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Corona-Schnelltest: In dieser Stadt in Baden-Württemberg gibt es ihn schon kostenlos

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Von: Ann-Kathrin Metzger

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Gratis Corona-Schnelltests - Tübingen geht einen Sonderweg in der Corona-Krise. Wird das Arztmobil bald auch in anderen Städten in Baden-Württemberg eingesetzt werden?

In Tübingen gibt es eine mobile Corona-Teststation der besonderen Art. Personen, die herausfinden möchten, ob sie sich mit dem Coronavirus* infiziert aber keine Symptome haben, können beim Arztmobil vorbeikommen. Per Antigen-Schnelltest bekommen sie innerhalb weniger Minuten ein Ergebnis. Die Schnelltestaktion der Notärztin Lisa Federle soll nun landesweit ausgeweitet werden. Das berichtet HEIDELBERG24*.

Corona in Baden-Württemberg: Schnelltest in Tübingen – so wird getestet

Für die Corona-Schnelltestaktion kommt Federle an drei Tagen in der Woche mit dem Arztmobil in die Tübinger Innenstadt, an einem Tag ist sie jeweils in Rottenburg und Mössingen. Der Test ist kostenlos. „An manchen Tagen stehen schon mindestens 100 Leute da und warten. Ich bin mir sicher, dass bis Heiligabend immer mehr und mehr Menschen kommen werden“, sagt Federle.

An der ersten Station des Arztmobils werden Interessent*innen mit einem Zettel empfangen. Dann wird der Abstrich gemacht und anschließend sollen die die Getesteten einen kurzen Spaziergang machen. Anschließend erfahren sie hinter dem Arztmobil, ob ihr Corona-Schnelltest positiv oder negativ ist.

Corona-Schnelltest: Vor Weihnachten in ganz Baden-Württemberg verfügbar

Die kostenlose Corona-Schnelltestaktion der Tübinger Notärztin Lisa Federle soll auf ganz Baden-Württemberg* ausgeweitet werden. Nach Auskunft von Federle soll es solche Aktionen am 23. und 24. Dezember in mindestens 25 weiteren Städten in Baden-Württemberg geben. Mit der Aktion soll ermöglicht werden Oma, Opa und andere Verwandte an Weihnachten sorgenfreier zu besuchen.

Das Land stellt hierfür mindestens 50.000 Schnelltests aus einer Notreserve zur Verfügung. Details zu den landesweiten Schnelltests will das Sozialministerium in der kommenden Woche veröffentlichen.

Die Aktion wird unterstützt vom Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes, der auch größtenteils die Kosten der 25.000 Schnelltests übernimmt. „90 Prozent der älteren Menschen leben zu Hause und nicht in Altenheimen. Jetzt brauchen weder sie noch ihre Verwandten Angst davor zu haben, dass sie sich anstecken. Dies bedeutet, dass sie gemeinsam Weihnachten feiern können“, sagte Federle, die auch DRK-Präsidentin des Kreisverbands Tübingen ist.

Corona in Baden-Württemberg: Prominente Unterstützung für Schnelltest-Aktion

Am Donnerstag (10. Dezember) ist auch ein ein prominenter Unterstützer der Aktion zum Corona-Schnelltest am Marktplatz in Tübingen gekommen: Schlagersänger Dieter-Thomas Kuhn. Mit einem seiner Band-Kollegen hatte der 55-Jährige das Plakat für die Kampagne entwickelt. „Das ist eine gute Sache. Ich bin fast jedes Mal dabei“, so der gebürtige Tübinger.

Schlagersänger Dieter Thomas Kuhn und die Tübinger Notärztin Lisa Federle tragen ein Plakat mit der Aufschrift „Stille Nacht Einsamme Nacht? Muss nicht sein“ auf dem Rathausplatz in Tübingen.
Schlagersänger Dieter-Thomas Kuhn ist prominenter Unterstützer der Corona-Schnelltestaktion. © picture alliance/dpa | Tom Weller

Wer sich testen lassen will, muss Abstand halten und eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Wer spezifische Corona-Symptome hat, sollte nicht zum Testmobil kommen, sondern sofort den Hausarzt oder das Gesundheitsamt kontaktieren. Federle hatte im Jahr 2015 für den Kreis Tübingen das Ärztemobil entwickelt, eine mobile Arztpraxis, insbesondere für die Versorgung von Geflüchteten. Für die „rollende Arztpraxis“ wurde sie mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. In Tübingen organisierte sie Obdachlosenhilfe und eine Fieberambulanz.

Corona in Baden-Württemberg: DRK-Kreisverband hofft auch Spenden

Ehrenamtlichen Helfern des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) um Notärztin Lisa Federle kümmern sich in Tübingen um die mobile Teststation. Wenn so am Tag nur ein oder zwei Corona-Positive „rausgefiltert“ werden, sei bereits viel gewonnen, sagte DRK-Mitarbeiterin Hannah Irmler dem Schwäbischen Tagblatt. Und das sei so, sagt Federle: Zwei bis vier Personen (von täglich über 100) wären im Schnitt positiv.

Solch ein Test koste beim Arzt sonst etwa 45 Euro, sagte Arztmobil-Initiatorin Federle. Der DRK-Kreisverband sei mit 110.000 Euro in Vorkasse gegangen und hoffe daher auf Spenden, um das Geld wieder herein zu holen. Zahlreiche Tests durchzuführen halte sie derzeit für „absolut sinnvoll“, sagte Federle. Da berichtet das Schwäbische Tagblatt.

Die Tübinger Notärztin Lisa Federle hält einen positiven Corona-Schnelltest in der Hand.
Die Corona-Schnelltestaktion in Tübingen liefert in wenigen Minuten ein Ergebnis. (Symbolbild) © picture alliance/dpa | Tom Weller

Corona in Baden-Württemberg: Tübingen hat Erfolg mit Sonderweg

Tübingen geht in mehrfacher Hinsicht einen Sonderweg in der Corona-Krise. Die Stadt hat sich besonders dem Schutz der Risikogruppe verschrieben und einige spezielle Maßnahmen zu deren Schutz in die Wege geleitet. Die Bilanz: Kein einziger Corona-Fall ist aktuell in den Altenheimen der Stadt bekannt. Bereits seit Mai ist in den Einrichtungen, die rund 1.000 Personen Platz bieten, keine Infektion mehr notiert.

Einen Corona-Schnelltest müssen in Tübingen auch Besucher von Alten- und Pflegeheimen machen. Bewohner und Pflegepersonal werden regelmäßig untersucht, auch FFP2-Masken sind Standard. Am Arztmobil am Marktplatz werden neben den Corona-Schnelltests auch FFP2-Masken an die Risikogruppe ausgegeben. Die Zeit zwischen neun und elf Uhr vormittags ist in Tübingen seit Anfang November als Zeitfenster etabliert, in dem Risikogruppen ihre Einkäufe erledigen können. Als Alternative zu öffentlichen Verkehrsmitteln gibt es Sammeltaxis zum Preis eines Bustickets. (akm mit dpa) *HEIDELBERG24 ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

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