Zahlen rasant gestiegen

Corona-Alarm: Bundeswehr trifft in Esslingen ein

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg steigt weiter. Esslingen hat den kritischen Wert der Neuinfektionen überschritten - jetzt musste die Bundeswehr als Unterstützung hinzugezogen werden.

Esslingen - Das Coronavirus in Baden-Württemberg (BW24* berichtete) schränkt das Leben in nahezu allen Bereichen ein und hat einen gravierenden Einfluss auf den Alltag der Bürger im Land. Um die Gefahr einer Verbreitung von Covid-19 zu minimieren, traten zu Beginn der Corona-Pandemie zahlreiche Verbote und Maßnahmen zum Infektionsschutz vor dem Coronavirus* in Kraft. Nach der Hochphase der Corona-Pandemie im Frühjahr verbreitete sich das Coronavirus in Baden-Württemberg* mit steigenden Temperaturen auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau weiter.

Als Reaktion auf die sinkenden Infektionszahlen setzte die Landesregierung von Ministerpräsident Winfried Kretschmann* zahlreiche Lockerungen der Einschränkungen durch, die mehr Normalität im Alltag und in der Freizeit der Bürger ermöglichen sollen. Aktuell steigt die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg rapide an - vor allem in besonders stark vom Coronavirus betroffenen Gebieten wie Esslingen*.

Im Kreis Esslingen hat sich die Corona-Lage so verschärft, dass sogar die Bundeswehr als Unterstützung im Kampf gegen die steigenden Infektionszahlen hinzugezogen werden musste. Die Angst vor einem erneuten Shutdown im gesamten Land ist groß, denn die Auswirkungen des Coronavirus in Baden-Württemberg auf die Wirtschaft* sind massiv.

Coronavirus in Baden-Württemberg verbreitet sich wieder schneller - Esslingen fordert Bundeswehr zur Unterstützung an

Zum ersten Mal in Baden-Württemberg hat mit Esslingen in der vergangenen Woche eine Region die Sieben-Tage-Inzidenz von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner deutlich überschritten. Seitdem gilt der Landkreis nahe der Landeshauptstadt Stuttgart* als Hotspot innerhalb Deutschlands. Die daraufhin eingeleiteten verschärften Maßnahmen haben Konsequenzen für alle Einwohner. Mittlerweile verzeichnet der Kreis Esslingen 76,8 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen.

Seit vergangenem Freitag ist die Ende April von der Landesregierung eingeführte Maskenpflicht* in Esslingen deutlich ausgeweitet - sie gilt seitdem im gesamten Stadtgebiet im öffentlichen Raum, sobald der Mindestabstand nicht immer eingehalten werden kann. Darunter fallen beispielsweise Fußgängerzonen und Wochenmärkte.

Darüber hinaus sollen strikte Kontrollen die Einhaltung der Hygienemaßnahmen sicherstellen, um das Coronavirus in Baden-Württemberg nicht weiterzuverbreiten. Zur Nachverfolgung von Kontaktpersonen wurde am vergangenen Montag nun auch die Bundeswehr hinzugezogen. Die Soldaten sollen sicherstellen, dass sämtliche Personen, die mit Infizierten in Kontakt waren, ausfindig gemacht und gegebenenfalls isoliert werden können. „Die Einsatzkräfte der Bundeswehr sind voraussichtlich von Donnerstag, 15. Oktober an im Haus. Die Bundeswehr wird für das Kontaktpersonenmanagement und die Fallermittlung beim Gesundheitsamt eingesetzt“, teilte die Pressesprecherin des Landratsamts Esslingen auf Nachfrage von BW24 mit.

Bei einer Pressekonferenz am vergangenen Donnerstag sagte Landrat Heinz Eininger, die Gesundheitsämter im Kreis Esslingen seien insbesondere mit der Kontaktnachverfolgung stark ausgelastet. Viele der Infizierten seien zwischen 20 und 40 Jahre alt und hätten mehr Kontakte als die Infizierten in der erste Phase der Corona-Pandemie - damals seien vor allem ältere Menschen betroffen gewesen.

Eininger kündigte an, für den Kampf gegen die steigenden Infektionszahlen mehr Personal gewinnen zu wollen, um das Coronavirus in Baden-Württemberg einzudämmen. Man habe einen Antrag gestellt, dass die Bundeswehr unterstützend tätig werde: Bedingung sei, dass dies längerfristig und für die Zwecke der Kontaktnachverfolgung geschehe. Dieser Bitte wurde nun offenbar entsprochen.

Der Einsatz der Bundeswehr zum Schutz vor dem Coronavirus ist ein sensibles Thema. Im April forderte das Innenministerium von Baden-Württemberg Soldaten an, um die Maßnahmen in der Bevölkerung* zu überwachen. Der Antrag löste in der Opposition Empörung aus und wurde von der Bundeswehr abgewiesen.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Neben Esslingen erbittet auch Stuttgart Hilfe von Bundeswehr beim Kampf gegen Corona

Auch das Coronavirus in Stuttgart* verbreitet sich aktuell wieder schneller. Die Zahl der Neuinfektionen hatte die Marke von 50 neuen Fällen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen am vergangenen Samstagabend überschritten. Am Samstag lag der Wert bei 50,5 - Stuttgart wurde daraufhin zum Risikogebiet* erklärt. Ab dem morgigen Mittwoch gelten verschärfte Beschränkungen in der Landeshauptstadt, um das Coronavirus in Baden-Württemberg nicht weiter zu verbreiten.

Aktuell liegt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen bei 70,1 - Stuttgart hat deshalb strengere Corona-Regeln durchgesetzt*. So muss ab kommendem Mittwoch auch in der Innenstadt eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden. Zudem soll der Verkauf von Alkohol auf bestimmten Plätzen ab 21 Uhr untersagt werden, ein Konsumverbot soll ab 23 Uhr herrschen. Auch die Beschränkungen für private Feiern werden deutlich verschärft. Zum Schutz vor dem Coronavirus in Baden-Württemberg* dürfen in Stuttgart ab kommendem Mittwoch nur noch zehn Personen an Partys in privaten Räumlichkeiten teilnehmen. In öffentlichen und angemieteten Räumen wird die Teilnehmerzahl von vormals 50 auf nun 25 Personen begrenzt.

Verstärkte Kontrollen sollen illegale Corona-Partys in Stuttgart verhindern. Auch auf die Nachverfolgung von Kontaktpersonen soll ein besonderes Augenmerk gelegt werden - die Stadt Stuttgart mobilisiert die gesamte Stadtverwaltung und erbittet darüber hinaus ebenfalls um die Unterstützung der Bundeswehr. *BW24 ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Rubriklistenbild: © dpa/Uwe Anspach

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