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Baden-Württemberg: Impfstoff-Mangel! Was das für den Impf-Termin bedeutet

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Von: Robin Eichelsheimer

Impfungen in Baden-Württemberg: Seit Anfang Mai herrscht in den Impfzentren im Südwesten Impfstoffmangel, derzeit werden kaum noch Erstimpfungen durchgeführt.

Die Impfkampagne hatte doch gerade erst so richtig Fahrt aufgenommen! Zwar dürfen sich in Deutschland seit Montag (17. Mai) alle, die wollen, bei ihrem Hausarzt impfen lassen, nachdem die Priorisierung in den Praxen aufgehoben wurde, doch in den Impfzentren in Baden-Württemberg ist die Lage seit Mai mehr als angespannt, denn dort herrscht nun seit rund zwei Wochen massiver Impfstoffmangel – aktuell sind kaum mehr Erstimpfungen möglich. Darüber berichtet HEIDELBERG24*.

BundeslandBaden-Württemberg
Fläche35.751 Quadratkilometer
Bevölkerung11,07 Millionen (2019, Eurostat)
HauptstadtStuttgart

Impfstoff-Mangel in Baden-Württemberg: Stillstand statt Fortschritt

Impfungen sind im Kampf gegen das Coronavirus der wichtigste Grundstein für eine Rückkehr zur Normalität. Mit einer Impfquote von rund 37 Prozent (RKI) belegt Baden-Württemberg derzeit zwar im bundesweiten Vergleich einen Platz im Mittelfeld (rund 5,5 Millionen Menschen wurden hier bereits geimpft), doch aktuell ist der Impfstoff im Südwesten äußerst knapp. Ein Umstand, den nun das baden-württembergische Sozialministerium beklagt.

In den hiesigen Impfzentren können derzeit kaum neue Termine für Erstimpfungen vergeben werden – stattdessen wird der Großteil der Impfstoffe für Zweitimpfungen benötigt. Ein Rückschlag im Kampf gegen die Pandemie und für die flächendeckenden Lockerungen der aktuellen Corona-Regeln des Landes Baden-Württemberg. Doch der zeichnete sich bereits vor rund zwei Wochen ab – da hatte Gesundheitsminister Manfred Lucha Bundesgesundheitsminister Jens Spahn bereits in einem Brief auf den drohenden Impfstoff-Mangel hingewiesen. Kurz darauf meldeten auch Impfzentren in zahlreichen Landkreisen, dass die Impfstoffe knapp werden.

Impfstoff-Mangel in Baden-Württemberg: Sozialministerium übt Kritik

Gegenüber der Badischen Zeitung hat Layla Distler, Leiterin der Stabsstelle Impfen des Sozialministeriums, Kritik an den ausbleibenden Impfstoff-Lieferungen geübt: „Es hatte die Aussage gegeben, im Mai komme soviel Impfstoff, dass wir kaum noch wissen würden, wohin damit.“ Auf diesen Aussagen basierend sei in den Impfzentren in Baden-Württemberg mit voller Kapazität geplant worden. Doch die Realität sieht nun ganz anders aus. Nicht nur, dass in den Impfzentren kaum noch Erstimpfungen durchgeführt werden – auch die niedergelassenen Ärzte signalisierten bereits, dass sie in ihren Praxen mehr impfen können. Ohne Impfstoff ist das aber nicht möglich.

Dort stünden laut Distler bald die Zweitimpfungen aus. Um dafür gewappnet zu sein, laufen laut der Leiterin der Stabsstelle Impfen aktuell die Verhandlungen für die Impfstoff-Lieferungen für das dritte Quartal.

Wie Distler gegenüber der Badischen Zeitung weiter verrät, sei das zuständige Personal im Ministerium indessen stark ausgebaut worden. Von anfangs drei Leuten seien nun 60 bei der Stabsstelle Impfen, die auch aus anderen Häusern unterstützten, sagte Distler. Momentan plane man Impfaktionen in sozial benachteiligten Gebieten.

Zudem arbeiteten Distler und ihr Team daran, das Vorhaben des Bundes umzusetzen, dass alle Schüler über zwölf Jahre bis nach den Sommerferien mindestens eine Erstimpfung bekommen. „Dafür wurde uns auch zusätzlicher Impfstoff in Aussicht gestellt“, so Distler. (rob) *HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN-MEDIA.

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