Hunderte in Quarantäne

Corona-Explosion in Lahr: Wie eine Hochzeit einen ganzen Landkreis verändert

Lahr/Ortenaukreis - In Lahr findet Ende September eine große Hochzeitsfeier statt – mit schwerwiegenden Folgen für alle Beteiligten und für den gesamten Kreis.

Update vom 10. Oktober: Der Ortenaukreis empfiehlt seinen Kommunen angesichts hoher Coronavirus-Infektionszahlen die Teilnehmerzahlen für private Feiern wie Hochzeiten oder Geburtstage ab sofort zu beschränken. Der Grund: mit einer 7-Tages-Inzidenz von aktuell 35,92 ist im Ortenaukreis der erste Warnwert von 35 Neuinfektionen je 100.000 Einwohnern in den vergangenen sieben Tagen überschritten worden. Bis auf Weiteres sollen private Feiern wie beispielsweise Hochzeiten und Geburtstagsfeiern in öffentlichen Räumen (zum Beispiel in Restaurants und dafür gewerbsmäßig vermieteten Räumen) auf maximal 50 Teilnehmer beschränkt werden. In privaten Räumen soll die Beschränkung bei maximal 25 Teilnehmern liegen, so die Empfehlung des Landkreises.

„Wir stehen im engen Austausch mit unseren Städten und Gemeinden und haben das Infektionsgeschehen genau im Blick. Zuletzt ging es ganz wesentlich auf größere private Feiern zurück. Da diese im ganzen Kreis stattfinden, ist das Risiko für weitere Infektionsausbrüche hoch, deshalb empfehlen wir eine Obergrenze für private Feiern“, erklärt Landrat Frank Scherer. „Wir müssen die weitere Ausbreitung des Virus unbedingt verhindern, damit unser öffentliches Leben weiter aufrechterhalten bleibt. Unsere Empfehlung ermöglicht den Kommunen eine jeweils differenzierte Vorgehensweise unter Wahrung der Verhältnismäßigkeit“, so der Landrat.

Corona-Explosion in Lahr: Hochzeit wird zum Superspreader-Event

Update vom 7. Oktober: Erst jetzt wird allmählich klar, welche Ausmaße das Infektionsgeschehen rund um die Hochzeit einer Großfamilie in Lahr im Ortenaukreis annimmt, denn die davon ausgehende Corona-Welle wächst immer weiter. Im Rahmen einer Hochzeitsfeier am 25. September hatte das zuständige Gesundheitsamt zunächst 16 nachgewiesene Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet – mit dem Hinweis, dass man jedoch mit weiteren Infizierten rechne. Und genau so ist es jetzt gekommen. Nach bisherigen Erkenntnissen des Offenburger Gesundheitsamts haben sich mittlerweile 50 Menschen im Zusammenhang mit der Hochzeitsfeier in Lahr mit dem Coronavirus infiziert, darunter wieder Kinder und Jugendliche.

Bislang mussten sich rund 250 Menschen nach der Hochzeitsfeier in Lahr in Quarantäne begeben. Vor dem Hintergrund der neuesten Entwicklungen des Superspreader-Events wird diese Zahl aber weiter massiv steigen. Jetzt müssen noch mehr Schulklassen in Quarantäne. Konkret betroffen: die Werkrealschulen Friesenheim und Seelbach, die Beruflichen Schulen Achern, die Grundschule Kippenheim, das Scheffelgymnasium Lahr sowie die Kita und Grundschule in Reichenbach.

Zudem rechnet das Gesundheitsamt auch abermals mit einem Anstieg bei den Ansteckungen mit dem gefährlichen Sars-CoV2-Erreger, da zahlreiche Besucher der Hochzeit in Lahr in kürzestem Zeitraum weitere Familienfeiern besucht hatten. Dieser Umstand stellt die Behörde vor enorme Schwierigkeiten bei der Rückverfolgung möglicher Infektionsketten. „Wir haben bisher mehr als 240 enge Kontaktpersonen identifiziert, der Großteil ist bereits getestet“, so Evelyn Bressau, Leiterin des Gesundheitsamts. Dazu kämen nun die Kontaktpersonen der 34 neu infizierten Personen. Das Gesundheitsamt schätzt, dass diesbezüglich bis zu 150 weitere Personen ausfindig gemacht und getestet werden müssen.

