Corona-Impfstoff von CureVac

Der „beste Impfstoff" gegen Corona kommt von CureVac – Dietmar Hopp mit klarer Ansage

Das Tübinger Biotech-Unternehmen CureVac gilt als eine der großen deutschen Hoffnungen bei der Entwicklung eines Corona-Impfstoffes – laut Dietmar Hopp könnte es der "beste Impfstoff" werden.

  • Das Biotech-Unternehmen CureVac aus Tübingen forscht an einem Impfstoff gegen das Coronavirus.
  • Der Impfstoff-Kandidat durchläuft bereits die klinischen Studien.
  • CureVac-Eigner Dietmar Hopp erwartet von CureVac nicht den ersten, aber den „besten Impfstoff“.

Dietmar Hopp: Der „beste Impfstoff" gegen Corona – das hebt CureVac von der Konkurrenz ab

Die Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg* steigen weiter. Zuletzt war in Heilbronn tagelang die Corona-Vorwarnstufe* ausgerufen worden. Gleichzeitig malte der Chef des Stuttgarter Klinikums ein düsteres Szenario* und warnte: „Wir können nicht alle retten." Umso wichtiger wird die Entwicklung eines Impfstoffes gegen das Coronavirus. Das Tübinger Biotech-Unternehmen CureVac gilt als eine der großen deutschen Hoffnungen in diesem Gebiet. Das berichtet echo24.de*.

Dass die Firma aus Tübingen aber auch weltweit ganz vorne mitmischt, zeigte unter anderem ein Vorstoß von US-Präsident Trump, der angeblich eine Milliarde Dollar für die Exklusivrechte an dem Impfstoff zahlen wollte. Anfang September war das Biotech-Unternehmen zudem im Gespräch, weil Tesla-Gründer Elon Musk zu Besuch bei CureVac* in Tübingen war, wobei auch Gerüchte über eine mögliche Beteiligung die Runde machten.

Dietmar Hopp zuversichtlich: Impfstoff von CureVac besser als die Konkurrenz

Doch wann ist es so weit – wann ist mit einem Corona-Impfstoff von CureVac zu rechnen? Und was unterscheidet den CureVac-Impfstoff von dem der Konkurrenten? Dazu hat sich jetzt Dietmar Hopp ausführlich in einem Interview mit dem Handelsblatt geäußert. Der 80-jährige Mitbegründer des IT-Unternehmens SAP ist Mehrheitseigentümer des Tübinger Biotech-Unternehmens.

Dietmar Hopp zeigt sich zielsicher: Er erwarte zwar nicht, dass CureVac das erste Unternehmen sei, dass einen Impfstoff gegen das Coronavirus auf den Markt bringe – die Konkurrenz ist mit den Studien bereits weiter fortgeschritten. Er wolle mit CureVac aber das „Rennen um den besten Impfstoff gewinnen“, kündigt er gegenüber dem Handelsblatt an. In dieser Hinsicht habe man gute Chancen.

Aber warum soll der Impfstoff von CureVac besser sein als andere? Hopp erklärt: „Gute Wirksamkeit und lang anhaltender Impfschutz bei möglichst geringer Dosierung. Das senkt auch die Produktionskosten und damit den Preis.“ Auch die EU hat bereits Gespräche mit dem Tübinger Biotech-Unternehmen* geführt, um sich den Corona-Impfstoff zu sichern. Die Bundesregierung investierte 300 Millionen Euro in CureVac. Dietmar Hopp erklärt, man sei sich einig, dass die „wesentlichen Forschungs- und Produktionsaktivitäten in Deutschland bleiben sollen". Ein anderer Entwickler eines Corona-Impfstoffs musste die entscheidende Testphase stoppen, weil ein Proband erkrankte.

FirmaCureVac N.V.
BrancheBiopharmazie und Biotechnologie
FirmensitzTübingen, Deutschland
CEOIngmar Hoerr
Gründung2000

CureVac aus Tübingen forscht am Corona-Impfstoff: Zulassung bereits 2020?

Wann mit einem Impfstoff gerechnet werden kann, hängt demnach von dem Ergebnis der klinischen Studien ab. In der Regel durchläuft ein Impfstoff-Kandidat drei Phasen der klinischen Prüfung, ehe er zugelassen werden kann. Die Phase 1 wird noch in diesem Jahr abgeschlossen sein, die Daten der Phase 2b/3 mit mehreren tausend Probanden sollen im Laufe des nächsten Jahres vorliegen. In den Studien werden unter anderem Wirksamkeit und Verträglichkeit getestet. Man sei sehr zuversichtlich, versichert Hopp im Interview.

Der Mehrheitseigentümer von CureVac geht aber noch weiter: Der Impfstoff könnte vielleicht noch 2020 „auf Basis von Interimsdaten zugelassen [werden], etwa für bestimmte, besonders gefährdete Berufsgruppen oder Regionen“. Da müssten die Behörden entscheiden. CureVac produziert den Impfstoff bereits und plant mit riesigen Mengen* – über 100 Millionen Dosen Ende des Jahres.

Laut Dietmar Hopp könnte das Tübinger Unternehmen CureVac das Rennen um den „besten Impfstoff“ gegen Corona gewinnen.

Hinsichtlich der benötigten Mengen am Impfstoff ist noch vieles unklar – unter anderem, wie lange die Immunisierung anhält und wie oft man daher geimpft werden müsste. Allein in Deutschland könnten daher bis zu 160 Millionen Dosen im Jahr benötigt werden. Aus diesem Grund will CureVac die Kapazitäten im Laufe von 2021 auf etwa eine Milliarde Dosen pro Jahr ausbauen, 2023 sollen es mit einer neuen Anlage mehrere Milliarden Einheiten werden.

Hoffnung auf Impfstoff: CureVac aus Tübingen mit riesigem Erfolg an der Börse

Dietmar Hopp investierte bisher über 1,4 Milliarden Euro in den Biotech-Sektor. 2005 sagte er CureVac nach einem Gespräch mit Gründer Ingmar Hoerr ein Investment von 20 Millionen Euro zu. Wie er gegenüber dem Handelsblatt erklärte, hatte der Unternehmer nie Zweifel an seiner Investition. Hopp: „Aber es hat alles viel länger gedauert, als ich anfangs gedacht hatte. Wir brauchten viel Geduld.“ Jetzt zahle sich diese Geduld aus.

Der Erfolg zeigt sich auch am Börsenwert der Tübinger Firma: neun Milliarden Euro. Erst vor wenigen Wochen ist CureVac an die Börse* – allerdings nicht in Deutschland, sondern an die Nasdaq in den USA. Als einen der Gründe hierfür nennt Hopp: „Nicht zuletzt fehlt es generell an Wagemut bei den Investoren.“ Er freute sich vor allem über den Erfolg von CureVac, „weil wir mit unserer Arbeit den Menschen helfen können". *echo24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow

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