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Kostenlose FFP2-Masken: Wo es sie gibt – und wer sie bekommt

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Corona in Baden-Württemberg - Ab heute haben Menschen aus Risikogruppen Anspruch auf kostenlose FFP2-Masken. Wer eine bekommt und vor was der Apothekerverband warnt:

Stuttgart - 27 Millionen Menschen zählen in Deutschland zur Corona-Risikogruppe. Bei ihnen ist die Wahrscheinlichkeit eines schweren Covid-19 Verlaufs um ein vielfaches höher als beim Rest der Bevölkerung. Etwa ab dem Alter von 50 Jahren scheint das Risiko für schwere Verläufe zu steigen, am höchsten ist es bei über 80-Jährigen unter denen auch die meisten Covid-19-Todesfälle in Deutschland zu verzeichnen sind. Auch Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen wie Asthma, Bluthochdruck und Diabetes mellitus gehören zur Corona-Risikogruppe.

Um diese Risikogruppe vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus* zu schützen, können sich diese Personen vom 15. Dezember bis zum 6. Januar drei kostenlose FFP2-Masken in der Apotheke abholen. Das sieht die am Dienstag veröffentlichte Coronavirus-Schutzmasken-Verordnung vor.

Gratis FFP2-Masken ab heute: Apothekerverband erwartet Ansturm

In einem zweiten Schritt können Corona-Risikopatienten ab dem 1. Januar weitere zwölf Masken erhalten. Dafür sollen sie von der Krankenkasse Coupons für zweimal je sechs FFP2-Masken erhalten. Vorgesehen ist ein Eigenanteil von zwei Euro für sechs Masken. Der Landesapothekerverband Baden-Württemberg* erwartet am Dienstag einen Ansturm auf die kostenlosen FFP2-Masken und ruft dazu auf, nicht gleich am ersten Tag in die Apotheken zu strömen und lange Warteschlangen zu vermeiden. Wie owl24* berichtet, wird auch in Nordrhein-Westfalen ein großer Andrang erwartet*.

Kostenlose FFP2-Masken: Wer hat Anspruch darauf und welchen Nachweis muss man erbringen?

Laut Informationen des Ministeriums genügt die Vorlage des Personalausweises oder die „nachvollziehbare Eigenauskunft über die Zugehörigkeit zu einer der Risikogruppen“. Zur Abholung der kostenlosen FFP2-Masken in der Apotheke können auch andere Personen bevollmächtigt werden.

Anspruch auf kostenlose FFP2-Masken haben laut Bundesgesundheitsministerium Menschen ab 60 Jahren oder wenn bei ihnen eine der folgenden Erkrankungen oder Risikofaktoren vorliegt:

Warum sind FFP2-Masken besser als andere Masken?

Um sich vor dem Coronavirus zu schützen, greifen immer mehr Menschen auf FFP2-Masken zurück. Die Filterpartikelmasken sind eigentlich für Pflegekräfte und Ärzte gedacht, wenn sie infizierte Patienten behandeln. Der Träger einer FFP2-Maske atmet über einen Filter, der größere Partikel, wie Viren enthaltende Tröpfchen, aus der Atemluft entfernt. Da sie 95 Prozent der Partikel abfiltern, dienen sie primär dem Schutz des Trägers.

„Für den Selbstschutz beim Einatmen sind diese Masken also effektiver als Alltagsmasken“, sagt Dominic Dellweg, Chefarzt für Pneumologie am Fachkrankenhaus Kloster Grafschaft der Apothekenumschau. „Die Alltagsmasken müssen überhaupt keiner Norm entsprechen. Und sie variieren in ihrer Filterleistung auch stark“.

Zusätzlich zum Selbstschutz bieten FFP2-Masken auch mehr Fremdschutz als Alltagsmasken. Die von einem Sprecher ausgestoßenen Tröpfchen werden bei FFP2-Masken auf weniger als 0,1 Prozent der Menge ohne Maske reduziert. Das gilt jedoch nur wenn die FFP2-Maske kein Ventil hat, legt eine kürzlich im Fachblatt „Science Advances“ erschienene Studie nahe.

Durch elektrostatische Kräfte auf der Oberfläche haben FFP2-Masken eine zusätzliche Filterleistung. Sobald sie jedoch feucht werden, verringert sich diese. Aus diesem Grund sollten FFP2-Masken nur ein Mal verwendet werden. Du bist nicht sicher, ob Dir Deine Stoffmaske genügend Schutz bietet? Ein einfacher Test bringt Klarheit*. (kp) *HEIDELBERG24 und owl24* sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

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