Corona-Lage in Baden-Württemberg

Harter Lockdown vor Weihnachten? Händler schlagen Alarm - „es geht ums Überleben“

Eine Frau läuft an einem geschlossenen Restaurant in Stuttgart vorbei.
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Die Innenstädte einiger Städte in Baden-Württemberg könnten bald leer bleiben.

Wegen des Coronavirus befindet sich das ganze Land aktuell in einem Teil-Lockdown. Schon vor Weihnachten könnten vielerorts jedoch noch härtere Maßnahmen drohen.

Stuttgart - Die Lage aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg (BW24* berichtete) scheint aktuell nicht besser zu werden. Seit über einem Monat befindet sich das Land in einem Teil-Lockdown*. Trotz dieser Maßnahme meldet das Landesgesundheitsamt täglich eine hohe Zahl an neuen Infektionen. In Baden-Württemberg weisen aktuell nur noch wenige Land-und Stadtkreise eine 7-Tage-Inzidenz von unter 100 auf. Wegen der weiterhin hohen Infektionszahlen drohte Winfried Kretschmann mit einem harten Lockdown für das ganze Bundesland nach Weihnachten*.

Im Kampf gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg könnten die Maßnahmen zum Infektionsschutz* allerdings auch vor Weihnachten noch einmal deutlich verschärft werden. Der Handelsverband Baden-Württemberg warnt vor den Folgen eines harten Lockdowns für die Wirtschaft im ganzen Bundesland und vor allem für den Einzelhandel, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet.

Alle aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus in Baden-Württemberg in unserem Ticker*

Coronavirus in Baden-Württemberg: Lockdown vor Weihnachten - „wir bangen ums Überleben“

Um der nach wie vor ernsten Lage aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg beizukommen, will die grün-schwarze Landesregierung von Ministerpräsident Winfried Kretschmann* das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben nahezu stilllegen. Für die Weihnachtsfeiertage sind kurzzeitige Lockerungen geplant, die Corona-Regeln für Silvester wurden dagegen überraschend wieder verschärft*. Die Nationale Wissenschaftsakademie Leopoldina hatte eine drastische Verschärfung der Maßnahmen aufgrund der hohen Infektionszahlen schon ab kommender Woche empfohlen, wie die dpa berichtet. Sollten die Zahlen noch weiter steigen, sei das auch in Baden-Württemberg nicht ausgeschlossen.

Sollte es aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg zu einem solchen Lockdown kommen, werden alle Geschäfte bis auf die des täglichen Bedarfs mit Lebensmitteln, Medikamenten und anderen notwendigen Waren geschlossen. „Sollte es zu Geschäftsschließungen kommen, bangen wir im übrigen nicht nur ums Weihnachtsgeschäft, sondern ums Überleben der ganzen Modebranche, und sogar um ganze Innenstädte“, sagte Sabine Hagmann, Hauptgeschäftsführerin des Handelsverbands Baden-Württemberg am Dienstag in Stuttgart*.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Handelsverband gegen erneute Änderung der Verordnungen

Der Handelsverband könne die Maßnahmen gegen das Coronavirus nachvollziehen, stellt sich jedoch gegen eine erneute Änderung. „Die Erwägungen, die Coronawelle mit drastischen Maßnahmen zu brechen, können wir grundsätzlich nachvollziehen“, sagte Sabine Hagmann. „Daher haben wir auch vollstes Verständnis für die Hotspot-Strategie des Landes, die erst am Freitag im Land erlassen worden ist“. Die Hotspot-Strategie sieht schärfere Auflagen und nächtliche Ausgangssperren für Städte mit einer 7-Tage-Inzidenz von über 200 vor*. „Dieser Strategie muss nun eigentlich erst Raum gegeben werden, damit sie wirken kann“, so Hagmann.

Im Falle eines harten Lockdowns noch vor Weihnachten fordert Hagmann einen finanziellen Ausgleich für die entfallenen Umsätze, wie er zuvor auch der Gastronomie gewährt worden sei. Momentan leuchte es jedoch nicht ein, bereits jetzt über weitere Verordnungen gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg zu diskutieren.

„Der Einzelhandel hat in seinen Geschäften umfangreiche Hygienekonzepte entwickelt und nachgehalten“, sagte die Hauptgeschäftsführerin des Handelsverbands. „Das Infektionsgeschehen beim Verkaufspersonal ist nachweislich weit unterdurchschnittlich. Ansteckungen im Einzelhandel sind uns nicht bekannt.“ *BW24 ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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