Lahr: Hochzeit von Großfamilie tritt Corona-Welle los – Behörde rechnet mit zahlreichen weiteren Infektionen

Erstmeldung vom 6. Oktober: Die Sommerferien in Baden-Württemberg sind vorbei, Tausende Urlauber sind wieder zurück und bei der Arbeit, Schule oder Kita. Ein Umstand, der in Zeiten des Coronavirus zu weitreichenden Folgen führt, wie auch die aktuellen Fallzahlen aus Baden-Württemberg zeigen. In einem Landkreis und in einer Großstadt wurde mittlerweile der kritische Inzidenz-Wert von 35 Fällen pro 100.000 Einwohner erreicht, was zu strengeren Maßnahmen in den betroffenen Gebieten führt. Aber nicht nur dort nimmt das Corona-Geschehen kritische Ausmaße an, denn wie HEIDELBERG24* berichtet, haben sich Ende September bei einer großen Hochzeitsfeier in Lahr (Ortenaukreis) 16 Personen mit dem Coronavirus infiziert. In der Folge müssen über 240 Personen in Quarantäne.

Lahr: Hochzeitsfeier tritt Corona-Welle los – 16 Infizierte, fast 250 Personen in Quarantäne

Rund 120 Personen feiern Ende September in Lahr eine Hochzeit – mit weitreichenden Folgen, wie sich wenig später herausstellen wird. Denn wie das Gesundheitsamt des Ortenaukreises mitteilt, haben sich dabei mindestens 16 Personen mit dem Coronavirus angesteckt.

Hochzeitsfeier in Corona-Zeiten: Mindestens 16 Infizierte nach Feier in Lahr in Baden-Württemberg (Symbolfoto).

Aktuell verfolgt die Behörde mehr als 240 Kontaktpersonen aus Lahr und Umgebung, die sich nach der Hochzeitsfeier in Quarantäne begeben müssen. „Nach aktuellem Stand haben sich bisher 16 Gäste der Hochzeitsfeier mit dem Coronavirus infiziert“, so Evelyn Bressau, Leiterin des Gesundheitsamts.

Brisant: Ein Teil der betroffenen Gäste soll sich nach Angaben des Gesundheitsamtes zusätzlich auf anderen Familienfeiern mit zahlreichen Teilnehmern aufgehalten haben, was die Behörde vor besondere Aufgaben stellte. Dort rechne man mit weiteren Infizierten. Im Zusammenhang mit der Hochzeit in Lahr sind auch Schüler der Werkrealschule in Seelbach und der Grundschule in Kuhbach, beide im Ortenaukreis gelegen, betroffen. Mehrere Klassen befinden sich laut Landratsamt in Quarantäne.

Lahr: Corona-Ausbruch bei Hochzeitsfeier – kritischer Wert an zwei Orten überschritten

In Baden-Württemberg bereiten diverse Infektionsgeschehen den Gesundheitsämtern große Sorgen. Aktuell wurde in einer Stadt der Schwellenwert von 35 bei der 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner überschritten – und somit die Vorwarnstufe erreicht. Dabei handelt sich um die Großstadt Mannheim, die eine 7-Tage-Inzidenz von 36,8 erreichte, und den Landkreis Esslingen, wo der Wert gar bei 40,6 liegt. Somit ist dort gemäß des Stufenplanes zur Eindämmung der Corona-Pandemie die „kritische Phase“ erreicht. Ab dem Schwellenwert von 35 besteht ein starker, möglicherweise exponentieller Anstieg der Fallzahlen mit diffusen, häufig nicht mehr nachvollziehbaren Infektionsketten.

Die Folge: Die Stadt Mannheim und der Landkreis Esslingen greifen zu strengeren Maßnahmen, ziehen angesichts der hohen Ansteckungszahlen nun die Notbremse und schränken private Feiern und Treffen ein.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Landesregierung setzt zweite Warnstufe in Kraft

In Anbetracht der steigenden Corona-Zahlen in Baden-Württemberg, setzt die Landesregierung erstmals die zweite Stufe im Kampf gegen die Pandemie in Kraft. Wie ein Regierungssprecher gegenüber der Deutschen Presse-Agentur bestätigte, will Sozialminister Manne Lucha am Dienstag (6. Oktober) im Kabinett in Stuttgart den Eintritt in die sogenannte Anstiegsphase verkünden.

Darin beinhaltet seien unter anderem strengere Kontrolle von Maßnahmen, Appelle an die Öffentlichkeit und das bedarfsabhängige Hochfahren von Corona-Ambulanzen und Teststellen. Auch die von Bund und Ländern beschlossenen Verschärfungen der Corona-Regeln für Feiern und Besuche von Gaststätten sollen nun greifen. Darüber hinaus droht in Baden-Württemberg künftig ein Bußgeld, wenn Gäste beim Besuch im Restaurant falsche persönliche Angaben machen. (rob) *HEIDELBERG24 ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Uwe Anspach/dpa

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