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BW: Mutmaßlicher Reichsbürger (61) fährt Polizist an – Staatsschutz ermittelt

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Von: Katja Becher

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Ein Stopp-Schild der Polizei
Schüsse bei Verfolgungsjagd mit der Polizei. (Symbolfoto) © Paul Zinken/dpa

Efringen-Kirchen - Bei einer Verfolgungsjagd nahe Freiburg wird ein Polizist schwer verletzt. Ein mutmaßlicher Reichsbürger wurde wegen versuchten Mordes verhaftet.

Update vom 16. Februar, 8:47 Uhr: Im Fall eines mutmaßlichen „Reichsbürgers“, der einen Polizisten in Efringen-Kirchen (Kreis Lörrach) absichtlich angefahren haben soll, hat jetzt die Staatsanwaltschaft Karlsruhe die Ermittlungen übernommen. Es stehe weiter ein politischer Hintergrund im Raum, so die Behörde am Mittwoch gegenüber der „Badischen Zeitung“. Dem Beschuldigten werde versuchter Mord vorgeworfen.

Als Polizisten den Mann vergangene Woche wegen auffälliger Fahrweise hatten kontrollieren wollen, fuhr er davon. Nach dem Stopp durch mehrere Streifenwagen soll er einen 39 Jahre alten Beamten frontal angefahren haben. Der Beamte wurde schwer verletzt. Die Ermittler ordnen den Mann der Reichsbürger-Szene zu. Ob seine mutmaßliche Gesinnung Einfluss auf die Tat hatte, ist Gegenstand der Ermittlungen. Laut dem Verfassungsschutz gibt es etwa 3.300 Personen in dieser Szene in Baden-Württemberg. „Reichsbürger“ und „Selbstverwalter“ leugnen die Existenz der Bundesrepublik Deutschland und ihres Rechtssystems, sprechen Politikern und Staatsbediensteten die Legitimation ab und verstoßen immer wieder gegen Gesetze.

Verfolgungsjagd bei Freiburg: Mutmaßlicher Reichsbürger fährt Polizisten an

Update vom 9. Februar, 19:55 Uhr: Bei dem Mann, der während einer Verfolgungsjagd nahe Freiburg einen Polizisten angefahren und schwer verletzt hat, soll es sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur um einen mutmaßlichen Reichsbürger handeln. Es sei Haftbefehl wegen versuchten Mordes gegen den 61-jährigen Mann erlassen worden, teilte die Polizei in Freiburg am Mittwoch mit. Die Ermittler in Baden-Württemberg ordnen den Mann der Reichsbürger-Szene zu, auch das Landeskriminalamt ist eingeschaltet. Ob seine mutmaßliche Gesinnung Einfluss auf die Tat hatte, sei Gegenstand der Ermittlungen.

Verfolgungsjagd bei Freiburg: Autofahrer (61) rammt Polizist – dann fallen Schüsse

Erstmeldung vom 8. Februar, 19:13 Uhr: Wenige Tage nach den schrecklichen Polizisten-Morden bei Kusel* ist es bei einer Polizeikontrolle am Montagabend (7. Februar) erneut zu einem gefährlichen Angriff auf einen Polizeibeamten gekommen. Der Vorfall spielte sich in Efringen-Kirchen im Landkreis Lörrach (Baden-Württemberg)* ab. Gegen 22:15 Uhr wollen Polizisten des Polizeipräsidiums Freiburg einen 61-jährigen Autofahrer kontrollieren, weil dieser durch seine Fahrweise aufgefallen war.

Wie Staatsanwaltschaft, Landeskriminalamt und Polizei am Dienstag in einer gemeinsamen Mitteilung erklären, weigerte sich der Mann anzuhalten und flüchtete mit seinem Fahrzeug vor der Polizeikontrolle. Den Beamten gelang es, seinen Wagen im Bereich der B3 durch weitere Streifenwagen zu stoppen. Doch als einer der Polizisten auf das Fahrzeug zu ging, gab der 61-Jährige plötzlich Gas und fuhr ungebremst gegen den 39-jährigen Beamten.

Verfolgungsjagd bei Freiburg: Polizist schwer verletzt – Beamte schießen auf flüchtenden Fahrer

Die Kollegen des angefahrenen Polizisten gaben mehrere Schüsse auf den Fluchtwagen ab – dennoch konnte der Autofahrer erneut flüchten. Erst in Efringen-Kirchen wurde er endgültig gestoppt und festgenommen. Der Mann war offenbar betrunken und musste aufgrund zweier Schussverletzungen an den Armen ambulant behandelt werden. „Der 61-Jährige deutsche Staatsangehörige war bereits wegen Beleidigung und räuberischem Diebstahl polizeilich in Erscheinung getreten“, teilen Polizei und Staatsanwaltschaft mit.

Der 39-Jährige, der von dem Mann angefahren wurde, wurde schwer verletzt und musste mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen werden. Das Polizeipräsidium Freiburg und das Landeskriminalamt Baden-Württemberg haben die weiteren Ermittlungen aufgenommen.

Zuletzt hatte ein Fall aus Rheinland-Pfalz bundesweit für Entsetzen gesorgt: Bei einer Routinekontrolle am Morgen des 31. Januar wurden zwei junge Polizisten auf einer Kreisstraße bei Kusel erschossen.* Zwei Tatverdächtige sitzen mittlerweile in Untersuchungshaft. Sie sollen die 24-jährige Polizeianwärterin und den 29 Jahre alten Oberkommissar mit Kopfschüssen getötet haben – vermutlich um Wilderei zu verdecken. (kab/pol) *HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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