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BeneVit-Chef knallhart! Pflegeheim-Riese entlässt ungeimpfte Mitarbeiter

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Von: Daniel Hagen

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Altenheim in Baden-Württemberg
Bei BeneVit sind alle ungeimpften Mitarbeiter freigestellt worden. (Symbolfoto) © Bernd Weißbrod/dpa

Mössingen - BeneVit-Geschäftsführer Kaspar Pfister hat lange versucht, seine fast 2.000 Mitarbeiter zur Impfung zu bewegen. Nun geht er einen radikalen Weg und kündigt Ungeimpften!

Das Unternehmen BeneVit ist ein Dienstleistungsunternehmen für die Pflege älterer und hilfsbedürftiger Menschen. An über 30 Standorten in fünf Bundesländer sind knapp 2.000 Menschen im Einsatz, die größtenteils mit geschwächten und kranken Personen arbeiten. Umso wichtiger ist es, dass das Personal verantwortungsbewusst handelt, um ihre Bewohner nicht zu verletzten. Geschäftsführer Kaspar Pfister versucht daher seit Anfang des Jahres, alle Angestellten zu einer Corona-Impfung zu bewegen. Weil das aber trotz großer Bemühungen nicht bei allen funktioniert hat, geht der 65-Jährige jetzt einen radikalen Schritt weiter. Worum es sich dabei handelt, verrät HEIDELBERG24*.

BeneVit: Geschäftsführer stellt Ungeimpfte frei

In den Heimen von BeneVit haben laut Kaspar Pfister rund 96 Prozent der Mitarbeiter einen Immunitätsstatus, seien also entweder geimpft, genesen, hätten Antikörper oder ein ärztliches Attest. „Da sich nun täglich weitere Mitarbeiter zu einer Impfung entschließen, hoffe ich, im Januar auch auf 98 Prozent zu kommen.“ Seit Beginn der Pandemie seien in den Einrichtungen aber 42 Bewohner, Klienten und eine Mitarbeiterin an oder mit Corona gestorben. Ein paar der Todesfälle ereignen sich auch im Seniorenheim „Haus am Park“ in Mannheim*.

Nach weiteren Ausbrüchen in den Heimen hat der Geschäftsführer bereits im November seinen radikalen Schritt angekündigt. Nun sind 62 Mitarbeiter, die sich nicht impfen lassen wollen, freigestellt worden! Mit dieser Maßnahme wolle Pfister die Bewohner vor dem Coronavirus schützen. „Bei 13 Mitarbeitern wird das Arbeitsverhältnis durch Kündigung beziehungsweise Aufhebungsvertrag beendet“, erklärt der 65-Jährige. Gleichzeitig seien aber 68 Mitarbeite neu eingestellt worden oder aus Mutterschutz und Elternzeit zurückgekehrt.

BeneVit: Trotz Geld und Alkohol kein Impferfolg

Als Anfang des Jahres in Deutschland die Impfoffensive gestartet ist, versucht Kaspar Pfister, die Impfbereitschaft seines Personals noch mit Anreizen zu verstärken. Neben einer Flasche Eierlikör sollten auch 1.000 Euro Bonus an eine Einrichtung oder ein Pflegedienstteam fließen. Voraussetzung war, dass sich mindestens 60 Prozent der Beschäftigten dort impfen lassen. Grund der Aktion war die geringe Impfbereitschaft in der Belegschaft. Doch die ursprüngliche Quote von 30 Prozent habe sich nicht geändert. Laut Pfister komme es auf jeden Einzelnen an, um das „verdammte Virus“ zu besiegen. (dpa/dh) HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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