So funktioniert der Nachweis

Digitaler Impfpass ab heute: Wie funktioniert‘s und wo gibt‘s den Nachweis?

Jetzt kommt der „CovPass“. Ab Montag soll der digitale Impfnachweis in Apotheken zu bekommen sein. Aber wie sollen die 18 Millionen Zertifikate stemmen, wenn alle gleichzeitig kommen?

Update, 11. Juni: Ab Montag soll es losgehen: Wer zweifach geimpft ist, soll dies auch in digitaler Form nachweisen können. In Apotheken sollen Menschen dann ein gültiges Zertifikat „abholen“ können, welches sie mit der sogenannten „Cov-Pass“-App scannen. Wann immer nötig - etwa bei Kulturveranstaltungen - soll auf diese Art schnell und sicher die vollständige Impfung belegt werden - später möglicherweise auch eine Genesung oder ein aktueller Negativ-Test. Apotheken fürchten jetzt allerdings, ab Montag vollkommen überrannt zu werden.

„Die Apotheken sind vorbereitet.“, schreibt der SWR. „ Die meisten können ab Montag Impfzertifikate ausgeben, so Frank Eickmann, Sprecher des Landesapothekerverbands Baden-Württemberg, am Donnerstag. Vereinzelt hake es allerdings noch an der technischen Anbindung an das System. Dies müsse „hochsicherheitsmäßig“ ablaufen, weil mit sensiblen Daten gearbeitet werde.“

Da könnte eine Menge Stress auf die Apotheken in Deutschland zukommen nächste Woche. Denn: Die Impfzertifikate müssen während des laufenden Apotheken-Betriebs ausgestellt werden. Wenn am Montag alle Geimpften gleichzeitig ihren Nachweis haben wollen, dann gibt‘s lange Schlagen. Eickmann rät deshalb vorher in der Apotheke anzurufen und sich besser noch einige Tage zu gedulden.

Entscheiden sind bei den Impfnachweisen natürlich Datenschutz und Fälschungssicherheit. Auch, weil die Behörden bereits zunehmend mit gefälschten Impfnachweisen zu kämpfen* hatten, ist eine sichere Variante nun gefragt. Diese ist laut Eickmann in bestmöglichem Maß gegeben. In den aufgesuchten Apotheken würden die gelben Impfbücher genau geprüft und auch mit dem Personalausweis der Patienten abgeglichen. Beim SWR heißt es zudem: „Außerdem würden die Kundinnen und Kunden gebeten, in ihre ortsnahe Apotheke zu gehen, in der sie persönlich bekannt seien. „Alles Weitere werden wir aus Erfahrung lernen.“

Mit Hilfe aus Neckarsulm: Digitaler Impfpass für Deutschland soll nächste Woche kommen

Meldung von 9. Juni: Die Impfkampagne in Deutschland nimmt endlich Fahrt auf. Demnach sind in Deutschland mittlerweile rund 22 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft - in Zahlen sind das 18,2 Millionen Menschen. Wie echo24.de* berichtet wurden dafür 55,5 Millionen Vakzin-Dosen verabreicht. Hoffnung macht zusätzlich die Ankündigung, dass bald auch der Impfstoff von CureVac zugelassen* werden soll. Mit Fortschritt der Impfungen, fallenden Inzidenz-Zahlen und mehr und mehr Lockerungen wird der digitale Impfnachweis ebenfalls immer wichtiger. Bereits nächste Woche soll er zur Verfügung stehen.

Corona-Impfung: Impfnachweis soll schon nächste Woche digital zur Verfügung stehen

„Der Start für den digitalen Coronaimpfpass in Deutschland* rückt näher“, schreibt der Spiegel. Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände meldet demnach, dass sich ab Montag (14. Juni) vollständig Geimpfte in vielen Apotheken auch nachträglich einen digitalen Nachweis ausstellen lassen können.

Vorher schon soll die freiwillige App „CovPass“ laut Bundesgesundheitsministerium für alle, die sie nutzen möchten, im App-Store zur Verfügung stehen. Damit auch aus datenschutzrechtlichen Aspekten alles ordnungsgemäß abläuft, haben sich große IT-Firmen an der Entwicklung des Digitalnachweises beteiligt. Auch das Neckarsulmer Unternehmen Bechtle trägt einen entscheidenden Teil zum Ablauf bei.

Wie läuft das dann ab? Dazu heißt es beim Spiegel: „Apotheken, Impfzentren oder Ärzte stellen das Zertifikat aus, das sie über den dafür entwickelten Service der Firmen Ubirch, IBM Deutschland, govdigital und Bechtle beantragen. Dazu brauchen sie die Daten der Geimpften beziehungsweise den Nachweis der Impfung etwa in Form des gelben WHO-Impfbuchs. Das digital signierte Zertifikat bekommen sie auf einem gesicherten elektronischem Weg zugeschickt, um es den Geimpften digital oder als Papierausdruck auszuhändigen. Die Geimpften wiederum scannen den QR-Code auf dem Zertifikat mit der „CovPass“-App ein. Zur Kontrolle reicht es dann, die App mit dem QR-Code vorzuzeigen.“

Digitaler Impfnachweise: Was passiert nach der Corona-Impfung mit meinen Daten?

Natürlich fragen sich viele potenzielle Nutzer, was dabei mit ihren persönlichen Daten und Angaben passieren wird. Dazu heißt es, dass ausschließlich in der App folgende Daten gespeichert werden: Name, Vorname, Geburtsdatum, Krankheit (gegen die geimpft wird), Impfstoff, Produkt, Hersteller, Dosennummer, Gesamtdosen, Impfdatum, Land und Aussteller des Zertifikats sowie eine individuelle Identifikationsnummer für das Zertifikat.

Nach wie vor soll keine zentrale Datenbank angelegt werden, in welcher alle Geimpften erfasst sind. Die Firmen mit denen Bechtle die technische Umsetzung durchführt und auch das Robert Koch-Institut (RKI) speichern persönliche Daten nicht. heidelberg24.de* erklärt, wie sicher der digitale Impfnachweis ist*. Vielmehr würden diese direkt nach der Erstellung des digitalen Zertifikats wieder gelöscht. So teilt es das RKI auf der entsprechenden Projekt-Webseite mit.

Corona „CovPass“-App soll mehr können als nur Impfungen digital dokumentieren

Kann ich die App überhaupt auf meinem Smartphone installieren? Auf iPhones mit den iOS-Versionen ab 12.0 soll der „CovPass“ installierbar sein. Ab Version 6.0 des Betriebssystems Android kann die Anwendung für die entsprechenden Geräte heruntergeladen werden.

Später soll die App nicht nur zum Nachweis von Impfungen einsetzbar sein. Auch Genesungen von einer Coronainfektion sollen darin dokumentierbar sein. Außerdem sollen auch negative Testergebnisse darüber nachvollziehbar gemacht werden.

Ist der „CovPass“ international einsetzbar? Noch nicht. Allerdings sind sich EU-Länder wohl bereits einig, dass sie eine einheitliche Lösung brauchen. „EU-Länder und das EU-Parlament hatten sich kürzlich auf Details eines europaweiten Zertifikats geeinigt, mit dem man Impfungen, Tests und überstandene Covid-19-Erkrankungen nachweisen kann“, heißt es dazu. So sollen dann auch Reisen wieder erleichtert werden. Lösung soll demnach eine Erweiterung des gelben Impfpasses sein, der weit verbreitet ist. *echo24.de und heidelberg24.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Christophe Gateau/dpa

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