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Europapark: Nach Mega-Shitstorm – Park äußert sich zu Impf-Armbändern

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Von: Peter Kiefer

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Rust – Die neue Corona-Verordnung in BaWü ändert auch die Regeln im Europapark! Nach Kritik an einer krassen Maßnahmen entschuldigen sich die Verantwortlichen:

Update vom 20. August, 6:24 Uhr: Die umstrittene Maßnahme des Europaparks, Geimpfte bzw. Genesene sowie Ungeimpfte mittels farbiger Armbändchen zu kennzeichnen. Nach massiver Kritik von allen Seiten haben die Parkbetreiber jetzt reagiert – und schaffen die Armbänder für die Gäste ihrer angrenzenden Hotels nach nur wenigen Tagen wieder ab, wie bw24.de* berichtet. Hintergrund: Solch mehrtägige Parkbesucher benötigen gemäß 3G-Regel täglich einen aktuellen (negativen) Corona-Test.

Die Kritik reichte von Datenschutz-Verstößen bis hin zu Vergleichen mit dem Dritten Reich. Die Maßnahme sollte lediglich Kontrollen im Park erleichtern, heißt es es von Seiten des Parks, kein Eingriff in die Privatsphäre sein. So seien die unterschiedlichen Farben seien „in keiner Weise dazu gedacht“ gewesen, „Gäste visuell an den Pranger zu stellen“, wie eine Park-Sprecherin gegenüber BILD beteuert.

Europapark Rust: Freizeitpark entschuldigt sich für Armband-Ärger – Diese Regeln gelten jetzt

Die schnelle Konsequenz: Alle Europapark-Besucher erhalten ab sofort gleichfarbige Armbänder – egal, ob geimpft oder ungeimpft. „Das gehört in der Krise eben auch dazu: Wenn etwas nicht optimal läuft, muss es möglichst schnell geändert bzw. verbessert werden. Das haben wir gemacht“, entschuldigt sich der Freizeitpark in BILD.

Somit gelten im Europapark folgende Regeln, wie sie in deren Facebook-Post stehen:

Europapark Rust: Neue Knallhart-Regeln für Geimpfte und Ungeimpfte

Erstmeldung vom 19. August: Mehr Freiheiten für Geimpfte und Genesene! Die seit 16. August geltende neue Corona-Verordnung in Baden-Württemberg hat auch Folgen für die Pandemie-Bekämpfung im beliebten Europapark Rust, wie HEIDELBERG24* berichtet. So sorgen mit Blick auf den Infektionsschutz ab sofort speziell geschulte Mitarbeiter für die Einhaltung von Abständen und Maskenpflicht. Das hat das Gesundheitsamt des Ortenaukreises am Mittwoch (18. August) der dpa auf Anfrage mitgeteilt. Auslöser der Maßnahme sind massive Beschwerden von Besuchern in der vergangenen Woche über hohe Auslastung und Gedränge in dem Vergnügungspark. Wie eine Kreis-Sprecherin sagt, stehe das Gesundheitsamt in regelmäßigem Kontakt mit den Verantwortlichen in Rust. Der Park war wegen des Coronavirus* monatelang geschlossen und hatte erst im Mai wieder den Betrieb aufgenommen.

Name\tEuropa-Park
OrtRust, Baden-Württemberg
Besucherzahl5,8 Millionen (2019)
Eröffnung12. Juli 1975

Ein Europapark-Sprecher bestätigt, es seien innerhalb der vergangenen Woche etwa hundert E-Mails mit Beschwerden eingegangen. Schätzungsweise hätten während dieser Zeit täglich etwa 24.000 Menschen den Park nordwestlich von Freiburg besucht. „Die Zahl der Beschwerden relativiert sich zwar vor dem Hintergrund, dass innerhalb von sieben Tagen etwa 168.000 Besucher auf dem Parkgelände unterwegs waren. Wir nehmen die Sache aber ernst und versuchen durch regelmäßige Kontrolle Gedränge zu verhindern“, so der Sprecher. Gleichzeitig erklärt er, dass der Park derzeit maximal 24.000 Menschen am Tag reinlasse, obwohl es aufgrund der neuen Zugangsregeln zurzeit keine Obergrenze gebe.

Europapark Rust: Weiße Armbändchen für Geimpfte und Genesene, farbige Bändchen für Getestete

Doch eine weitere neue Maßnahme sorgt für mächtig Wirbel! Sie erinnert dabei etwas an einen All-Inclusive-Urlaub – farbige Armbändchen! Denn Geimpfte und vom Coronavirus vollständig Genesene tragen im drittgrößten Freizeitpark DeutsEuropas zur Erkennung seit Montag (16. August) weiße Bändchen am Handgelenk, Ungeimpfte farbige Bändchen,* deren Farbe täglich wechselt. Das bestätigt der Europapark auf Anfrage von bw24.de.

Besucher des Europa-Park stehen vor dem Haupteingang des Freizeitparks vor den Kassenhäuschen an.
Im Europapark Rust werden Besucher nach ihrem Corona-Status mit Armbändchen versehen. (Archivfoto) © Philipp von Ditfurth/dpa

Wie von der Landesregierung in Stuttgart angedroht, haben es Ungeimpfte jetzt im Alltag deutlich schwerer als Geimpfte oder Genesene. So auch im Europapark. Denn während Geimpfte einfach nur ihren Impfausweis und Genesene ihren Labortest vorzeigen, der ihnen Antikörper bescheinigt, wird‘s für Ungeimpfte schwieriger: So müssen ungeimpfte Besucher vorm Parkbesuch einen maximal 24 Stunden alten Schnelltest vorlegen oder einen PCR-Test (maximal 28 Stunden alt). Auch Kinder ab sechs Jahren müssen sich nun testen lassen,* wie bw24.de berichtet. „Personengruppen, die keinen Test benötigen, sind Kinder unter 6 Jahren, Schülerinnen und Schüler jeden Alters sowie Kinder, die noch nicht eingeschult sind“, heißt es auf der Europapark-Seite.

Europapark Rust: So erklärt der Freizeitpark die umstrittenen Armbänder

So erklärt der Europapark das Armband-System, das für Einfachheit bei Kontrollen und Transparenz sorgen soll: Geimpfte und Genesene erhalten ein weißes Armband, da sich deren Status nicht ändert. Besucher mit Testpflicht müssen diesen jedoch alle 24 Stunden aktualisieren. Um aktuell Getestete schneller zu erkennen, gilt daher täglich eine andere Armband-Farbe. Laut Europapark sei dies etwa für deren viele Gäste der angeschlossenen Motto-Hotels oder auch die Restaurantgäste wichtig. Ihnen sollen so erneute aufwändige Kontrollen erspart bleiben.

In den sozialen Medien sorgt diese neue Maßnahme des Parks erwartungsgemäß für Aufregung. Auf Facebook kommentiert eine Nutzerin etwa: „Das kann doch nur ein Witz sein? Wer macht denn da mit?“ Das empfindliche Thema Datenschutz sieht auch ein anderer User verletzt: „Eine Impfung ist immer noch eine persönliche Angelegenheit, obliegt dem zugeordneten Datenschutz“, mahnt er unter dem Facebook-Post von bw24. (dpa/pek) *HEIDELBERG24 und bw24.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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