1. Heidelberg24
  2. Baden-Württemberg

Glücksatlas 2021: Erschreckendes Ergebnis! Diese Gruppe in BW ist am unglücklichsten

Erstellt:

Von: Fabienne Schimbeno

Kommentare

Die Deutschen sind unzufriedener als je zuvor. Das zeigt der Glücksatlas 2021. Das zweite Corona-Jahr schlägt der Bevölkerung noch einmal mehr aufs Gemüt. Das Ergebnis für Baden-Württemberg:

Bonn - „Warum bin ich so fröhlich, so fröhlich, so fröhlich?“ - und warum eigentlich nicht? Das misst der „Deutsche Post Glücksatlas“ bereits zum elften Mal. In einer aktuellen Studie, die am Mittwoch (10. November) in Bonn veröffentlicht wurde, wird das deutsche Glücksniveau auf einer Skala von 0 bis 10 nur noch mit 6,58 Punkten bewertet. Das ist weniger als im vergangenen Jahr - und Rekordtief seit Beginn der Erhebung 1984. Wie Corona die Stimmung der Bevölkerung drückt:

Glücksatlas 2021: Glücksniveau in Deutschland sinkt um 2,4 Prozent - Wie Corona dazu beiträgt

Auch 2021 setzt die anhaltende Corona-Pandemie den Menschen in Deutschland erheblich zu. Der „Deutsche Post Glücksatlas“ hat insgesamt 8.400 Probanden im Zeitraum von Januar bis Juni 2021, also während des dritten Lockdowns, aber auch im Zeitalter von Lockerungen und vermehrten Impfangeboten, zu ihrer Lebenszufriedenheit befragt. Die Beteiligten wurden dabei gebeten, ihre Zufriedenheit auf einer Skala von 0 („überhaupt nicht zufrieden“) bis 10 („völlig zufrieden“) zu bewerten.

Die Studie hat gezeigt, dass die Lebenszufriedenheit der Deutschen im Vergleich zum Vorjahr um 0,16 Punkte bzw. 2,4 Prozent gesunken ist. 2020 liegt sie noch bei 6,74 Punkten, 2021 sind es 6,58 - Rekordtief seit der ersten Erhebung im Jahr 1984. Das letzte Tief erreicht Deutschland 2004 (6,65 Punkte), als das Land mit einer hohen Arbeitslosigkeit zu kämpfen hat. Noch 2019, also vor der Pandemie, sind die Deutschen glücklicher denn je (7,14 Punkte). Seit 2020 zeigt sich ein Abwärtstrend.

Am meisten unzufrieden sind die Deutschen mit ihrer Freizeitgestaltung: Die Bewertung liegt hier gerade mal bei 5,0 Punkten. Während des Lockdowns ist die Zufriedenheit um 0,52 Punkte niedriger als in den Monaten ohne. Im März 2021 wird mit den verschärften Maßnahmen aufgrund der steigenden Infektionszahlen ein Stimmungstief von 6,42 Punkten erreicht. Die steigenden Impfzahlen und die abnehmenden Hospitalisierungs- und Sterberaten sorgen in den Folgemonaten für bessere Laune. Im Juni 2021 liegt die Lebenszufriedenheit der Deutschen schon wieder bei 6,88 Punkten, also fast wie vor der Pandemie. Es gibt also einen Zusammenhang zwischen dem Pandemieverlauf und dem empfundenen Glück der Bevölkerung: „Je höher die Infektionszahlen und je strikter die Maßnahmen, desto niedriger das Glücksniveau“, so der Bericht.

Deutsche Post Glücksatlas 2021: Baden-Württemberg im Ranking - Diese Gruppe leidet besonders

Baden-Württemberg* befindet sich mit 6,61 Punkten auf Platz 9 im Ranking. An der Spitze stehen Schleswig-Holstein und Sachsen-Anhalt mit jeweils 6,78 Punkten. Das Schlusslicht bildet Berlin mit 6,20 Punkten. Die Menschen in „The Länd“* sind mit 6,61 Punkten etwas glücklicher als der Rest von Deutschland. Laut Glücksatlas liegt Baden-Württemberg 2020 noch unter dem deutschen Durchschnitt (7,07 Punkte).

Grund für den Verlust von 0,46 Punkten im Vergleich zum Vorjahr sei vor allem die sinkende Zufriedenheit der jungen Leute. Diese sollen laut Glücksatlas von der Pandemie besonders stark betroffen sein. Mit einem Anteil von 45,5 Prozent haben die unter-40-Jährigen einen erheblichen Einfluss auf das Lebensglück in der Corona-Krise. Darüber hinaus spiele die Wohnsituation der in Baden-Württemberg lebenden Menschen eine große Rolle: Viele von ihnen leben in Haushalten mit 3 oder mehr Personen. Auch das schlägt sich auf die Zufriedenheit nieder. Nach Angaben von Glücksatlas sind es vor allem Familien, die unter der Pandemie leiden.

Besonders unzufrieden im Vergleich zu Gesamtdeutschland sind die Menschen in Baden-Württemberg mit ihrem Berufsleben und dem Haushaltseinkommen: Hier erreicht das Bundesland einen Zufriedenheitswert von 6,76 Punkten und belegt damit Platz 13, also einen der unteren Plätze, im Ranking. Die in Baden-Württemberg vergleichsweise hohen Einkommensgehälter scheinen laut Glücksatlas in der Corona-Krise gefährdet zu sein. Im Normalfall verfügt das Bundesland mit 25.730 Euro über das dritthöchste Einkommen in Deutschland. „In der Coronakrise sank aber unter allen Einkommensgruppen besonders bei den Beziehern hoher Einkommen die Lebenszufriedenheit“, heißt es im Glücksatlas. „Verlustängste und wirtschaftliche Unsicherheit dürften ein Grund dafür sein“.

Glücksatlas 2021: Impfen als „Gamechanger“ - Wie die Deutschen doch noch glücklich werden

Es gibt aber auch Licht am Ende des Corona-Tunnels: Und das nennt sich Impfung. Knapp 70 Prozent der Beteiligten sind laut Glücksatlas davon überzeugt, dass sich die Corona-Pandemie bekämpfen lässt, wenn ein Großteil der Bevölkerung geimpft ist. Die Impfung löse bei den Geimpften einen „Glücksschub“ aus: „Sie hebt die Lebenszufriedenheit deutlich, im Schnitt um 0,52 Punkte“. Gleichzeitig sinke durch die Impfung die empfundene Belastung durch die Corona-Krise, so die Autoren. Der Glücksatlas bezeichnet die Corona-Impfung deshalb auch als sogenannten „Gamechanger“.

Bei Impfgegnern verhält es sich genau umgekehrt: „Wer nicht geimpft werden möchte, ist mit seinem Leben um 0,62 Punkte unglücklicher als der Durchschnitt der Bevölkerung“, heißt es in der Pressemitteilung. Zudem seien Impfunwillige deutlich unglücklicher, während der Corona-Krise in einem Land wie Deutschland zu leben, als Impfbefürworter (31 Prozent versus 73 Prozent). Fast die Hälfte der Befragten (45 Prozent) rechne laut Angaben von Glücksatlas mit keiner großartigen Veränderung ihrer Lebenszufriedenheit nach Corona. 5 Prozent gingen sogar von einer Verschlechterung aus. (fas) *HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Auch interessant

Kommentare