet werden.
  • Kontakte so weit wie möglich reduzieren.
  • Hygiene: Händewaschen oder Händedesinfektion; Husten- und Niesetikette beachten; Tragen von Masken im Unterricht nicht verpflichtend aber zulässig, Maskenpflicht ab Klasse 5 auf dem Schulgelände außerhalb des Klassenzimmers; Hände nicht ins Gesicht; auf Umarmungen, Berührungen und Händeschütteln verzichten; KLinken nicht mit Händen berühren.

Corona in Baden-Württemberg: Hygiene-Regeln für Klassenräume und Schultoiletten

Zudem gelten auch für Klassenräume klare Hygiene-Regeln: Räume sind alle 45 Minuten ausreichend zu lüften, um einen Luftaustausch zu gewährleisten. Sollte ein Raum nicht belüftbar sein, kann er nicht als Klassenraum verwendet werden. Bei der Reinigung von Räumen müssen insbesondere Oberflächen gründlich gesäubert werden, die häufig mit Handflächen in Kontakt kommen, am besten mehrmals täglich: Türklinken und -griffe, Treppen- und Handläufe, Lichtschalter, Tische, Telefone, Kopiere, Computermäuse, Tastaturen.

Eine Lehrerin steht im Unterricht vor Schülern und Schülerinnen in einer 12. Klasse eines Gymnasiums

In Toilettenräumen müssen ausreichend Flüssigseifenspender und Einmalpapierhandtücher bereitstehen. Um sicherzustellen, dass nicht zu viele Schüler die Toiletten gleichzeitig nutzen, müssen in den PausenEingangskontrollen“ durchgeführt werden, heißt es aus dem Kultusministerium. Zudem gelten für Toilettenräume abhängig von ihrer Größe Beschränkungen, wie viele Schüler sich gleichzeitig in ihnen aufhalten dürfen. Sanitärräume sind mindestens täglich gründlich zu reinigen.

Corona in Baden-Württemberg: Infektionsschutz in Schul-Pausen

Während Schulpausen gilt in allen Schulen in Baden-Württemberg ab Klasse 5 Maskenpflicht in Pausenräumen, Kantinen und auf dem Schulgelände. Schulen haben sicherzustellen, dass sich die festen Gruppen nicht durchmischen. In Grundschulen sollen versetzte Pausenzeiten gewährleisten, dass nicht zu viele Schüler gleichzeitig auf Toilette gehen. In Kantinen ist darauf zu achten, dass Tische zwischen Schichten gründlich gereinigt werden. Pause und Kioskverkäufe sind grundsätzlich wieder erlaubt.

Vor allem für Grundschulen gilt, dass sich nicht alle Schüler gleichzeitig in Gängen und auf den Schulhöfen befinden. Deshalb müssen Schulen ein individuelles Wegekonzept erarbeiten. Wenn möglich soll der Unterrichtsbeginn flexibel gestaltet werden, um Stoßzeiten zu Unterrichtsbeginn zu vermeiden. Nach der Schule muss an Bus- oder Bahnhaltestellen in unmittelbarer Nähe von Schulen sichergestellt werden, dass die geltenden Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden. Auch dort gilt die Maskenpflicht.

Corona in Baden-Württemberg: Regeln für Risikogruppen

Für Lehrer, die zu einer Risikogruppe zählen, ist laut Robert-Koch-Institut (RKI) eine individuelle Risikobewertung im Sinne einer (Arbeits-)medizinischen Beurteilung nötig. Lehrer, die ärztliches Attest für ein erhöhtes Risiko für eine schwere COVID19-Erkrankung nachweisen können, sind vom Präsenzunterricht freigestellt. Die Freistellung bezieht sich nicht auf Lehrerkonferenzen oder Prüfungen, wenn nicht ein ärztliches Beschäftigungsverbot vorliegt. Eine Schwerbehinderung alleine ist kein ausreichender Grund für eine Befreiung vom Unterricht. Eltern minderjähriger Kinder mit einer relevanten Vorerkrankung können diese unbürokratisch von der Teilnahme am Präsenzunterricht entschuldigen. Ob der Schulbesuch verantwortbar ist, sollte mit einem (Kinder-)Arzt abgeklärt werden.

