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Curevac abgehängt: Warum der Impfstoff auch 2022 nicht kommt

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Von: Franziska Vystrcil

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CureVac ist mit der Entwicklung eines Impfstoffes gegen das Coronavirus beschäftigt. Jetzt will das Unternehmen an die US-Börse.
Curevac ist noch immer mit der Entwicklung seines Impfstoffes „CV2CoV“ beschäftigt. Eine Zulassung wird es 2022 wohl nicht geben. © Sebastian Gollnow/dpa

Das Tübinger Unternehmen Curevac scheint bei der Entwicklung eines Impfstoffes immer weiter zurückfallen. Von einer Zulassung ist der Konzern noch weit entfernt.

Tübingen - Das Coronavirus in Baden-Württemberg* und in der ganzen Welt greift noch immer um sich. Nachdem Unternehmen wie Biontech und Moderna erfolgreich Impfstoffe gegen das Virus auf den Markt gebracht hatten, war die Hoffnung groß, die Pandemie bald in den Griff zu bekommen. Doch die niedrige Impfquote, etwa in Stuttgart, besorgt die Experten* (*BW24 berichtete).

Auch das Tübinger Unternehmen Curevac* forscht unermüdlich an einem Impfstoff. Bisher bleibt der erhoffte Durchbruch allerdings aus. Die Wirksamkeit des ersten Tübinger Vakzins reichte bisher nicht für eine Zulassung. Auch sonst steht das Unternehmen in Sachen Impfstoffentwicklung seinen Konkurrenten nach. Curevac hat somit kaum noch Chancen gegen Biontech und Co*.

Wie das Handelsblatt nun berichtet, fällt das Tübinger Unternehmen nun sogar noch weiter hinter seinen Konkurrenten zurück. Denn während Biontech und Moderna mit ihren Impfstoffen zweistellige Milliardenerlöse erwirtschaften, wird Curevac wohl auch 2022 keinen Impfstoff auf den Markt bringen können. Ein weiterer Rückschlag für den einstigen Hoffnungsträger aus Baden-Württemberg*.

Kein Curevac-Impfstoff 2022 - Zulassung wohl frühestens 2023

Eigentlich sollte 2022 der große Durchbruch gelingen. Nachdem sein primärer Impfstoffkandidat CVnCoV scheiterte* und dessen Wirksamkeit gerade einmal 48 Prozent betrug, wollte Curevac dieses Jahr eigentlich einen Impfstoff auf den Markt bringen. Doch nun folgte die Hiobsbotschaft: anders als geplant wird das Unternehmen wohl auch 2022 keinen neuen Impfstoff in die Zulassungsverfahren bringen. Ob somit 2022 überhaupt noch ein Vakzin von Curevac auf den Markt kommt, ist fraglich.

Der Grund für den Rückschlag: Das klinische Studienprogramm für einen Covidimpfstoff der zweiten Generation, an dem das Tübinger Unternehmen aktuell arbeitet und forscht, hat sich weiter verzögert. Das teilte Curevac der US-Börsenaufsicht SEC mit. Die Studie für den Impfstoff CV2CoV hätte bereits im vierten Quartal 2021 in einer ersten Phase beginnen sollen. Nun ist diese für das erste Quartal 2022 geplant.

Parallel zu den klinischen Tests mit dem CV2CoV-Impfstoff im dritten Quartal 2022 soll zudem ein Covidimpfstoff auf Basis modifizierter mRNA getestet werden. Eine Studie hierfür könnte laut Handelsblatt im vierten Quartal starten. Doch damit ist eine Zulassung für einen Impfstoff von Curevac 2022 nicht mehr realisierbar. Frühestens 2023 sei eine Zulassung denkbar, so das Handelsblatt. Vorausgesetzt, die geplanten Studien verlaufen erfolgreich.

Kampf der Unternehmen: Biontech und Moderna haben Curevac längst abgehängt

Damit fällt Curevac noch weiter hinter seine Konkurrenz zurück. Während die Tübinger noch am ersten Impfstoff feilen, arbeitet Biontech bereits an einem Impfstoff, der besonders gegen die Omikron-Variante hilfreich sein soll. Bereits im März will Biontech eine marktreife Version eines Omikron-Vakzins auf den Markt bringen.

Moderna rechnet unterdessen mit einem Vakzin gegen die Omikron-Variante im Herbst 2022. Auch der Impfstoff des US-Herstellers Novavax soll bald für den europäischen Markt kommen*. *BW24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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