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Schule in BW: Aprilscherz mit Corona-Test geht nach hinten los – jetzt ermittelt Behörde

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Von: Marten Kopf

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Es gibt sie, diese wirklich schlechten Aprilscherze. Für die 5. Klasse eines Pforzheimer Gymnasiums beginnt der April hygienisch fragwürdig – jetzt hat eine Behörde sogar Untersuchungen veranlasst.

„April, April!“ Ein Ausspruch etwa genauso beliebt wie nervtötend. Wo genau der Ursprung des Aprilscherzes liegt, ist zwar nicht abschließend geklärt, völlig klar ist aber: Es gibt gute und weniger gute. Ein Lehrer aus Pforzheim in Baden-Württemberg fühlte sich in diesem Jahr zu einem weniger guten bemüßigt – und das hat jetzt womöglich ernsthafte Konsequenzen. Auslöser war wohl ein Aprilscherz über Corona-Tests an der Schule:

RegierungsbezirkKarlsruhe
Gliederung5 Stadtkreise, 7 Landkreise, 211 Gemeinden
RegierungspräsidentinSylvia Felder (CDU)

Aprilscherz um Corona-Tests an Schule: Regierungspräsidium ermittelt

Es gibt Dinge, mit denen eher nicht zu spaßen ist. Dazu gehören oft sehr individuelle Themen, keine Frage, das immer noch grassierende Coronavirus ist aber auf jeden Fall eher nur so mittelspaßig. Das findet auch das Regierungspräsidium Karlsruhe, als oberste Behörde zuständig für alle schulischen Fragen im Lande.

Was passiert war, ist im Grunde sehr simpel und einigermaßen skurril: Wir alle haben leidliche Erfahrungen mit Corona-Schnelltests. Und den müssen bekanntlich auch Schüler regelmäßig durchführen. Und nun versucht ein besonders findiger Pädagoge, die Damen und Herren Kollegen während einer Lehrerkonferenz am 1. April mal ein bisschen an der Nase herumzuführen.

Wenn das Kind positiv auf Corona getestet wird, sollten Eltern schnell handeln.
Schüler müssen sich regelmäßig auf Corona testen. © Nicolas Armer/dpa

„Neue Corona-Verordnung“: Ungewöhnlicher Testaufbau

Eine neue Corona-Verordnung für Baden-Württemberg, so verkündet er, gebe vor, dass alle Schüler einer Klasse nur noch mit einem einzelnen Teststäbchen zu testen seien. Klingt doof. Und das ist es natürlich auch. Trotz allem nimmt ein Kollege die Ankündigung augenscheinlich für bare Münze, wie die „Pforzheimer Zeitung“ schon am Freitag (15. April) berichtete.

Und an diesem Punkt wird‘s auch ein bisschen eklig, denn jeder weiß inzwischen, wie so ein Test abläuft. Stäbchen tief in die Nase, ein paar Mal drehen und so weiter. Und tatsächlich verweigern sich auch diverse Schüler einer 5. Klasse am betroffenen Gymnasium. Das kann man verstehen.

Schlechter Aprilscherz an Schule in Baden-Württemberg: „Stehen mit Betroffenen in Kontakt“

Nichtsdestotrotz ist aus dem vermeintlich harmlosen Spaß nun ein Fall für die Schulbehörde geworden. „Was wir jetzt schon sagen können ist, dass die Schulleitung mit allen Eltern der betroffenen Klasse in Kontakt stand und steht“, so eine Sprecherin des Regierungspräsidiums. Stand jetzt habe sich kein Kind bei der Aktion infiziert, weder mit Corona noch mit sonst einer Krankheit. Die Schule habe schnell reagiert und die Eltern informiert.

Das sei bei einigen auch gut angekommen, bei anderen hingegen nur als Beschwichtigungsversuch. Auch das kann man nachvollziehen. Unter rein hygienischen Gesichtspunkten – und auch aus einer intellektuellen Perspektive. Der Fall, so das Präsidium weiter, sei jedenfalls noch nicht abschließend aufgeklärt. Nach den Osterferien könne man mehr dazu sagen. (mko/dpa)

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