Corona in Baden-Württemberg: Meldepflicht und Warn-App

Die Schulleitung muss sowohl den Verdacht einer Corona-Erkrankung als auch akute Covid-Fälle an das zuständige Gesundheitsamt melden. Für die Nachverfolgung der Infektionswege und damit die Eindämmung der Pandemie kann die Corona-Warn-App zusätzlich helfen, da schneller mögliche Kontaktpersonen identifiziert und informiert werden können. Die Nutzung der App wird allen Lehrern und Schülern empfohlen.

Corona in Baden-Württemberg: Zurück im Schulalltag? Lehrer nennen die 4 größten Probleme

Update vom 17. Juli: Der Schulbetrieb in Baden-Württemberg läuft seit Monaten im Ausnahmezustand - und wird das noch eine Weile tun. Nach den Sommerferien sollen die weiterführenden Schulen wieder voll öffnen. Knapp jedem dritten Lehrer (31 Prozent) geht das zu schnell - das geht aus einer Umfrage unter Lehrern an Grund- und weiterführenden Schulen in Baden-Württemberg hervor, die der Verband Bildung und Erziehung am Donnerstag vorstellte.

39 Prozent sind demnach der Meinung, man hätte mit der Öffnung der Grundschulen Ende Juni noch bis nach den Sommerferien warten sollen. Die Lehrer benennen in der Umfrage die aus ihrer Sicht größten Probleme im Schulalltag in Pandemie-Zeiten:

Baden-Württemberg: Schulen in der Corona-Krise: Das sind die 4 größten Probleme

1. Abgehängte Kinder:  Der Schul-Lockdown hat die Wissenskluft zwischen den Kindern verschärft. Schwächere Schüler verlieren den Anschluss. Als größte pädagogische Herausforderung in der Schulöffnungsphase betrachten die meisten Lehrer (77 Prozent) den Ausgleich von Lernrückständen.

Deshalb wären auch 53 Prozent bereit, auf freiwilliger Basis außerplanmäßig in den Sommer- und Herbstferien zu unterrichten, um Lücken zu schließen - 18 Prozent generell, 22
Prozent bei Anrechnung auf ihre Pflichtstunden, 13 Prozent nur bei besonderer Vergütung.

Etwas weniger, nämlich 46 Prozent, wären bereit, im neuen Schuljahr auch an Samstagen zu unterrichten. Man müsse sich aber vom Gedanken verabschieden, dass man das Versäumte wieder komplett aufholen könne, sagt VBE-Landeschef Gerhard Brand.

2. Lehrermangel: Bereits vor Corona mangelte es an Lehrkräften im Land. Er höre immer Stammtischparolen, Lehrer hätten es in der Krise zu Hause gut gehabt, aber die Belastung habe massiv zugenommen, sagte VBE-Landeschef Brand. Mehr als die Hälfte der befragten Lehrer berichtet auch, dass die Arbeitsbelastung seit der Krise deutlich (28 Prozent) oder etwas (25 Prozent) höher sei als davor.

Fernunterricht, versäumter Stoff, Ferien-Nachhilfe, Notbetreuung, gestaffelte Bewegungspausen, zeitversetzter Unterricht, Masken auf dem Pausenhof - der Organisationsaufwand sei gewaltig, sagt Brand. Es brauche mehr Personal.

Vor allem Grundschullehrer klagen über eine höhere Belastung. 22 Prozent der Lehrer dort wünschen sich die Einstellung neuer Kräfte. Dass das Land den Lehrermangel in den vergangenen Jahren nicht in den Griff bekommen habe, räche sich nun, sagt Brand. Auch die Bildungsgewerkschaft GEW fordert zusätzliches pädagogisches Personal zum Schulstart im September.

