300 Mio. Dosen für 2021

Curevac: Corona-Impfstoff kommt wohl früher als erwartet

Corona-Impfstoff: Nach dem Hin und Her um AstraZeneca gilt der Curevac-Wirkstoff mehr denn je als Hoffnungsträger im Kampf gegen das Virus – die Zulassung rückt immer näher:

Update vom 10. April: Diese Nachricht benötigt die deutsche Impfkampagne vor dem Hintergrund der dritten Corona-Welle mehr denn je! Der Impfstoff von Curevac könnte nämlich nach Einschätzungen des Tübinger Unternehmens früher von der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) zugelassen werden als bislang erwartet. „Wir sind bereits sehr fortgeschritten in der dritten klinischen Testphase und erwarten die Daten für das finale Zulassungspaket“, so Curevac-Sprecher Thorsten Schüller gegenüber der „Augsburger Allgemeinen“.

Demnach hoffe Curevac auf eine Zulassung für Ende Mai – zunächst war der Impfstoffhersteller von einer Zulassung der EMA für den Monat Juni ausgegangen.

Wie der SWR berichtet, lässt Curevac seinen Corona-Impfstoff bereits auf Vorrat produzieren. Das Tübinger Unternehmen hat mittlerweile mit mehreren großen europäischen Pharmafirmen Verträge abgeschlossen – darunter der britische Pharmakonzern „Glaxo-Smith-Kline“ und der Leverkusener Pharmariese Bayer. Laut Schüller plane Curevac weiter damit, in diesem Jahr bis zu 300 Millionen Impfdosen zu produzieren – für das Jahr 2022 seien sogar eine Milliarde Impfstoffdosen vorgesehen. Wie der Curevec-Sprecher weiter verrät, könne das Unternehmen mitsamt seiner Partner deutlich mehr als andere Hersteller in vergleichbar großen Werken produzieren: „Unsere Impfdosis ist mit zwölf Mikrogramm sehr gering.“ Andere mRNA-Impfstoffe bräuchten für einen vergleichbaren Schutz die zweieinhalb- bis achtfache Wirkstoffmenge.

Corona-Impfstoff von Curevac: Wann wird der Wirkstoff endlich zugelassen?

Update vom 1. April: Vor sieben Wochen ist das Schnellprüfverfahren für den Impfstoff von Curevac angelaufen – vor dem Hintergrund der immer noch schleppend vorangehenden Impfkampagne, der mit dem Impfstart in Arztpraxen nach Ostern mehr Schwung verliehen werden soll, und dem für viele verwirrenden Hin und Her mit dem Wirkstoff von AstraZeneca, liegt große Hoffnung auf der Zulassung des Vakzins des Tübinger Biotech-Unternehmens.

Doch während aktuell eine bereits fortgeschrittene Studie in Europa und Lateinamerika mit rund 35.000 Teilnehmern zur Wirksamkeit des Impfstoffkandidaten läuft, heißt es zunächst weiterhin: warten! Doch woran liegt das eigentlich?

Gegenüber der Stuttgarter Zeitung hat Curevac das lange Warten auf die Zulassung für die EU unter anderem mit Finanzierungsproblemen begründet. „Wir hatten am Anfang nicht die Möglichkeit, Zulieferer vorweg zu bezahlen und erforderliche Geräte sowie Materialien zu reservieren, das heißt große Investitionen zu tätigen“, so Vorstandschef Franz-Werner Haas. Erst mit Verspätung sei Geld durch Finanzierungsrunden, einen dreistelligen Millionen-Zuschuss des Bundesforschungsministeriums und den Börsengang in die Kasse gekommen.

Corona-Impfstoff von Curevac: Unternehmen rechnet mit Zulassung für Anfang Juni

Im Interview erklärt Haas, dass man „hätte schneller sein können, wenn wir die Mittel früher gehabt hätten.“ Wie es auch laufen kann, führt er mit dem Beispiel Moderna an. Das US-Biotech-Unternehmen habe in den USA früh eine Milliarde Dollar zur Verfügung gestellt bekommen, die Regierung habe Moderna große Freiheiten gelassen. „Nach dem Motto: Fangt an, den Impfstoff zu entwickeln, wir wissen, es kann auch scheitern, aber wir müssen anfangen. Bei Curevac mussten wir erst einmal Finanzierungsrunden durchführen, um dahin zu kommen“, so Haas weiter.

Bei Curevac geht man inzwischen davon aus, Anfang Juni die EU-Zulassung für den Corona-Impfstoff zu erhalten. „Es ist aber schwer, das genau zu terminieren, weil es von unterschiedlichen Kriterien abhängt“, ordnet Haas ein.

Corona-Impfstoff von Curevac: Prüfverfahren im Eiltempo – steht Zulassung bevor?

Update vom 12. Februar: Geht es nach dem Willen der Europäischen Arzneimittel-Behörde EMA, soll es jetzt schnell gehen. Am heutigen Freitag hat die EMA in Amsterdam verkündet, dass das schnelle Prüfverfahren für den Impfstoff des Tübinger Herstellers Curevac angelaufen ist. Zuvor soll sich der Impfstoff in Lobortest und klinischen Studien bewährt haben. Eine erwünschte Produktion von Antikörpern gegen das Coronavirus durch den Curevac-Impfstoff konnte nachgewiesen werden.

