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TransnetBW sieht Rot: Warum vor Stromausfällen gewarnt wurde

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Von: Pauline Wyderka

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Die App „StromGedacht“ schaltet bei den Nutzern in Baden-Württemberg für Sonntag auf Rot. Was die Meldung bedeutete:

„Bitte hilf mit!“, erscheint am Sonntag (15. Januar) die Meldung in Rot auf den Handys zahlreicher Nutzer der App „StromGedacht“ in Baden-Württemberg. Eine Bitte, die man nicht alle Tage sieht. Die Nutzer werden gebeten, am Sonntag ihren Stromverbrauch zu reduzieren. Tatsächlich ist es erst das zweite Mal, dass die App auf Rot springt. Das letzte Mal war Anfang Dezember, als „TransnetBW mehr als gewöhnlich dafür tun muss, das Stromnetz stabil zu halten“, wie es damals in einer Pressemitteilung heißt.

TransnetBW warnt vor Strom-Lastspitze: Was Bürger tun können

Die App „StromGedacht“ gehört zum Betreiber des baden-württembergischen Strom-Übertragungsnetzes TransnetBW, wie HEIDELBERG24 berichtet. Sie soll die Verbraucher rechtzeitig vor angespannten Situationen im Stromnetz warnen. Gewöhnlich befindet sich die Versorgung im grünen Bereich. Springt die Anzeige in der App auf Gelb, sind Verbraucher dazu angehalten, ihren Stromverbrauch vorzuziehen, damit es später nicht zu einer möglichen Überlastung kommt. Diese würde wiederum rot gekennzeichnet.

Und genau diese Signalfarbe erscheint nun in der App für Sonntagabend zwischen 17 und 19 Uhr. Dann warnt die App vor einer „Lastspitze“ und bittet die Nutzer, im betroffenen Zeitraum Strom zu sparen. Verbraucher sind dazu angehalten, stromfressende Aktivitäten wie Wäsche waschen und Akkus aufladen möglichst vorher zu erledigen, um dann ab 17 Uhr ihren Verbrauch zu senken. Geräte wie Laptops sollten in dem Zeitraum im Akkubetrieb verwendet werden.

Zur Vermeidung von Strom-Engpass: TransnetBW muss in Stromnetz eingreifen

Grund zur Sorge vor einem Blackout bestand nicht. Wer im Ernstfall gewappnet sein möchte, kann jedoch darauf achten, diese Lebensmittel im Haus zu haben. Bereits bei der ersten Meldung in Rot Anfang Dezember, betont eine Sprecherin von TransnetBW, dass es sich um einen Hinweis handelt und nicht um eine Warnung. Es bestehe ausdrücklich nicht die Gefahr eines Mangels oder Ausfalls.

Der Grund für den Hinweis sei ein sogenannter Redispatch, wie die Nachrichtenagentur LSW am Sonntag (15. Januar) eine Sprecherin zitiert. Dabei würde in die Stromerzeugung eingegriffen, um Engpässe zu vermeiden. Aufgrund der stürmischen Wetterlage im Norden Deutschlands werde mit einem derart hohen Windaufkommen gerechnet, dass die Übertragungskapazität in den Südwesten nicht ausreiche. „Das ist wie ein Stau auf der Autobahn“, so die Sprecherin von TransnetBW.

TransnetBW warnt vor Strom-Lastspitze: Strom soll aus Ausland importiert werden

Um den Bedarf in Baden-Württemberg zu decken, werden darum dann im angegebenen Zeitraum mehr als 500 Megawatt Kraftwerksleistung aus dem Ausland bezogen. Solche Redispatch-Maßnahmen gebe es immer wieder. „Der schrittweise Ausstieg aus der Kernenergie und die vermehrte Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien wirken sich auf die Lastflüsse im Netz aus und führen dazu, dass Netzbetreiber häufiger als bisher Redispatch-Maßnahmen vornehmen müssen“, heißt es bei der Bundesnetzagentur.

Da der Netzausbau noch nicht so weit ist, gebe es häufiger Ungleichgewichte zwischen der hohen Erzeugung von Strom etwa aus Windkraft im Norden und dem Verbrauch im Süden. Auch hinter der letzten Meldung Anfang Dezember steckte ein Redispatch. Der Hinweis solle zur Sensibilisierung der Bevölkerung dafür beitragen, was sie im Einzelnen tun kann, um zur Stabilität des Stromnetzes beizutragen, schreibt TransnetBW damals.

„StromGedacht“ schaltet auf Rot: Warnapps als Informationswerkzeug im Ernstfall

Apps wie „StromGedacht“ können in solchen Fällen von besonderen Belastungen des Netzes ein praktisches Werkzeug sein. Auch für andere Ernstfälle gibt es verschiedene Apps. Die wurden erst kürzlich beim bundesweiten Warntag auf die Probe gestellt – gemeinsam mit Sirenen und anderen Mitteln. (paw)

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