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Europapark: Wegen Ukraine-Krieg – Fans fordern Umgestaltung von Russland-Themenbereich

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Von: Marten Kopf

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Rust - Nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine regen Fans des Europaparks jetzt einen ungewöhnlichen Schritt an. Es geht um die Umgestaltung eines ganzen Parkteils.

Wer den Europapark einmal besucht hat, der kennt die Aufteilung des Geländes im schönen Baden-Württemberg. Die ist relativ simpel und logisch gestaltet, denn der Park gliedert sich in diverse Themenbereiche. 18 übrigens sind es an der Zahl. Bis auf drei Ausnahmen sind all diese Bereiche im Stil europäischer Länder gestaltet.

Naheliegend, daher ja auch „Europapark“ sollte man meinen, auch wenn der Name des Parks in Wahrheit anderen Ursprungs ist. Eines dieser Länder jedenfalls ist Russland. Der Bereich entstand schon Mitte der 1990er-Jahre, gehört also durchaus ins gewohnte Bild des Parkgeländes.

NameEuropa-Park
OrtRust (Baden-Württemberg)
Fläche95 Hektar
Besucherzahl5,8 Millionen (2019)
Eröffnung12. Juli 1975

Ukraine-Krieg: Europapark beendete bereits Partnerschaft mit Nord Stream 2

Trotz allem finden einige Fans einen Themenkomplex „Russland“ seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine Ende Februar jetzt augenscheinlich unpassend. Schon kurz nach Beginn des Ukraine-Kriegs hatte sich erste Kritik am Europapark entzündet. Nicht pauschal des russischen Themenbereichs wegen, sondern sehr konkret wegen des „blue fire Megacoasters“, eine der größten Achterbahnen des Parks. Die Bahn nämlich war seit 2009 von der russischen Gazprom, seit 2020 von der Gazprom-Tochter Nord Stream 2 gesponsort worden und trug sogar ganz offiziell deren Namen: „blue fire Megacoaster powered by Nord Stream 2“.

Tatsächlich reagierten die Parkbetreiber aber umgehend – und beendeten die Partnerschaft: „Aufgrund der aktuellen Situation haben der Europa-Park und Nord Stream 2 ihre Zusammenarbeit mit sofortiger Wirkung ausgesetzt“ , so das damalige Statement. Interessanterweise steht die kurz einfach nur „Blue Fire“ genannte Attraktion nicht einmal im Themenkomplex Russland, sondern im isländischen Themenbereich.

Themenbereich Russland im Europapark: Fans fordern „Umflaggung“

Nun also werden Forderungen laut, den gesamten russischen Komplex umzuwidmen. Wie praktikabel das ist und ob der Park diesen Schritt am Ende wirklich gehen wird, mag mal dahingestellt sein. Schließlich würde das erheblichen Aufwand bedeuten, von verhältnismäßig noch leicht zu bewerkstelligenden Umbenennungen bis hin zu aufwändigen – und zweifellos kostspieligen – Umbaumaßnahmen. Die riesige „Euro-Mir“-Achterbahn beispielsweise ist hier beheimatet und steht da immerhin schon seit 1997. Schwerlich zu bewerkstelligen, bis zur Eröffnung der Sommer-Saison schon gar nicht..

Daran stört sich die Community vor allem in sozialen Netzwerken aber kaum: „Ich empfände es als starkes Zeichen, wenn der Europa-Park den Themenbereich Russland in den Themenbereich „Frieden“ umbenennen würde. ...nehme an, dass eine Umbenennung in Ukraine weniger praktikabel wäre...“, schlägt da etwa ein Nutzer auf Facebook vor. Andere regen ebendort zumindest eine „Umflaggung“ in die ukrainischen Nationalfarben an.

Aber nicht alle Kommentatoren sehen die Notwendigkeit, dem mit seinen kunstvoll verzierten Datscha-Fassaden und goldenen Zwiebeltürmchen durchaus liebevoll gestalteten Komplex jetzt mir nichts, dir nichts den Garaus zu machen: „Das soll alles bleiben, wie es ist. EP hat nix mit Politik zu tun“, wendet da etwa jemand ein. Und in der Tat sieht das wohl auch der Europapark selbst so: „Der russische Themenbereich im Europa-Park repräsentiert die Geschichte, das Handwerk und die Kultur dieser Nation. Die Gebäude und Malereien gehen in ihrer Thematik bis in die Zarenzeit zurück. Wir möchten auch weiterhin mit dem Themenbereich die weitreichende Tradition der Menschen dieses Landes widerspiegeln.“ (mko)

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