3. Hygiene: Lehrer sitzen jeden Tag mit vielen Kindern in einem Raum - nicht wenige sorgen sich vor Infektionen. Rund ein Drittel der Lehrer hält sich für nicht ausreichend geschützt, an den Grundschulen sind es sogar 41 Prozent. 71 Prozent der Befragten würden gerne regelmäßig und freiwillig auf das Virus getestet werden.

37 Prozent gaben an, dass die Lehrer selbst die Räume putzen müssten. „Zu allen Belastungen obendrauf bekommen die Lehrkräfte also auch noch den Putzeimer in die Hand gedrückt!“, kritisiert Brand. Sein Verband fordert mehr freiwillige Corona-Tests, Plexiglasscheiben am Pult und Maskenpflicht für Schüler bei direkter Interaktion mit Lehrern.

4. Digitale Ausstattung: Rund 40 Prozent fordern eine bessere digitale Ausstattung von Schülern wie Lehrern - das formulieren die Lehrkräfte als dringlichste Erwartung an das Kultusministerium. Die Ausstattung mit digitalen Endgeräten wird auch als erstes auf die Frage genannt, was die Lehrer bei ihrer Arbeit in der momentanen Situation am stärksten entlasten würde.

Das Land will 300.000 Laptops und Tablets anschaffen - die solle es aber nur im Einzelfall für Lehrer geben, kritisiert Brand. Es könne nicht sein, dass Lehrer ihre privaten Geräte nutzen müssten.

Eine Lehrerin steht im Unterricht vor Schülern und Schülerinnen in einer 12. Klasse eines Gymnasiums

Baden-Württemberg: Schulen in der Coronakrise: Das sagt das Kultusministerium zu den Forderungen

Und wie reagiert der oberste Dienstherr auf die Forderungen der Lehrer im Land? Im Kultusministerium liest man die Ergebnisse der Umfrage in erster Linie positiv. Die Einschätzungen der befragten Lehrer zeigten „eine insgesamt hohe Zustimmung zur Schulpolitik in der Corona-Krise und zu den Plänen für das neue Schuljahr“, teilt eine Sprecherin am Donnerstag mit. Sie räumt aber auch ein: Das Coronavirus sei immer noch ein unberechenbarer Gegner, der langfristige Planungen erschwere. „Hier ist es für alle Schulpartner wichtig, gemeinsam im Gespräch zu bleiben.“

Corona in Baden-Württemberg: Das halten Lehrer von den Schulöffnungen - Umfrageergebnis überrascht

Update vom 16. Juli: Der Verband Bildung und Erziehung hat eine Umfrage zum Thema Schulöffnungen unter Lehrern an Grund-und weiterführenden Schulen in Baden-Württemberg in Auftrag gegeben. Aus den Ergebnissen, die am Donnerstag (16. Juli) in Stuttgart vorgestellt werden, geht hervor, dass die Schulöffnungen jeden dritten Lehrer zu schnell gehen.

31 Prozent der befragten Lehrer sind der Meinung, dass man mit den Schulöffnungen nach den Sommerferien noch warten sollte. 39 Prozent der Lehrer geben an, dass man mit der vollständigen Öffnung von Grundschulen noch bis nach den Sommerferien hätte warten sollen. Grundschulen sind seit dem 29. Juni wieder geöffnet. Rund ein Drittel der Lehrer hält sich zudem nicht für ausreichend vor dem Coronavirus geschützt. Für die Umfrage hat Forsa 303 Lehrer an Grund- und weiterführenden Schulen der Sekundarstufe 1 vom 1. bis 8. Juli in computergestützten Telefoninterviews befragt.

Corona in Baden-Württemberg: So sieht der Schulalltag nach den Sommerferien aus

Update vom 15. Juli: Neue Regeln für Schulen: Maskenpflicht für Kinder, Corona-Tests für Lehrer – der Schulalltag nach dem Sommer wird ein anderer sein, geprägt von der Pandemie. Nach den Sommerferien gilt an allen weiterführenden Schulen in Baden-Württemberg eine Maskenpflicht zur Eindämmung des Coronavirus. Das hat Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Dienstag in Stuttgart bestätigt. Wer auf dem Schulgelände und in den Gebäuden unterwegs ist, muss eine Alltagsmaske tragen. Während des Unterrichts gilt die Maskenpflicht nicht.

