Umfangreiche Tests und Quarantäne

Infektionszahlen vervierfachen sich: Corona-Ausbruch in Schwäbisch Gmünd - Ditib-Moschee schlägt Alarm

Die Zahl der mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg Infizierten steigt weiter an. In Schwäbisch Gmünd kam es nach einer Trauerfeier zu einem Corona-Ausbruch mit dutzenden Infizierten.

Schwäbisch Gmünd - Das Coronavirus in Baden-Württemberg (BW24* berichtete) legte das Leben in nahezu allen Bereichen lahm und führte zu weitreichenden Einschränkungen des sozialen Lebens sowie zu etlichen Verboten und Maßnahmen zum Infektionsschutz*.

Da sich das Coronavirus in Baden-Württemberg* in den vergangenen Wochen auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau ausbreitete, beschloss die Landesregierung unter Ministerpräsident Winfried Kretschmann* bereits mehrfach Lockerungen für den Alltag und die Freizeit der Bürger. Damit sich möglichst wenige Menschen mit der durch das Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 anstecken, gelten trotz der vielen Lockerungen nach wie vor Kontaktbeschränkungen und Hygieneauflagen - dazu gehört beispielsweise die Ende April von der Landesregierung eingeführte Maskenpflicht zum Schutz vor dem Coronavirus in Baden-Württemberg*.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Nach einer Trauerfeier in Schwäbisch Gmünd kam es zu einem Corona-Ausbruch.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Corona-Ausbruch nach Trauerfeier in Schwäbisch Gmünd

Aktuell steigt die Zahl der Infizierten mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg wieder an, was mutmaßlich auf die weitreichenden Lockerungen zum 1. Juli zurückzuführen ist*, mit denen nahezu alles wieder erlaubt ist. Bei einer größeren Trauerfeier in Schwäbisch Gmünd im Ostalbkreis haben sich vor zwei Wochen dutzende Menschen mit dem Coronavirus infiziert, wie die Rems-Zeitung berichtet. Über die genaue Anzahl der Gäste ist nichts bekannt - es soll sich jedoch mehreren Zeitungsberichten zufolge um eine große Anzahl gehandelt haben. Die türkisch-deutsche Trauerfeier für einen jungen Mann, der an einer Krankheit verstorben war, fand am 14. Juli an der Ditib-​Moschee und am gleichen Tag auf dem Dreifaltigkeitsfriedhof bei der Beisetzung statt.

Nach Angaben der Rems-Zeitung hatten sich bei der Trauerfeier in Schwäbisch Gmünd im Ostalbkreis sehr viele türkische und deutsche Verwandte, Freunde und Kollegen - vor allem aus der Firma Bosch AS Schwäbisch Gmünd - eingefunden. Seit dem 23. Juli treten nun immer mehr Corona-​Fälle unter Teilnehmern der Feier auf. Bislang wurden 45 Infektionsfälle bestätigt. Um das Coronavirus in Baden-Württemberg nicht weiter zu verbreiten, verfolgen Gesundheitsbehörden derzeit Infektionsketten und mögliche Kontaktpersonen.

Die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg, die auf die Trauerfeier in Schwäbisch Gmünd zurückzuführen sind, hat die Fallzahlen im Ostalbkreis innerhalb von 48 Stunden vervierfacht. Auf ihrer Facebook-Seite ruft die Ditib-Gemeinde in Schwäbisch Gmünd dazu auf, Corona-Regeln strikt einzuhalten sowie behördlichen Aufforderungen zu Corona-Tests und häuslicher Isolation nachzukommen. Die Moschee wurde umgehend geschlossen. Bei der Trauerfeier waren auch Kinder dabei: In mehreren Klassen und Kursen an Schulen wurden deshalb bereits Tests durchgeführt.

Infizierte mit Coronavirus in Baden-Württemberg nehmen zu - Gäste nach Ausbruch bei Trauerfeier in Isolation

Seit der Öffnung aller Bildungseinrichtungen Ende Juni kam es an Schulen bereits mehrfach zu Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg - in der Landeshauptstadt Stuttgart* waren bereits mehrere Schulen und mindestens zwei Kitas betroffen. Laut Gesundheitsamt ging der Corona-Ausbruch an den Schulen in Stuttgart* auf das sorglose Verhalten einer Großfamilie zurück. Ein weiterer Landkreis ist von Neuinfektionen bei Kindern betroffen: In Göppingen hat eine Mutter drei ihrer Kinder mit dem Coronavirus infiziert*, das Virus verbreitete sich daraufhin in Schulen.

Um das Coronavirus in Baden-Württemberg nicht weiter zu verbreiten, hat der größte Arbeitgeber in Schwäbisch Gmünd im Ostalbkreis nach Angaben der Rems-Zeitung ein Rundschreiben an Führungskräfte und Mitarbeiter versendet. Darin werden alle Kollegen, die bei der Trauerfeier anwesend waren, dazu aufgefordert, sich sofort in häusliche Quarantäne zu begeben und Corona-Tests durchführen zu lassen. *BW24 ist Teil des Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Rubriklistenbild: © Britta Pedersen/dpa

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