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Leichenwagen der Queen kommt aus dem Ländle – darum ist er so besonders

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Von: Juliane Reyle

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Das Bestattungsfahrzeug der Queen hat eine besondere Geschichte. Der Leichenwagen kommt nicht nur aus dem Schwabenland, sondern hat auch noch eine spezielle Form.

Am 8. September ist Queen Elizabeth II., die ehemalige Königin von Großbritannien, verstorben. Viele Trauernde besuchen die Zeremonien zu Ehren der Queen und schauten sich die TV-Übertragungen der Überführung des Sarges zur Westminster Hall an. Die Kameras waren während der Überführung des Leichnams der Königin vor allem auf eins gerichtet: Das Bestattungsfahrzeug – welches in Baden-Württemberg gefertigt wurde. merkur.de berichtet im News-Ticker über alles rund um den Tod von Queen Elizabeth II und dem Abschied Großbritanniens von seiner Königin.

Bestattungsfahrzeug der Queen kommt aus Lorch

Bestattungswagen sind generell keine normalen Fahrzeuge – schließlich muss ein ganzer Sarg hineinpassen. Deshalb gibt es Unternehmen, die sich auf Leichenwagen spezialisiert haben, wie den schwäbischen Karosseriebauer Binz, der seit vielen Jahren die Bestattungsfahrzeuge von Prominenten und Politikern aus ganz Europa baut. Auch Helmut Kohl oder Roman Herzog traten ihre letzte Reise in einem extra für sie gebauten Bestattungsfahrzeug an. Das Unternehmen sitzt in Lorch, 50 Kilometer östlich von Stuttgart, im Schwabenland auf der Ostalb.

Nach dem Tod von Königin Elizabeth II.
Der Leichenwagen mit dem Sarg von Königin Elizabeth II. fährt im Regen zum Buckingham Palace. © Julien Mattia/Le Pictorium Agency via ZUMA/dpa

Das Bestattungsfahrzeug der Queen ist etwas ganz Besonderes – die E-Klasse der Königin ist speziell

Der Leichenwagen von Queen Elizabeth II. ist in vielerlei Hinsicht speziell. Es handelt sich um einen Mercedes der E-Klasse W 212, der extra so umgebaut wurde, dass der Sarg der Königin von England hineinpasst. Doch das ist noch nicht alles, was den Bestattungswagen der Queen so besonders macht, verrät echo24.de.

Achim Heidle, der kaufmännische Leiter bei Binz International, erklärt gegenüber dem SWR, dass es auch landestypischen Anforderungen an die Autos gäbe. In Großbritannien gibt es andere Ansprüche an einen Leichenwagen als in Deutschland. Heidle erzählt, dass es auch einen Grund gibt, warum das Dach des Bestattungsfahrzeuges der Queen so hoch sein muss und erläutert: „Es hat damit zu tun, dass die Fahrer bei der Beerdigung Zylinder tragen.“ Wäre das Dach niedriger, dann würden die Zylinder mehr mit hineinpassen.

Der Leichenwagen von Queen Elizabeth II. wurde „speziell für den britischen Markt hergestellt“

Der Mercedes E-Klasse wurde zwischen 2009 und 2016 von Binz hergestellt. Das Karosseriebauunternehmen ist inzwischen insolvent, doch wurde von Woodall Nicholson Binz International übernommen. Heidle gibt an, dass es sich bei dem Modell, das die britische Monarchin erhalten hat, um ein Fahrzeug handelt, welches „speziell für den britischen Markt hergestellt wurde“.

Um aus einer gewöhnlichen E-Klasse ein Bestattungsfahrzeug herzustellen, benötigt es viel technischen Verstand. Das Fahrzeug der Queen wurde beim Bau in Lorch erst einmal in zwei Teile auseinandergesägt. In der Mitte des Gefährts setzten Mechaniker dann ein Bodenmodul ein, das anschließend mit dem Vorder- und Hinterteil des Fahrzeugs wieder verschweißt wurde. Zuletzt wurde das Fahrzeug dann noch nach Kundenwunsch lackiert.

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