Kretschmann sagte auch, dass sich die Landesregierung von Baden-Württemberg auf mehrere Punkte geeinigt habe, die nächste Woche im Kabinett beschlossen werden sollen. Dazu gehören neben der Maskenpflicht an weiterführenden Schulen auch sogenannte Sentineltests für 16 Einrichtungen im Land – je zwei Kitas und Schulen pro Regierungspräsidium. Das diene dazu, das Infektionsgeschehen zu beobachten und frühzeitig Hinweise auf bestimmte Entwicklungen zu kommen, sagte Kretschmann.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Schulen nach den Sommerferien – Test-Strategie für Lehrer beschlossen

Die Landesregierung von Baden-Württemberg hat sich nach langer Diskussion auch auf eine Test-Strategie für das Personal an Schulen und Kitas geeinigt. Alle Mitarbeiter sollen sich von Mitte August mit Ende September zwei Mal kostenfrei und freiwillig auf das Coronavirus testen lassen können. Der Zeitraum ist so gewählt, damit sich besonders auch Reise-Rückkehrer auf Corona testen lassen können, bevor sie wieder ihre Arbeit aufnehmen. Das Land übernimmt die Kosten.

Das Test-Angebot gilt nicht nur für Erzieher und Lehrer, sondern auch für Hausmeister, Schulsekretär sowie alle weiteren Beschäftigten an den Einrichtungen. Für Kinder und Schüler gibt es diese Möglichkeit allerdings nicht. Im Fall einer Corona-Infektion an einer Schule oder Kita können sich alle Kinder und Mitarbeiter freiwillig testen lassen – egal, ob sie unmittelbar in Kontakt mit der infizierten Person standen oder nicht. Weitere Schutzmaßnahmen wie Plexiglasschutzvorrichten auf dem Pult oder Visier könnten die Schulen in Eigenregie anfertigen und einsetzen, sagte Kretschmann.

Corona in Baden-Württemberg: Maskenpflicht an weiterführenden Schulen kommt!

Update vom 14. Juli: In Baden-Württemberg gilt nach den Sommerferien an allen weiterführenden Schulen eine Maskenpflicht zur Eindämmung des Coronavirus. Das bestätigte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Dienstag. Jeder, der dann auf dem Schulgelände und in den Gebäuden unterwegs ist, muss demnach eine Alltagsmaske tragen. Während des Unterrichts soll die Maskenpflicht nicht gelten. Die Landesregierung einigte sich nach langen Diskussionen auch auf eine Teststrategie für das Personal an Schulen und Kitas. Alle Mitarbeiter sollen sich von Mitte August bis Ende September zwei Mal kostenfrei und freiwillig auf das Coronavirus testen lassen können.

Corona in Baden-Württemberg: Massive Änderungen im neuen Schuljahr – Konzept vorgestellt

Erstmeldung vom 9. Juli: Die Corona-Infektionen in Baden-Würtemberg gehen weiter zurück, schrittweise kehrt auch in Schulen wieder Normalität ein. Aber einen Unterricht wie vor Corona wird es auch im Schuljahr 2020/21 wohl nicht geben. Das geht aus einem Konzeptpapier hervor, das Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann (CDU) am Mittwoch in Stuttgart vorgestellt hat.

BundeslandBaden-Württemberg
Fläche35.751 km²
Bevölkerung11,07 Millionen (2019)
HauptstadtStuttgart
Sehenswürdigkeiten\tSchloss Heidelberg, Europa-Park
Hochschulen und UniversitätenUniversität Stuttgart, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
MinisterpräsidentWinfried Kretschmann (Grüne)

Baden-Württemberg: Konzept für Schuljahr 2020/21 vorgestellt

Die 4.500 Schulen im Bundesland sollen im neuen Schuljahr „so viel Präsenzunterricht wie möglich realisieren“, sagt Eisenmann bei der Vorstellung des Konzepts am Mittwoch (8. Juli). Gleichzeitig wolle man die „Belastungen für Lehrkräfte und Schulleitungen begrenzen“, betont die Kultusministerin. Darüber berichtet HEIDELBERG24*. Nachdem Ende Juni bereits alle Kitas und Grundschulen in Baden-Württemberg wieder in den „Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen*“ gegangen sind, sollen im September auch die weiterführenden Schulen folgen.