Wie lange die beschleunigte Prüfung dauern werde, ist derzeit aber unklar. Sobald genug weitere Beweise für die Wirksamkeit des Impfstoffes vorliegen, kann der Hersteller die Marktzulassung in der EU beantragen. Die Experten der EMA geben dazu eine Empfehlung ab. Abschließend entscheidet dann die EU-Kommission. Zurzeit laufen zwei weitere Prüfverfahren von Impfstoffen. Bisher sind in der EU drei Impfstoffe zugelassen.

Corona-Impfstoff von Curevac: Pharma-Riese soll helfen – steht die Zulassung kurz bevor?

Erstmeldung vom 7. Januar: Tübingen - Der Pharmakonzern Bayer und das Biotech-Unternehmen Curevac aus Baden-Württemberg* ziehen bei einem Impfstoff gegen das Coronavirus* an einem Strang. Die beiden Unternehmen haben einen Kooperations- und Service-Vertrag abgeschlossen, wie sie am Donnerstag mitgeteilt haben. Geht mit der Zulassung des Corona-Impfstoffs von Curevac jetzt alles ganz schnell?

Corona-Impfstoff von Curevac: Pharmakonzern Bayer soll bei schnellerer Zulassung helfen

Während die Corona-Impfstoffe von BioNTech* und Moderna in der EU bereits grünes Licht erhalten haben, sitzt Curevac in Tübingen bereits seit längerem an der Entwicklung eines Impfstoffes, dessen Marktzulassung aber noch nicht absehbar ist. Wie HEIDELBERG24* und echo24.de* berichten, soll Bayer jetzt bei den aufwendigen Arbeiten für die Zulassung sowie für die nötigen Studien mitmachen und zudem die Lieferketten im Blick behalten. Nicht im Vertrag mit Curevac enthalten ist, dass Bayer auch die Produktion übernimmt.

Corona-Impfstoff von Curevac: Wie funktioniert das Vakzin aus Baden-Württemberg?

Im Dezember hatte Curevac grünes Licht für den Start seiner zulassungsrelevanten klinischen 3. Studie für den Corona-Impfstoff „CVnCoV“ erhalten. In dieser Phase geht es darum, die Sicherheit und Wirksamkeit bei Erwachsenen an Standorten in Europa und Lateinamerika zu prüfen. Auch der Impfstoff CVnCoV basiert auf mRNA - wie die beiden bereits in der EU zugelassenen Produkte. Hier findest Du einen Vergleich der Corona-Impfstoffe von BioNTech und Moderna.*

Corona-Impfstoffe, die auf dem mRNA-Prinzip basieren, erhalten Bauanleitungen eines Teiles von Sars-CoV-2. Über einen Botenstoff (messenger (m)) gelangen diese in den Körper und regen Körperzellen an, das Spike-Protein des Coronavirus zu produzieren. Das Immunsystem trainiert daran anschließend seine Antwort. Ein eindringendes Coronavirus wird in der Regel vom Körper sofort erkannt und bekämpft.

Corona-Impfstoff von Curevac: Was ändert sich durch die Kooperation mit Bayer?

Curevac rechnet mit den ersten Ergebnissen der Phase-III-Studie zum Corona-Impfstoff Ende des ersten Quartals 2021. Für den Fall einer Zulassung hat sich die EU-Kommission für die EU-Staaten 405 Millionen Dosen gesichert.

Curevac-Chef Franz Werner Haas zeigte sich erfreut über „einen weiteren starken Partner an unserer Seite“. Sein Unternehmen hat nach eigenen Angaben gut 500 Mitarbeiter; Mehrheitseigentümer ist der SAP-Gründer Dietmar Hopp*. Knapp ein Viertel (23 Prozent) gehört seit vergangenem Sommer der staatslichen Förderbank KfW und damit indirekt dem Bund. Curevac bliebe den Angaben zufolge Inhaber der Marktzulassung. Bayer hätte aber die Option, Inhaber der Zulassung in bestimmten Märkten außerhalb Europas zu werden.

Corona-Impfstoff: Kritik am Impfstart klingt nicht ab

Unterdessen hat die SPD Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) erneut vor, zu zögerlich bei der Bestellung der Impfstoff-Dosen gewesen zu sein. Der bisherige Impfstart sei aus Sicht der Partei zu schleppend verlaufen. SPD-Bundesvize Kevin Kühnert kritisierte die bisherige Impfstoff-Beschaffung in der „Rheinischen Post“ und dem „General-Anzeiger“ (Donnerstag). „Es ist doch so: Wenn ich die Nadel im Heuhaufen noch nicht finden kann, sie aber dringend brauche, dann kaufe ich doch erstmal zur Sicherheit den Heuhaufen, und zwar komplett.“ Er bezog sich dabei darauf, dass lange nicht klar war, welche Impfstoff-Entwicklungen erfolgreich sein würden.

Jens Spahn wehrte sich gegen diese Kritik. Im ZDF bekräftigte er am Mittwochabend (6. Januar): „Es ist am Anfang jetzt knapp. Das war klar, und das ist auch so.“ Der neu zugelassene Moderna-Impfstoff* werde in den ersten Wochen ebenfalls knapp sein, sagte Spahn. „Und dann ab dem zweiten Quartal wird es Zug um Zug besser.“ (kab/rob/dpa) *HEIDELBERG24 und echo24.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Rubriklistenbild: © Christoph Schmidt/dpa

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