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Europapark: Krieg in der Ukraine – Flüchtlingskinder kommen im Park unter

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Von: Marten Kopf

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Rust - Auf der Flucht vor dem Krieg kommen täglich Tausende in Deutschland an. Der Europapark quartiert nun Kinder und Familien in einem Hotel ein – und öffnet eigens Attraktionen für die Kleinen.

Es sind erschütternde Bilder, die sich Zuschauern tagtäglich vom Krieg in der Ukraine bieten, Millionen Menschen sind auf der Flucht vor den Kriegsgräueln. Aber mindestens ebenso viele versuchen zu helfen. Städte organisieren im großen Stil Unterkunften für die Geflohenen, Privatpersonen bieten Obdach an. Auch der Europapark Rust ist jetzt dabei, bringt 70 Flüchtlinge, Familien mit Kindern, im parkeigenen Hotel „Colosseo“ unter, wie er nun bekannt gibt.

NameEuropa-Park
OrtRust (Baden-Württemberg)
Fläche95 Hektar
Besucherzahl5,8 Millionen (2019)
Eröffnung12. Juli 1975

Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine: Europapark öffnet Kinderattraktionen

„Wir werden helfen, wo immer es geht. Ganz spontan haben wir jetzt 70 geflüchtete Frauen und Kinder aus der Ukraine in das Hotel „Colosseo“ aufgenommen. Ich bin entsetzt über dieses Leid und berührt von der großen Dankbarkeit, die ich bei der Ankunft der Geflüchteten erlebt habe“, sagt Roland Mack, der den Park 1975 gemeinsam mit seinem Vater begründete und bis heute als geschäftsführender Gesellschafter fungiert. Menschen sollten sich geborgen fühlen – ohne Bombenalarm und Angst, so Mack. Das „Colosseo ist eines von insgesamt sechs parkeigenen Hotels.

Obwohl sich der Europapark aktuell noch in der Winterpause befindet, öffnet er eigens für die Familien aus der Ukraine mehrere Attraktionen, darunter die Kinderachterbahn „Ba-a-a Express“ im Themenbereich „Irland“. Und um insbesondere den geflüchteten Familien einige gemeinsame Stunden des Zusammenseins zu ermöglichen, sollen in Kooperation mit der zentralen Landeserstaufnahmestelle in Freiburg auch in den kommenden Wochen immer wieder Geflüchtete in eingeladen werden.

Bei einer Achterbahnfahrt im „Ba-a-a Express“ sind die Sorgen für einen Augenblick vergessen.
Bei einer Achterbahnfahrt im „Ba-a-a Express“ sind die Sorgen für einen Augenblick vergessen. © Bernhard Rein

Europapark: Weitere Spendensammlungen geplant

Der ehrenamtliche Verein „Santa Isabel e. V. – Hilfe für Kinder und Familien“, schon 2005 ebenfalls von den Macks ins Leben gerufen, habe seit Kriegsausbruch darüber hinaus eine große Summe für ukrainische Waisenkinder, die nach ihrer Flucht in Freiburg angekommen sind, gesammelt. Weitere Spendenaktionen seien geplant.

„Es sind traumatisierte Menschen, die entwurzelt wurden und nicht wissen, was mit ihnen passiert“, sagt Roland Mack weiter. Unter den jetzt aufgenommen Flüchtlingen seien auch viele Waisenkinder, zwei Babys und zwei ältere Männer. An die Kinder verteilte Euromäuse hätten wenigstens für ein kurzes Lächeln gesorgt. Ein sehr eindeutiger Beweis dafür wird auch auf Twitter geteilt*, wie BW24 berichtet.

Reaktion auf Ukraine-Krieg: Park beendet Partnerschaft mit russischem Unternehmen

Tatsächlich ist die Hilfsaktion nicht die erste Reaktion des Park auf den russischen Einmarsch in das Nachbarland. Schon kurz nach Kriegsbeginn etwa kündigen die Betreiber die Sponsoring-Partnerschaft mit der russischen „Nord Stream 2“ auf.

Das Unternehmen, eine „Gazprom“-Tochter, war seit 2020 offizieller Sponsor einer der größten Achterbahnen auf dem Gelände. Die Wagen der Bahn trugen das Konzern-Logo, außerdem führte die Warteschlange durch eine Halle, in der das umstrittene Übersee-Pipeline-Projekt vorgestellt wurde. (mko) *HEIDELBERG24 und BW24 sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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