Das neue Schuljahr wird also keineswegs ein ganz normales Schuljahr, so wie wir das noch vor der Corona-Krise kannten“, meint die Ministerin. „Um für alle Eventualitäten von vornherein einen Puffer und zusätzliche Zeit für Unterricht und Prüfungsvorbereitung zu haben“, werden die zentralen Abschlussprüfungen im Jahr 2021 nach hinten verschoben. Je nach Schulart um drei bis vier Wochen.

Schuljahr 2020/21 in Baden-Württemberg: Was passiert mit Abstandsgebot und Maskenpflicht?

Grundsätzlich soll ab September Präsenzunterricht in der Schule wieder die „Regelform für den Unterricht“ sein, bekräftigt Eisenmann. Das soll nach den Grundschulen auch für alle weiterführenden Schulen im Land gelten. Um das zu bewerkstelligen, könnten Abstandsgebote zu und zwischen Schülern aber nicht aufrechterhalten werden. Ein geforderter Mindestabstand von 1,5 Meter bräuchte zu viel Platz und so könnten nicht alle Kinder gleichzeitig unterrichtet werden.

An die Stelle des Abstandsgebots treten Gruppen in fester Zusammensetzung. Das heißt, es müssen möglichst feste und konstante Gruppen gebildet werden. Wo immer möglich, sollte sich der Unterricht auf die reguläre Klasse oder die Lerngruppe beschränken“, so die Ministerin. So könnten im Fall einer Ansteckung Infektionsketten nachvollzogen und unterbrochen werden. Damit nicht alle Schüler gleichzeitig über Gänge zu Klassenräumen oder Schulhöfen laufen, sollen Schulen ein Konzept für die Wegeführung erarbeiten. Schüler, die Kontakt zu einer infizierten Person hatten oder Symptome wie erhöhte Temperatur spüren, sollen zuhause bleiben.

Für ältere Schüler wird derzeit eine Maskenpflicht diskutiert, im Unterricht kann sich Eisenmann eine Maskenpflicht aber nicht vorstellen. Sollte es aber notwendig sein, sieht sich das Kultusministerium gerüstet: man verfüge bereits über 27 Millionen Alltags- und 800.000 FFP2-Masken.

Baden-Württemberg: Kultusministerin Eisenmann setzt Schulbesuchspflicht aus

Eine Schulbesuchspflicht wird es in Baden-Württemberg im kommenden Schuljahr wohl nicht geben. Heißt: Eltern können ihr Kind formlos abmelden, wenn sie nicht wollen, dass ihr Kind am Präsenzunterricht teilnimmt. Dann muss das Kind aber aus der Ferne mitlernen.

Kritik an der Entscheidung kommt vom grünen Koalitionspartner: „Dass Schülerinnen und Schüler ohne ärztliches Attest vom Präsenzunterricht befreit werden, halten wir für schwierig“, sagt die bildungspolitische Sprecherin Sandra Boser. „Hier wünschen wir uns eine klare und nachvollziehbare Regelung, unter welchen Voraussetzungen eine Befreiung erfolgt.

Baden-Württemberg: Was sich zum Schuljahr 2020/21 noch ändert

Eine wichtige Rolle kommt Lehrern zum Start des neuen Schuljahres im September zu. Sie sollen den Wissenstands überprüfen und etwaige „Lernlücken und Förderbedarfe identifizieren“. So soll eine Ausgangsbasis jedes Schülers bestimmt werden. Eisenmann: „Durch die Schulschließungen konnten leider nicht alle Schüler in der Form erreicht werden, wie es nötig gewesen wäre. Das müssen wir berücksichtigen.“ Bis zum Ende des aktuellen Schuljahres sollen Schulen für jede Klasse und Lerngruppe festhalten, welche Lerninhalte nicht behandelt wurden. Sie sollen im neuen Schuljahr als Anknüpfungspunkte dienen.

