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Europapark: Kurioses Hobby – Fan baut gesamten Park in Videospiel nach

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Von: Marten Kopf

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Europapark Rust - Rund 95 Hektar Fläche umfasst Deutschlands größter Freizeitpark. Ein französischer Fan hat ihn jetzt nachgebaut. Originalgetreu – am heimischen Computer.

Sinn und Zweck eines Freizeitparks stecken naturgemäß schon im Namen: Besucher verleben dort ihre Freizeit. So weit, so lapidar. Tatsächlich gibt es aber durchaus auch Menschen, die ihre Freizeit nicht zwingend nur im Park verbringen, sondern sich zu Hause auch weiterhin damit beschäftigen, und das sehr intensiv.

NameEuropapark
OrtRust (Baden-Württemberg)
Fläche95 Hektar
Besucherzahl5,8 Millionen (2019)
Eröffnung12. Juli 1975

Europapark virtuell: Über 4.000 Stunden Arbeit

Der 30-jährige Tony aus dem elsässischen Colmar beispielsweise ist so jemand: Tony ist leidenschaftlicher Gamer und hat es jetzt tatsächlich geschafft, den gesamten und nicht eben kleinen Europapark an seinem PC in einem Videospiel nachzubauen.

„Planet Coaster“ heißt die Aufbausimulation, in der Tony den Park in mühevoller Detailarbeit mit allem Drum und Dran virtuell modelliert hat. Man kann sich vorstellen, dass ein solches Unterfangen einige Zeit in Anspruch nimmt, und tatsächlich hat ihn das Ganze über 4.000 Stunden Arbeit gekostet. Ohne Frage eine ziemliche Fleißaufgabe.

Die alte „Eurosat“ hat es Tony besonders angetan
Die „Eurosat“-Achterbahn hat es Tony besonders angetan © Europa-Park

Europapark in Videospiel nachgebaut – Mit dieser Achterbahn hat alles begonnen

„Unsere gemeinsamen Familienausflüge in der Kindheit haben mich dazu gebracht, auch heute noch regelmäßig in den Europa-Park zu fahren”, erzählt der 30-Jährige jüngst gegenüber dem Europapark-Blog. Seit er drei Jahre alt sei, habe er das Ritual, mindestens achtmal im Jahr mit Freunden und der Familie in den Europapark zu gehen, sagt er weiter. Die Attraktion, die es ihm besonders angetan habe, sei die Dunkelachterbahn „Eurosat“, eines der Wahrzeichen des Parks.

Mit eben dieser Bahn und dem französischen Themenbereich drumherum hat seine Arbeit seinerzeit denn auch begonnen. 2016 war das, da war der „Planet Coaster“ gerade auf den Markt gekommen. Für die erste Version habe er zwei Monate benötigt und seinen virtuellen Europapark anschließend zunächst um den deutschen Themenbereich erweitert. Es folgen der Besucherparkplatz und der Haupteingang.

Nachbau am PC: Pläne, Fotos und Videos als Vorlage – Modell im Maßstab 1:87

Um den Park so originalgetreu wie möglich nachzubauen, nutze er verschiedene Quellen, erzählt er dem Blog: Fotos, Erinnerungen, Videos auf YouTube und Facebook-Fanseiten, alte Pläne, Internet-Foren und vieles mehr. Wenn seine Freunde den Europapark besuchten, schickten sie ihm immer neue Fotos, damit er die Attraktionen mithilfe dieser Bilder so gut wie möglich nachbauen könne.

Ganz fertig ist er mit seinem Projekt allerdings noch nicht. Als Nächstes stehen die Themenbereiche England und Schweiz auf seinem Plan. Allerdings darf bezweifelt werden, dass ein Nachbau dieser Art überhaupt jemals zu hundert Prozent fertiggestellt werden kann, schließlich verändert sich auch der reale Park ständig. Andererseits will ein Fan ja vielleicht auch gar nicht wirklich fertig werden. Wo bliebe denn dann der Spaß?

Übrigens ist Tony längst nicht der einzige, der sich daran gewagt hat, den Europapark nachzubauen. Sein Landsmann, der 65-jährige Patrick Boegli aus Montbéliard, bastelt ebenfalls an einem originalgetreuen Modell. Allerdings ganz real – im Maßstab 1:87. (mko)

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