Mehrtägige außerschulische Veranstaltungen wie Landschulheime, Schüleraustausche oder Studienreisen soll es im neuen Schuljahr in Baden-Württemberg nicht geben. Auch Singen in geschlossenen Räumen bleibt verboten.

Baden-Württemberg: Corona-Tests für Lehrkräfte und Erzieher

Lehrer gebe es genug, meint Eisenmann. Ein Fünftel der Lehrer hatten sich wegen Corona zur Risikogruppe gezählt und waren nicht zur Schule gekommen. Das habe sich mit Einführung der Attestpflicht geändert. Jetzt würden wieder mehr Lehrer am Präsenzunterricht teilnehmen. Mit Blick auf den Gesundheitsschutz will Eisenmann „die Öffnung von Schulen mit freiwilligen Testmöglichkeiten für alle Lehrkräfte begleiten.“ Ein entsprechendes Konzept soll bis zu den Sommerferien stehen und auch Erzieher berücksichtigen.

Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (Archivbild).

Riskant und falsch“ findet man Eisenmanns Plan indes bei der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft: Die Lehrer fühlten sich wie Versuchskaninchen der Landesregierung, sagte die GEW-Landesvorsitzende Doro Moritz. Es fehlten klare Zusagen, welche Schutzmaßnahmen für die 1,5 Millionen Schüler und 130.000 Lehrer zur Verfügung stünden. Moritz fordert Schutzmasken für alle Lehrer und zusätzliche Reinigungskräfte.

Schuljahr 2020/21 in Baden-Württemberg: Fernlernen soll verbessert werden

Im Fall eines verstärkten Infektionsgeschehens müsste auch wieder für die Rückkehr zum Fernunterricht geplant werden, erklärt Eisenmann. „Aus diesem Grund haben wir nun verbindliche Leitlinien und Qualitätskriterien für das digitale Lernen im Fernunterricht festgelegt.“ Diese seien auch für Schüler wichtig, die aus gesundheitlichen Gründen nicht am Präsenzunterricht teilnehmen können.

Wichtige Eckpunkte für den Fernunterricht: dasselbe Unterrichtsmaterial für alle Schüler, regelmäßige Aufgaben in allen Fächern, Rückmeldung nach Bearbeitung, regelmäßige Kommunikation zwischen Lehrer und Schüler. Schüler, die nicht über die digitale Ausstattung für das Fernlernen verfügen, sollen von der Schule mit Equipment versorgt werden. Im Rahmen des „Digitalpakts Schule“ plant man in Baden-Württemberg den Kauf von 300.000 Laptops.

Baden-Württemberg: Prüfungstermine im Schuljahr 2020/21

Für das kommende Schuljahr hat das Kultusministerium für die allgemeinbildenden Schulen folgende Abschlussprüfungs-Termine 2021 festgelegt:

Hauptschulabschlussprüfung:
Haupttermin: 8. bis 15. Juni 2021
Nachtermin: 25. bis 29. Juni 2021
Mündliche Prüfungen: 12. bis 16. Juli 2021

Werkrealschulabschlussprüfung:
Haupttermin: 8. bis 18. Juni 2021
Nachtermin: 25. Juni bis 1. Juli 2021
Mündliche Prüfungen: 12. bis 16. Juli 2021

Realschulabschlussprüfung:
Haupttermin: 8. bis 18. Juni 2021
Nachtermin: 25. Juni bis 1. Juli 2021
Mündliche Prüfungen: 12. bis 16. Juli 2021

Abitur:
Haupttermin: 4. bis 21. Mai 2021
Nachtermin: 8. bis 23. Juni 2021
Mündliche Prüfungen: 12. bis 23. Juli 2021 (rmx mit Material von dpa) *HEIDELBERG24 ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Philipp von Ditfurth/dpa

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